Wie sich störende Reflexe in der Fotografie vermeiden lassen

Einsatz eines Polarisationsfilters ist eine von zwei Optionen

© Fotograf: Ilse-Marie Agricola, Pinguin mit Taucherbrille, Blende-Fotowettbewerb
Ilse-Marie Agricola, Pinguin mit Taucherbrille, Blende-Fotowettbewerb

Glasscheiben bieten Schutz, stellen aber für Fotografen ein Hindernis dar, das es zu überwinden gilt, sollen die Aufnahmen gelingen. Fotografen stehen zwei Wege offen, mit denen sich die unliebsamen Reflexe verhindern lassen und zwar entweder ganz nah an die Glasscheibe oder die Verwendung eines Polarisationsfilters. Welche Option für einen Betracht kommt ist von der Aufnahmesituation abhängig, treten Spiegelungen beispielsweise auch bei Wasseroberflächen, durch die fotografiert wird, auf.

Wie kommt es zu Reflexen / Spiegelungen

© Fotograf: Daniel Schueller, Der verbotene Kuss, Blende-Fotowettbewerb
Daniel Schueller, Der verbotene Kuss, Blende-Fotowettbewerb

Je geringer der Helligkeitsunterschied zwischen Vor-der-Scheibe und Hinter-der-Scheibe (beziehungsweise Wasseroberfläche) ist, desto stärker treten die für den Fotografen so unliebsamen Reflexe beziehungsweise Spiegelungen auf. Grund dafür ist, dass es hinter der Scheibe dunkler als davor ist. Das Glas beziehungsweise die Wasseroberfläche wirken schon fast wie ein Spiegel. Farbige Kleidung des Fotografen und/oder weiterer Betrachter – beispielsweise im Zoo vor einem Gehege mit Gorillas -, aber auch Schmutz auf dem Glas sorgen für weitere Probleme. Nicht immer ist das Putzen wie im Zoo von beiden Seiten möglich. Ideal ist die Situation, weil dann Reflexe / Spiegelungen am geringsten sind, in der der Fotograf aus dem Dunkeln ins Helle fotografiert. Das ist in Zoos mit Nachthäusern der Fall oder wenn man zu Hause die Tiere im Terrarium beziehungsweise Aquarium fotografiert.

1. Option nah ran an die Scheibe

© Fotograf: Margarete Hartert, Achtmal unrasiert, Blende-Fotowettbewerb
Margarete Hartert, Achtmal unrasiert, Blende-Fotowettbewerb

Das Licht kann leider nicht überall ausgeknipst werden – aber man kann es simulieren. Wird das Objektiv direkt auf die Glasscheibe aufgesetzt, vermindert das den Einfall von Licht auf die Fläche, durch die fotografiert wird, erheblich. Völlig gefahrlos lässt sich das mit einer Gegenlichtblende aus Gummi bewerkstelligen. Notfalls geht auch eine normale Gegenlichtblende aus Kunststoff, diese ist aber meist nur mit Abstrichen an der Scheibe zu platzieren. Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Linse nicht mit der Glasscheibe direkt in Berührung kommt. Wenn zwei Glasflächen aufeinander reiben, führt das unweigerlich zu Kratzern. Vor allem bei Weitwinkelobjektiven, noch mehr bei Fisheye-Optiken, besteht diese Gefahr. Ist keine Gegenlichtblende als mechanischer Schutz vorhanden, sollte ein Sicherheitsabstand gewahrt werden. Als zuverlässiger Schutz kann auch ein hochwertiger Skylight-Filter dienen. Diesen zu ersetzen ist zumindest preiswerter als die Frontlinse des Objektivs auszutauschen.

2. Option Einsatz von Polfilter

© Fotograf: Daniela Renner, Qualle, Blende-Fotowettbewerb
Daniela Renner, Qualle, Blende-Fotowettbewerb

Die andere Möglichkeit, Reflexionen von einer Glasscheibe verschwinden zu lassen, besteht darin, einen Polarisationsfilter (meist kurz einfach Polfilter genannt) einzusetzen. Im richtigen Winkel zur Glasscheibe und zur Hauptlichtquelle, lässt ein Polfilter viele Reflexionen verschwinden. Ein Polfilter wirkt am besten, wenn die Reflexionen einen Austrittswinkel von 30 bis 40 Grad von der Glasscheibe haben. Er eignet sich also nicht, um frontal durch eine Fensterscheibe zu fotografieren. Reflexionen lassen sich nur dann damit unterdrücken, wenn schräg durch die Scheibe fotografiert wird. Gleiches gilt übrigens auch, wenn durch eine Wasseroberfläche fotografiert wird. Diese verhält sich ähnlich wie eine Glasscheibe. Auch hier kann ein Polfilter für freie Sicht sorgen.

Wie sich Schmutz auf Glasscheiben eliminieren lässt

© Fotograf: Peter Munsch, Melancholie, Blende-Fotowettbewerb
Peter Munsch, Melancholie, Blende-Fotowettbewerb

Sind störende Reflexe und Spiegelungen beseitigt, so gilt es noch, den Schmutz auf dieser im Bild nicht sichtbar werden zu lassen. Schmutz lässt sich am einfachsten durch Putzen beseitigen. Im Zoo ist dies aber beispielsweise nicht möglich. Hier hat man die Option, die Schärfenebene so zu wählen, dass der Schmutz nicht scharf und damit nicht sichtbar abgebildet wird. Dabei gilt die einfache Regel: Je weiter die Blende geöffnet ist, desto geringer ist die Schärfentiefe. Eine große Blende kombiniert mit langer Brennweite und ein möglichst weit von der Glasscheibe entferntes Objekt versprechen die besten Ergebnisse.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 05 / 2018

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