Am Sonntag auf Safari - Im Zoo

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Moritz Maler

Wilde Tiere und auch exotische Pflanzen - Zoos bieten an jeder Ecke Fotomotive in Hülle und Fülle. Man muss also nicht unbedingt nach Afrika oder Asien reisen, um zu außergewöhnlichen Aufnahmen von Tieren zu gelangen. Der Lebensraum, der den Tieren heute in Zoos geboten wird, verspricht eine deutlich höhere fotografische Ausbeute. Die Kamera darf also bei einem Zoobesuch nicht fehlen.

Bridge- und Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich garantieren einen großen fotografischen Spielraum. Wer eine Spiegelreflexkamera mitsamt einer breiten Objektivpalette sein Eigen nennen darf, der ist klar im Vorteil, denn im Zoo gibt es Motive, die für die Makrofotografie geeignet sind, solche, die sich mit dem Weitwinkel einfangen lassen, und auch Motive nur für große Telebrennweiten. Vor allem Teleobjektive mit großer Anfangsblende eignen sich, Gitterstäbe aus dem Bild zu zaubern und auch über den Sicherheitsgraben im Freigehege hinweg, zu formatfüllenden Aufnahmen zu gelangen.

Beim Fotografieren durch ein Gitter sollte, wenn möglich, immer die größtmögliche Blende (kleinste Blendenzahl) zum Einsatz kommen. Gepaart mit einer großen Brennweite und geringer Distanz zum Gitter, kann dieses im Bild völlig verschwinden. Allerdings sollte keinesfalls die oft vor dem Gitter noch angebrachte Begrenzung überschritten werden. Der Platz dazwischen ist auch keine Aufstellfläche für das Stativ. Viele Raubtiere sehen diesen Bereich noch als ihr Revier an und reagieren entsprechend aggressiv.

Ein Stativ ist vor allem beim Fotografieren mit großen und schweren Objektiven eine große Hilfe. So kann sich der Fotograf ganz auf sein Motiv konzentrieren und muss nicht darauf achten, nicht zu verwackeln. Ein Kugelkopf garantiert dabei die nötige Bewegungsfreiheit, so kann auch den Bewegungen von Tieren leicht gefolgt werden. Auch bei Makrofotografien bietet ein Stativ die nötige Ruhe, um im Millimeterbereich scharf zu stellen. Ein Draht- oder Kabelauslöser verhindert zudem jedes Verwackeln beim Drücken des Auslösers.

Auch, wenn man vor einem Gehege steht, ist man mitunter dankbar, wenn man die Kamera nicht die ganze Zeit über halten muss und diese zumindest auf einem Einbeinstativ abstützen kann. Im Zoo ist oft Ausdauer gefragt, denn die Tiere machen nicht immer das, was der Fotograf sich von ihnen wünscht. Manchmal helfen nur wiederholte Zoobesuche. Die sind übrigens auch lohnenswert. Je nach Jahreszeit ist die Stimmung im Zoo unterschiedlich und das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Zu den Herausforderungen im Zoo gehört es, Aufnahmen in geschlossenen Gebäuden zu machen. Raubtiere, Affen, manchmal auch Elefanten, sind immer wieder in ihren Innengehegen. Dort muss der Fotograf versuchen, das künstliche Licht zu deuten und entsprechend einen Filter verwenden oder den Weißabgleich der Digitalkamera anpassen, um keine farbstichigen Aufnahmen zu erhalten. Blitzaufnahmen sind meist nicht gerne gesehen, im Zweifel sollte vorher nachgefragt werden.

Innen wie außen sollte ein schneller (hochempfindlicher) Film beziehungsweise eine höhere Empfindlichkeitseinstellung an der Kamera gewählt werden. Bei bewegten Motiven, also bei Tieren, sollte man sich außerdem für die Serienbildfunktion entscheiden, denn so entgeht einem kein Moment. Zudem darf der Ersatzakku ebenso wenig fehlen wie genügend Speicherkarten beziehungsweise Filme.

Wer im Zoo mit seiner Kamera unterwegs ist, der wird sich im Laufe der Stunden wundern, dass die Kameraausrüstung immer schwerer wird. Spezielle Kamerataschen sind ratsam, denn sie sind wesentlich leichter zu tragen als normale Taschen. Für lange Zoobesuche empfiehlt sich ein Kamerarucksack. Er bietet entsprechende Aufteilungen, so dass nichts durcheinander fallen kann und zudem sind viele Modelle mit einer Befestigungsschlaufe für Stative ausgestattet.
 

Fotografieren in der Praxis 01 / 2009

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