Schwarzweißfotografie - Magie, die es in sich hat

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© Blende, Marco Schwarz, Go West

Betrachten wir in unserer bunten Welt Schwarzweißfotografien, so geht von ihnen ein ganz besonderer Reiz aus, selbst dann, wenn die Aufnahmen möglicherweise nicht 100-prozentig gelungen sind. Zahlreiche Fotografen beschreiben die Schwarzweißfotografie als die einzig wahre Fotografie. Sie zeigt den Moment frei von störendem Rest, so ihre Ansicht. Manche Fotografen gehen sogar noch einen Schritt weiter, denn für sie hat der Farbfilm der Fotografie die Magie genommen.

Wer sich der Schwarzweißfotografie hingibt, der sollte sich darüber bewußt sein, dass nicht jedes Motiv dafür geeignet ist. Die Schwarzweißfotografie liebt das Spiel mit Licht und Schatten. Klare Formen und Strukturen sind für die Schwarzweißfotografie prädestiniert. Die große Kunst besteht darin, farbige Motive in Schwarzweiß zu sehen. Dabei hilft es, Motive auf Graustufen zu reduzieren. Das Hauptmotiv sollte sich klar vom Rest trennen, denn man hat mit Schwarz – auch wenn wir im Kunstunterricht gelernt haben, es wäre keine Farbe – quasi nur eine Farbe und die muss umso geschickter eingesetzt werden, damit die Aufnahme eine klare Sprache spricht und es nicht zu sehr in ihr wuselt.

Einsteiger in die Schwarzweißfotografie können die Wirkung von Schwarzweiß mittels Bildbearbeitung testen, indem sie Farbbilder in Schwarzweiß umwandeln. Man erhält so schnell ein Gefühl dafür, welche Motive sich für die Schwarzweißfotografie eignen. Prinzipiell gilt, dass ein sehr gutes Farbfoto auch in Schwarzweiß funktioniert. Die Umwandlung einer Farbaufnahme in Schwarzweiß kommt vielfach auch dann zum Einsatz, um einer nicht so perfekten Aufnahme noch eine interessante Note zu verleihen. Dies ist sicherlich eine Option, wenn auch nicht die beste.

Für Schwarzweißfotografen gilt, in Schwarzweiß zu sehen und zu denken – gar nicht so leicht, wenn man seine Welt sonst nur farbig wahrnimmt. Hinzu kommt, dass einem zunächst auch die Praxis fehlt, welchen Grauton eine Farbe bei der Umwandlung in Schwarzweiß annimmt. Auf das Wechselspiel der Farben, die eine bestimmte Schwarzweißwirkung erzielen, kommt es auch noch an. Prinzipiell gilt, dass sich die Farben in der Schwarzweißfotografie klar voneinander abgrenzen sollten. Nehmen wir die Farbe Grün, die in der Natur in den unterschiedlichsten Nuancen vertreten ist. Grün lässt sich in der Schwarzweißkonvertierung als Farbkanal hervorragend ansteuern. Dies hat für den Fotografen den großen Vorteil, dass Grün sehr gut als Kontrast eingesetzt werden kann – man kann es bei der Konvertierung bis ins tiefe Schwarz ziehen, wodurch sich dann zum Beispiel die Person vor einer Hecke wunderbar von dieser abhebt.

Eine oft gestellte Frage ist, ob man im Schwarzweißmodus der Kamera fotografieren sollte oder mittels Bildbearbeitung Farbaufnahmen in Schwarzweiß umwandelt. Aus unserer Sicht erhält man deutlich bessere Bildresultate, wenn letztgenannter Weg beschritten wird.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2012

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