Photographieren im Museum

Pregamon Altar, Moritz Maler Bildgalerie betrachten "Pregamon Altar"
Moritz Maler

Museen sind für Wissbegierige und Photographen ein Eldorado mit unendlich vielem, was es zu entdecken gibt. Über viele Museen ist schon vor einem Besuch einiges bekannt, wie von Nofretete, die zu den bekanntesten Gesichtern Berlins gehört. Geduldig schaut sie hinter Glas die Besucher an, die vor ihr stehen bleiben, sie anschauen, photographieren und dann an ihr vorbeiziehen. Jeder kann die Büste der Hauptgemahlin des ägyptischen Pharaos Echnaton in Augenschein nehmen und mit der Kamera für sich festhalten. In Museen gelten allerdings verschärfte Bedingungen für Photographen, nicht alles ist zugelassen.

Abseits der Kunst, die meist schon in Katalogen dokumentiert ist, tun sich in Museen unendlich viele Photomotive auf. Im laufenden Museumsbetrieb kann der Photograph die Art der Präsentation, die Umgebung und die anderen Besucher ins Bild mit einbeziehen. Dabei ergeben sich spannende Kontraste zwischen Museumsgebäuden, den ausgestellten Objekten und den Besuchern.

In Museen findet der Photograph oft schwierige aber gleichzeitig auch interessante Lichtsituationen vor. Die ausgestellten Gegenstände sind meist punktförmig angestrahlt, die Räume großflächig mit weichem Licht beleuchtet. Manchmal kommt auch Tageslicht zum Einsatz. Da die Strahler eine andere Lichtfarbe erzeugen als die Umgebung, muss sich der Photograph für eine Farbe entscheiden. Viele Digitalkameras bieten die Möglichkeit, den Weißabgleich manuell einzustellen oder aus vorprogrammierten Modi zu wählen. Für einen normalen Strahler bietet die Einstellung für Glühlampen oder Halogenlicht eine meist brauchbare Vorauswahl. Wer auf Film photographiert, wird um Kunstlichtfilm oder entsprechende Farbkorrekturfilter nicht herumkommen. Negativfilme bieten die Möglichkeit, gewisse Korrekturen beim Erstellen der Abzüge noch nachträglich vorzunehmen.

Blitzlicht ist in den meisten Museen absolut verboten, ebenso Stative. Blitzlichter schaden vor allem historischen Farben, Stative sind ebenso wie Rucksäcke oder große Taschen geeignet, versehentlich Vitrinen einzuschlagen oder antike Säulen umzustoßen. Der Photograph braucht also eine ruhige Hand und ein paar technische Hilfsmittel, sollen die Aufnahmen von Erfolg gekrönt sein. Ein besonders lichtstarkes Objektiv hilft, kürzere Verschlusszeiten zu erreichen. So kann ohne zu verwackeln, problemlos aus der Hand photographiert werden. Außerdem sollte eine hohe Empfindlichkeit an der Digitalkamera gewählt werden. Vor allem aktuelle Digitalkameras neigen dabei weniger zum störenden Bildrauschen als ältere Modelle. Schließlich hilft ein Bildstabilisator in Kamera oder Objektiv, auch mit längeren Verschlusszeiten verwacklungsfreie Bilder zu erstellen.

Das Vitrinenglas selbst ist eine weitere Herausforderung. Zwar wird in Museen meist hochwertiges entspiegeltes Glas eingesetzt, dennoch können sich darin Fenster, entfernte Lichtquellen oder der Photograph selbst spiegeln. Mit einem Polarisationsfilter lassen sich zwar Reflexionen beseitigen, allerdings schluckt ein solcher Filter bis zu zwei Blendenstufen Licht. Wenn ohnehin wenig Licht vorliegt, besteht die Gefahr, dass dieser Spielraum nicht mehr vorhanden ist. Dann empfiehlt es sich, ein wenig um die Vitrinen herumzulaufen und so einen Standpunkt mit möglichst wenigen Spiegelungen zu finden.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2008

1 Kommentare

Hallo, also die Nofretete zum Beispiel dufte in Berlin nicht fotografiert werden, da haben Aufpasser drauf geachtet. sonst habe ich fast immer gute erfahrungen mit den Museen gesammelt wenn ich fotografieren wollte. In vielen Fälle ist es ratsam zuvor sich an das Museum zu wenden und nachzufragen ob man fotografieren darf. Das Risiko schlafende Hunde damit zu wecken besteht in der Regel nicht, im Gegenteil viele Museen haben mir dann für private nicht kommerzielle Fotos eine Erlaubnis erteilt. Gruß Oli

Teske, Oliver

von Teske, Oliver
05. Oktober 2011, 11:59:01 Uhr

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