Produktfotos für Onlineauktionen - Habe was zu verkaufen

Produktfotos für Onlineauktionen - Habe was zu verkaufen
Flohmarkt war für viele gestern, heute boomen Onlineportale, über die man Dinge verkauft, die man nicht mehr braucht, und/oder um die Haushaltskasse zu füllen. Immer mehr Menschen entdecken zudem Onlineportale als Nebenerwerbsquelle, kaufen Produkte woanders ein und verkaufen sie dann meist mit Gewinn weiter. Das A und O, damit Onlineauktionen auch zum Erfolg werden, sind gute Aufnahmen. Käufer entscheiden anhand dieser, ob sie sich die nähere Beschreibung zum Artikel überhaupt durchlesen. Hinzu kommt, dass nur durch Fotos auch eine Qualitätsbegutachtung möglich ist. Im Gegensatz zum Flohmarkt kann man die Artikel nicht in die Hand nehmen und prüfen. Nun könnte man auf die Idee kommen, einfach auf die Homepages der Hersteller zu gehen und deren Bilder für die Onlineauktion zu nutzen. Davon ist in jedem Fall abzuraten. Eine Klage wegen Urheberrechtsverletzungen kann ins Haus flattern. Das ist mit Kosten verbunden, die den Wert des Produktes übertreffen können.

Verfolgt man einen Onlinehandel auf „professioneller Schiene“ beziehungsweise hat man mehrmals im Jahr etwas zu verkaufen, so lohnt sich in jedem Fall eine Investition in entsprechendes Fotoequipment. Dazu gehört eine Beleuchtungsanlage mit mindestens zwei Studiolichtern ebenso wie ein vernünftiger Hintergrund, ein Kamerastativ sowie ein externes Blitzgerät und eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera, die einen Objektivwechsel zulassen. Empfehlenswert für Produktfotos sind auch sogenannte Lichtzelte. Mit ihnen kann man relativ reflexfrei fotografieren, was zum Beispiel bei glänzen Oberflächen wie einer Flasche Wein sehr vorteilhaft für die optimale Darstellung ist. Beim Einsatz eines Lichtzeltes sollte Mischlicht vermieden werden, denn das bringt zwar bunte, aber nicht unbedingt befriedigende Ergebnisse. Lichtzelte sind nur bis zu einer gewissen Gegenstandsgröße geeignet. Diese sollten nicht größer als 60 cm hoch und etwa 40 cm breit sein. Sind sie größer, so läuft man Gefahr, dass der Hintergrund nicht mehr alles abdeckt und am Bildrand die Seitenwände sichtbar werden – damit wird die Ausleuchtung ungleichmäßig. Sind es kleine Gegenstände, wie beispielsweise Modellautos, so lohnt sich die Investition in ein Table-Top-Studio, das, je nach Ausführung, aus einem Aufnahmetisch, einer Acrylplatte als Hintergrund, einem Klemmstativ für die Kamera, universellen Tischklemmen, Flächenleuchten sowie Haltegestängen und Schraubklemmen besteht. Hat man nur gelegentlich etwas, was man über Onlineportale verkaufen möchte und verfügt man nicht über entsprechendes Fotoequipment, so muss beziehungsweise sollte man bei der Produktpräsentation entsprechend sorgfältig vorgehen. Je nach Produkt, aber auch Arrangement liefern Kompakt- und Superzoomkameras – auch als Bridgekameras bezeichnet – überzeugende Aufnahmen.

Ist die Kamera mit GPS ausgestattet, so sollte diese Funktion deaktiviert sein. Mit dieser ist es möglich, Rückschlüsse zu ziehen, wo die Aufnahme gemacht wurde. Dies öffnet Tür und Tor für mögliche Langfinger. Auch, wenn Gegenstände, wie zum Beispiel ein Fahrrad für, eine Internetauktion draußen fotografiert werden, so sollte man den Ausschnitt so wählen, dass dieser keine Rückschlüsse darauf zulässt, wo die Aufnahme gemacht wurde. Bei Autos und Fahrzeugen im Hintergrund, sind die Nummernschilder unkenntlich zu machen.

Wichtig ist, das zu verkaufende Produkt von seiner Schokoladenseite zu präsentieren. Der Unter-, aber auch Hintergrund sollten nicht vom Motiv ablenken, sondern seine Wertigkeit erhöhen. Möchte man beispielsweise eine Uhr verkaufen, so steigert ein Samtuntergrund die Wertigkeit. Dieser sollte farblich so gewählt werden, dass das Material auch zur Geltung kommt. Sehr beliebt bei Onlineauktionen ist auch der Verkauf von Kleidung. Handelt es sich beispielsweise um ein gebrauchtes, aber gewaschenes T-Shirt, so sollte dies natürlich knitterfrei sein. Für das Foto hat man die Option, es auf einen Bügel zu hängen oder aber auf einer Fläche wie einem Tisch auszubreiten. Auf diesem sollten sich aber keine anderen Gegenstände befinden, die vom T-Shirt ablenken. Auch sollte sich die Tischplatte sich in einem Zustand befinden, der für sorgsamen Umgang mit den Sachen spricht. Sind es Schuhe, die man anbieten möchte, so darf man diese nicht nur von oben präsentieren, sondern ebenso von der Seite und auch von unten. Nur so kann sich der Interessierte ein Bild davon machen, in welchem Zustand sie sich befinden und ob sich ein Bieten lohnt. Für das Ablichten der Produkte sollte man sich Zeit nehmen, verschiedene Einstellungen vornehmen und dann auswählen, welche Aufnahme einen Käufer ansprechen würde.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2013

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1 Kommentare

Vielen Dank fuer auch diesen interessnten Artikel. Nur sollte hinzugefuegt werden, dass eBay keine Fotos mehr akzeptiert, die KEINEN neutralen Hinter- ode Untergrund aufweisen.

von Gerhard Finke
25. September 2013, 11:47:11 Uhr

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