Schneefotografie

© Fotograf: Volkhard Wenzel, Schneebeladen, Photoglobus
© Fotograf: Volkhard Wenzel, Schneebeladen, Photoglobus
Die einen mögen ihn, die anderen hassen ihn – die Rede ist vom Winter mit seinen wundervollen Motiven, die an Pacht und Facettenreichtum gewinnen mit jeder gefallenen Schneeflocke. Kräftige Farben haben eher Seltenheitswert, dafür fast schon monochrome Muster Hochkonjunktur.

Schnee führt so manche Kamera aufs Glatteis, was zu nicht korrekt belichteten Aufnahmen führt, die entweder farbstichig sind oder grau und wenig anmutend wirken. Sofern die Kamera über das Motivprogramm für den Winter verfügt, wählt die Kamera in diesem Modus selbstständig die besten Einstellungen für Motive bei Eis und Schnee. Ob die Kamera damit richtig liegt, sollte der Fotograf prüfen, denn eventuell führen manuelle Einstellungen zu besseren Bildergebnissen, da die Kameraautomatik überfordert ist, wenn der Schnee beispielsweise die Wintersonne reflektiert. Dann wird die Belichtung von der Kamera zu weit heruntergesetzt mit dem Ergebnis, dass die Aufnahmen zu dunkel sind. Abhilfe schafft hier nur eine manuelle Belichtungskorrektur über den Knopf mit Plus-/Minus-Symbol beziehungsweise den Buchstaben EV (Exposure Value, Belichtungswert). Eine Korrektur um ein bis zwei Stufen führt zu optimal belichteten Aufnahmen. Den Weißabgleich sollte der Fotograf auch im Blick haben und sich nicht unbedingt auf die Automatik verlassen. Man kann manuelle Korrekturen vornehmen oder prüfen, ob Voreinstellungen für Tageslicht, Schatten, Wolken beispielsweise zu dem gewünschten Bildergebnis führen. Objektivfilter helfen, Fotos zu optimieren. UV-/Skylightfilter sind nicht nur ein guter Objektivschutz, sie beseitigen Dunst und Blaustich durch UV-Strahlen – besonders wichtig im Gebirge und an der See. Die Farben werden brillanter wiedergegeben, die Aufnahme erscheint schärfer. Polarisationsfilter beseitigen ebenfalls Dunst und UV-Strahlen. Mit diesen Filtern können polarisierende Lichtquellen ausgeschaltet werden. Sehr hilfreich ist auch die Sonnenblende, die vielfach auch als Gegenlichtblende bezeichnet wird. Sie wird auf das Objektiv aufgeschraubt und verhindert den unkontrollierten Einfall seitlichen Lichts. Dadurch steigert sie den Kontrast und hilft der Kamera, richtig zu belichten. Die Sonnenblende schützt zudem das Objektiv vor mechanischen Schäden, aber auch davor, dass beispielsweise Schneeflocken sich direkt aufs Objektivglas setzen.

© Fotograf: Anna Brüggemann, Winter im Harz, Photoglobus
© Fotograf: Anna Brüggemann, Winter im Harz, Photoglobus
Soll Schneetreiben fotografisch festgehalten werden, so wird bei Kameras mit eingebautem Blitz vielfach dieser aufgrund der Lichtverhältnisse aktiviert. Flocken in unmittelbarer Nähe werden dadurch viel zu hell ausgeleuchtet. Empfehlenswert ist es, den Blitz auszuschalten und lieber eine längere Belichtungszeit zu wählen, die mitunter dazu führen kann, dass die fallenden Flocken weiße Streifen hinterlassen. Eine weitere Option ist, den ISO-Wert zu erhöhen. Dies kann aber mit der Zunahme von Bildrauschen einhergehen. In jedem Fall sollte bei längeren Belichtungszeiten die Kamera auf einem Stativ ruhen, denn ansonsten sind die Aufnahmen verwackelt.

Die Kamera muss genauso vor Kälte geschützt werden wie die Fotografen. Ein ausgekühlter Akku verliert etwa die Hälfte seiner Kraft. Versagt der Akku seinen Dienst, so hilft es vielfach, ihn in der Hosentasche aufzuwärmen, dann sind anschließend noch ein paar Aufnahmen drin. In jedem Fall sollte man an Ersatzakkus denken. Extreme Kälte kann zu verfälschten Displayfarben führen, also nicht in Panik verfallen. Spätestens, wenn die Kamera wieder ins Warme kommt, gibt sich das. Jetzt kann sich allerdings Kondenswasser auf der Kamera bilden. Mit einem entsprechenden fusselfreien Tuch – bitte mit keinem Papiertaschentuch, führt zu Kratzern – lässt sich dies beseitigen und wodurch Schäden vermieden werden können. Sehr viele Fotografen gönnen ihrer Kamera ein Unterwassergehäuse, denn so kann Feuchtigkeit der Kamera nichts anhaben. Wird nicht fotografiert, so sollte man die Kamera am Körper unter der Jacke aufbewahren. Dies schützt sie vor Kälte. Fotografen sollten aber nicht nur ihre Ausrüstung im Blick haben, sondern auch sich selbst. Warmes Schuhwerk trägt ebenso zum Fotovergnügen bei wie warme Finger. Die Handschuhe sollten so gewählt werden, dass sie eine Bedienung der Kamera gewährleisten.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2012

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