Reflexe vermeiden

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"Eisbär"
Moritz Maler

Glasscheiben bieten Schutz, stellen aber für Photographen ein Hindernis dar, das es zu überwinden gilt, sollen die Aufnahmen gelingen. Photographen stehen zwei Wege offen, mit denen sich die unliebsamen Reflexe verhindern lassen. Je geringer der Helligkeitsunterschied zwischen Vor-der-Scheibe und Hinter-der-Scheibe ist, desto stärker treten die für den Photographen so unliebsamen Spiegelungen auf. Ist es hinter der Scheibe dunkler als davor, wirkt das Glas fast schon wie ein Spiegel. Farbige Kleidung der Betrachter und des Photographen, aber auch Schmutz auf dem Glas sorgen für weitere Probleme. Nicht immer ist das Putzen von beiden Seiten möglich, beispielsweise wenn man im Zoo Tiere hinter einer Scheibe photographieren möchte. Ideal zu photographieren ist die Situation, in der der Photograph aus dem Dunkeln ins Helle photographiert. Dann nämlich gibt es auf der Scheibe nur wenige Reflexionen.

Das Licht kann leider nicht überall ausgeknipst werden - aber man kann es simulieren. Wird das Objektiv direkt auf die Glasscheibe aufgesetzt, vermindert das den Einfall von Licht auf die Fläche, durch die photographiert wird, erheblich. Völlig gefahrlos lässt sich das mit einer Gegenlichtblende aus Gummi bewerkstelligen. Notfalls geht auch eine normale Gegenlichtblende aus Kunststoff, diese ist aber meist nur mit Abstrichen an der Scheibe zu platzieren. Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Linse nicht mit der Glasscheibe direkt in Berührung kommt. Wenn zwei Glasflächen aufeinander reiben, führt das unweigerlich zu Kratzern. Vor allem bei Weitwinkelobjektiven, noch mehr bei Fisheye-Optiken, besteht diese Gefahr. Ist keine Gegenlichtblende als mechanischer Schutz vorhanden, sollte ein Sicherheitsabstand gewahrt werden. Als zuverlässiger Schutz kann auch ein hochwertiger Skylight-Filter dienen. Diesen zu ersetzen ist zumindest preiswerter als die Frontlinse des Objektivs auszutauschen.

Die andere Möglichkeit, Reflexionen von einer Glasscheibe verschwinden zu lassen, besteht darin, einen Polarisationsfilter (meist kurz einfach „Polfilter“ genannt) einzusetzen. Im richtigen Winkel zur Glasscheibe und zur Hauptlichtquelle, lässt ein Polfilter viele Reflexionen verschwinden. Ein Polfilter wirkt am besten, wenn die Reflexionen einen Austrittswinkel von 30 bis 40 Grad von der Glasscheibe haben. Er eignet sich also nicht, um frontal durch eine Fensterscheibe zu photographieren. Reflexionen lassen sich nur dann damit unterdrücken, wenn schräg durch die Scheibe photographiert wird. Gleiches gilt übrigens auch, wenn durch eine Wasseroberfläche photographiert wird. Diese verhält sich ähnlich wie eine Glasscheibe. Auch hier kann ein Polfilter für freie Sicht sorgen.

Wenn der Photograph jetzt ohne störende Reflexe und Spiegelungen durch die Scheibe photographieren kann, so gilt es noch den Schmutz auf dieser im Bild nicht sichtbar werden zu lassen. Schmutz lässt sich am einfachsten durch Putzen beseitigen. Im Zoo ist dies aber beispielsweise nicht möglich. Hier hat der Photograph die Option, die Schärfenebene so zu wählen, dass der Schmutz nicht scharf und damit nicht sichtbar abgebildet wird. Dabei gilt die einfache Regel: Je weiter die Blende geöffnet ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Eine große Blende kombiniert mit langer Brennweite und ein möglichst weit von der Glasscheibe entferntes Objekt versprechen die besten Ergebnisse.
 

Fotografieren in der Praxis 03 / 2008

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1 Kommentare

Danke! Ein sehr hilfreicher Artikel !

von jacky
01. Oktober 2014, 17:05:02 Uhr

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