Richtiges Posing - Als Fotomodell sich gekonnt in Szene setzten

So wird eine Fotografie zum echten Hingucker!

© gstockstudio - Fotolia.com
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Warum sehen Männer und Frauen in Hochglanz-Magazinen eigentlich immer so gut aus? Keine einzige Falte im Gesicht und kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen. Dass dies nicht immer der Wahrheit entspricht, lässt sich aber spätestens dann feststellen, wenn diese Person leibhaftig vor einem steht. Dass heutzutage vieles am Computer schön gerückt wird, ist wohl den meisten mittlerweile bewusst – Bildbearbeitung lässt grüßen.

Allerdings gibt es andererseits natürlich auch Models, die ohne Bildbearbeitung auf Fotos immer eine gute Figur machen, während sich Privatpersonen oft selbst nicht fotogen finden, ja oft sogar glauben, generell auf Fotos unvorteilhaft auszusehen. Und eben deshalb zieren sie sich vor dem Fotografieren und nehmen mitunter Reißaus, wenn die Kamera sie gerichtet ist. Ja, und dann ist da das Bedauern, denn eigentlich hätte man doch gern Bilder von sich. Auch, wenn man möglicherweise den Traummaßen – wer legt die eigentlich fest? – nicht entspricht, so lässt sich mit ein paar Tricks die „Schokoladenseite“ in den fotografischen Mittelpunkt rücken.

Auf die Pose achten

© Minerva Studio - Fotolia.com
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„Schnappschüsse sind die schönsten Bilder.“ Das mag durchaus stimmen, denn sie entstehen bekanntlich aus der Situation heraus und treffen die fotografierte Person unvorbereitet und dementsprechend spontan. Solche Aufnahmen gehören genauso zu einem wie die mehr oder weniger gestellten. Hier entscheidet mit ein gelungenes Posing mit den vier unterschiedlichen Optionen:

  • Sitzend
  • Stehend
  • Liegend
  • In Bewegung

In der Regel ist es am einfachsten, im Stehen zu posieren. Sitzend hingegen ist der Körper vielfach nicht genug gespannt, sodass der Rücken gekrümmt ist oder Fettpölsterchen beispielsweise schnell ungewollt zur Geltung kommen. Liegend zu posieren klingt simpel, ist aber eine Herausforderung, denn sehr schnell können die Aufnahmen ins Erotische abgleiten. In Bewegung zu posieren, ist sicherlich die schwierigste Aufgabe mit jedoch sehr lebendigen Aufnahmen. Unabhängig von der Wahl der Pose müssen Modell und Fotograf Hand in Hand arbeiten. Die Chemie muss einfach stimmen, denn das spiegelt sich in den Aufnahmen wider. Einige Profitipps zum Thema „Richtig Posieren“ verrät der Fotograf Perou in einem Interview mit der Glamour!.

Tipps für das richtige Posing für Männer und Frauen

Mit wenigen Kleinigkeiten ist es möglich, das sonst eher langweilige Foto aufregend zu gestalten:

Bei Posen im Sitzen:

© kiuikson - Fotolia.com
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  • Bauch anspannen
  • Hals strecken
  • Seitlich sitzen und mit dem Kopf leicht über die Schulter blicken
  • Mit einer Hand auf einem Tisch oder mit dem Ellenbogen auf dem eigenen Knie abstützen. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sich nicht zu fest abgestützt wird, um die Pose nicht krampfhaft wirken oder Abdrücke entstehen zu lassen.
  • Beine übereinander schlagen oder auf einer halben Pobacke sitzen, um die Beine nach hinten zu strecken.

Bei Posen im Stehen:

  • Leicht seitlich stehen, nie frontal zur Kamera. Dabei den Kopf leicht über die Schulter drehen
  • Ein Bein dem anderen voraus stellen oder ein Bein bis zu 90° anheben
  • Nicht im Hohlkreuz stehen
  • Arme und Finger locker hängen lassen

Allgemeine Posing-Tipps:

  • Lächeln! Nicht krampfhaft, sondern lieber vorher an etwas wirklich Schönes denken und dem Fotografen dann ein ehrlich gemeintes Lächeln schenken.
  • Direkt in die Kamera schauen. Ein gestellter Blick in die Ferne stellt für den Fotografen eine große Herausforderung dar.
  • Lippen leicht öffnen. Aber wirklich nur leicht, sonst könnte es schnell in ein ungewolltes „Duckface“-Foto ausarten
  • Vor dem Foto die Augen schließen. Danach sind die Pupillen nämlich automatisch größer und das wirkt auf Fotos viel besser.

Ein wenig vor dem Spiegel üben schadet übrigens nicht, um etwas mehr Sicherheit vor der Kamera auszustrahlen.

Die richtige Kleidung für das perfekte Foto

© Dasha Petrenko - Fotolia.com
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Die beste Pose nützt nichts, wenn die Kleidung nicht stimmt. Trägt man beispielsweise als Frau bevorzugt Hosen und soll nun in einem Abendkleid, in dem man sich nicht wohlfühlt, posieren dann werden die Aufnahmen keine Lockerheit ausstrahlen. Bringt man ein paar Kilos zu viel auf die Waage, dann sollte die Kleidung aus unserer Sicht nicht zu figurbetont, aber auch nicht zu weit gewählt werden. Letzteres kann einen massiger erscheinen lassen als man eigentlich ist. Durch die Wahl der richtigen Kleidung kann man sich auf Bildern schlanker „schummeln“. Das gelingt beispielsweise durch gedeckte Farben. Manche empfehlen Längsstreifen oder große Muster – wir sind kein Freund davon, denn erstes kann zu unschönen Effekten führen und letzteres kann von der Person ablenken. Damit die Beine länger wirken, greifen Frauen gern zu hohen Schuhen – aber Achtung, denn man muss sich in diesen auch wohlfühlen. Wenn die Füße schmerzen, dann ist der Gesichtsausdruck nicht entspannt.

Dass die Kleidung für gelungene Aufnahmen optimal sitzen muss, versteht sich von selbst. Während ein weites T-Shirt oder eine etwas zu große Hose bei Männern in der Regel einen lässigen Look erzeugen, kann dies bei Frauen eventuell eher schlampig und schlecht angezogen wirken. Da fülligere Menschen nicht den „Traummaßen“ entsprechen, haben sie vielfach größere Probleme, gut sitzende Kleidung zu finden. Happy Size hat sich fernab aufdiktierter Kleidergrößen für seine Kunden stark gemacht und gibt diesbezüglich, neben einer gezielten Figurberatung, viele einfach umzusetzende Tipps in einem umfangreichen Ratgeber, mit denen auch ein wenig korpulentere Personen eine tolle Figur machen. Unter anderem wird beispielsweise zu folgenden kleinen Handgriffen geraten, die sich sowohl im Alltag als auch auf dem Foto gut machen:

  1. Bei einem kräftigen Hals
    Poloshirts und Hemden sind hier bestens geeignet und engen nicht ein. Am besten wird zum V-Ausschnitt gegriffen.
  2. Bei kurzen Beinen sollte der Körper nicht auch noch zusätzlich optisch unterteilt werden, so wie es durch starke Kontraste der Fall wäre. Gut geeignet sind hingegen Waschungen und Strukturen in Längsrichtung, die den Körper zusätzlich strecken.
  3. Bei besonders groß gewachsenen Personen eignen sich hingegen Kleidung und Stoffe, die die Figur horizontal unterteilen und somit kleiner erscheinen lassen.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2015

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