Reisefotografie - Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen, 93 Prozent greifen zur Kamera

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© Blende, Josef Schwarz, Fahrradrikscha

Fotografiert wird immer – im Urlaub aber geht die Zahl der Klicks noch einmal exponentiell in die Höhe, denn hier entdeckt man Neues im Sekundentakt. Neben dem Spaß an der Fotografie geht es beim Auslösen vorrangig darum, Erlebtes in Fotografien zu verankern und wie ein Eichhörnchen – das ja als Jäger und Sammler gilt – all das in Form von Bildern mit nach Hause zu nehmen. Wie Untersuchungen und auch die Prophoto-Verbraucherumfrage aus August 2013 belegen, darf trotz des Smartphones, das ja als „Immer-Dabei-Kamera“ gilt, die „richtige“ Kamera im Urlaub nicht fehlen. Für 93 Prozent der Befragten, so die Prophoto-Online-Verbrauchumfrage, an der über 1.100 Personen teilnahmen, geht die Kamera dementsprechend mit auf Reisen. Ihr vertrauen Konsumenten nicht nur mehr, sondern es sind auch die unendlich vielen Vorteile, wie zum Beispiel die kreative Bildgestaltung, die sie zu diesen Aufnahmegeräten greifen lassen.

Die Kameravielfalt ist beeindruckend und so findet jeder für sich das passende Aufnahmegerät nicht nur für die Urlaubsreise. Stehen sportliche Aktivitäten, wie beispielsweise Mountainbiketouren oder Wasserski, im Fokus, so bieten Action Cams die Möglichkeit, diese in Einzelbildern und Videosequenzen einfangen zu können. Markenzeichen der Outdoorkameras ist ihre Robustheit – sei es nun gegen Staub, Schmutz, Erschütterungen oder Wasser. Voraussetzung dafür ist ein versiegeltes Gehäuse, das – je nach Modell – sogar das Abtauchen bis zu Wassertiefen von 18 Metern gestattet. Konstruktionsbedingt sind dem Zoom klare Grenzen gesetzt, denn Objektivteile, die herein- und herausgefahren werden, gibt es bei diesen Kameras nicht. Diese Kamera sind bestens beispielsweise für Strandurlaube geeignet. Kompaktkameras, und hier jene mit einem großen Zoombereich, garantieren Anwendern einen großen fotografischen Spielraum, so dass man mit diesen Aufnahmegeräten für nahezu alle Aufnahmesituationen gut gerüstet ist. Kompakte System- und Spiegelreflexkameras sind durch die Option des Objektivwechsels die beste Wahl, denn sie lassen quasi keine fotografischen Wünsche offen.

Hat man sich vor dem Urlaub eine neue Kamera gegönnt, so sollte man sich, sofern es die Zeit zulässt, schon vor Beginn der Reise mit ihr und den wichtigsten Funktionen vertraut machen. Auf diese Weise findet man für sich auch schnell heraus, welches Zubehör eventuell noch benötigt wird.

Wichtiges Zubehör

Ein Kameragurt ist Pflicht, denn dieser erhöht nicht nur den Tragekomfort der Kamera, sondern ist auch ein wichtiger Schutz vor Stürzen, wenn die Kamera einem einmal entgleiten sollte. An genügend Speicherkarten sollte man in jedem Fall denken – unsere Empfehlung lautet lieber zwei, drei Speicherkarten mehr mit geringeren Speicherkapazitäten als eine mit großer Kapazität. Hintergrund: Zum einen können Speicherkarten auch einmal kaputt gehen und zum anderen kann man versehentlich auch einmal eine falsche Taste betätigen und dann sind alle Aufnahmen weg. An Ersatzakkus ist ebenfalls zu denken, denn wie eingangs erwähnt, wird im Urlaub noch intensiver fotografiert und gefilmt. Die Kameraausrüstung gehört natürlich in eine Fototasche beziehungsweise in einen Fotorucksack. Hier ist sie am besten geschützt und zudem bieten sie auch den besten Tragekomfort. Geht es in die Berge, so würden wir dem Fotorucksack den Vorzug geben – da hat man für die Wanderstöcke auch beide Arme frei. Empfehlenswert ist immer auch ein Stativ, es gilt als die dritte Hand des Fotografen und mit ihm lässt sich der fotografische Spielraum zusätzlich erhöhen. Sofern die Kamera über einen Blitzschuh verfügt, sollte auch an einen separaten Blitz gedacht werden. Diese sind wesentlich leistungsstärker als die eingebauten. Inwieweit man Filter mit in die Fotoreisetasche packt, hängt davon ab, ob die Kamera sozusagen filtertauglich ist, das heißt über ein entsprechendes Filtergewinde verfügt. UV-Filter schützen die Frontlinse am Objektiv vor ultraviolettem Lichteinfall. Die Fotografien gewinnen an Kontrast und Schärfe. Farbfehler lassen sich vermeiden. Pol-Filter, auch als Polarisationsfilter bezeichnet, werden aus unterschiedlichen Beweggründen in der Fotografie eingesetzt. So verhindern Pol-Filter unerwünschte Reflexionen von glatten, nichtmetallischen Oberflächen, wie beispielsweise Glas oder Wasser. Durch Pol-Filter kann die Grünwiedergabe von Laub und Gräsern gesteigert/verbessert werden, weil störende (blaue) Reflexe des Himmels teilweise unterdrückt werden. Auch der Himmel lässt sich durch Pol-Filter dunkler und kräftiger abbilden, da ein Großteil des hellen Himmels zurückgehalten wird. Dieser Effekt tritt besonders stark im Winkel von 90 Grad zur Sonne auf, bei anderen Winkelwerten geringer bis gar nicht. Oder nehmen wir den Regenbogen als Motiv. Je nach Stellung des Polfilters, kann dieser unterdrückt oder aber in seinen Farben intensiver abgelichtet werden. Grau-Filter, auch als Neutraldichtefilter bezeichnet, verringern die Lichtmenge, die durch ein Objektiv fällt. Der Farbcharakter bleibt dabei erhalten. Gerade bei großer Helligkeit setzen Fotografen auf Grau-Filter, weil dann mit einer weiter geöffneten Blende gearbeitet werden kann, was natürlich Einfluss auf die Schärfentiefe hat.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2014

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