Sportfotografie - Schnelle Kameras und Teleobjektive sind die halbe Miete

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© Blende, Michaela Wendland, Sportlich mundtot

Wir sind umgeben von atemberaubenden Sportaufnahmen. Auf der Hand liegt da sicherlich, den Sportfotografen das Wasser reichen zu wollen und sich diesen Bereich der Fotografie zu erschließen. Mit entscheidend in der Sportfotografie ist die Ausrüstung – da beißt die Maus keinen Faden ab. Wir fragen uns immer, mit welchen Aufnahmen Verbraucher heimkehren, wenn sie im Fußballstadion beispielsweise das Smartphone in die Höhe halten, um ihre Idole zu fotografieren. Diese Bilder haben bestimmt einen Erinnerungswert, das möchten wir ihnen auch nicht streitig machen, aber zu erkennen ist auf ihnen nicht viel. Mit Kompaktkameras, die über ein sehr ordentliches Zoomobjektiv verfügen, ist man in jedem Fall schon einmal besser beraten. Das Optimum erhält man jedoch nur mit kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras und dem Einsatz entsprechender Teleobjektive. Mit diesen lassen sich Distanzen überbrücken, und das ist in der Sportfotografie, sei es nun in der Leichtathletik, beim Fußball beziehungsweise Wasserballett oder bei der rhythmische Sportgymnastik, mit das A und O. Schnell sollte die Kamera auch sein. In Bezug auf die Kamerageschwindigkeit haben sich in den letzten Monaten wahre Quantensprünge vollzogen. Wie „lahm“ eine Kamera ist, die man beispielsweise vor drei oder fünf Jahren angeschafft hat, wird einem so richtig bewusst, wenn man eine aktuelle Highspeed-Kamera in den Händen hält. Dazwischen liegen Welten und man wird mit seiner „alten“ nicht mehr fotografieren wollen.

Die Sportfotografie ist so vielfältig wie beispielsweise die Straßenfotografie, die oftmals auch als Street-Fotografie bezeichnet wird. Entsprechend dieser Tatsache kann man nichts Allgemeingültiges dazu sagen, welche Telebrennweite nun die beste ist. Drei Faktoren sind in jedem Fall für die Wahl der Telebrennweite entscheidend: die Entfernung zwischen Fotograf und Motiv, die gewünschte Größe des Motivs beziehungsweise der favorisierte Bildausschnitt und die Größe des Kamerasensors.

Die Profis unter Ihnen mögen es uns nachsehen, aber für unsere Einsteiger, die sich mit der Technik nicht so intensiv auseinandersetzen möchten ein kleiner – hoffentlich verständlicher – Exkurs zum Thema Kamerasensor. Je nach Kameramodell sind diese mit Sensoren unterschiedlicher Größe ausgestattet. Die Sensorgröße bestimmt zusammen mit der Brennweite den jeweiligen Bildwinkel eines Objektivs. Je größer der Sensor ist, desto länger muss die Brennweite sein, um auf den gleichen Blickwinkel zu kommen. Ist man in Besitz einer Kamera mit einem Vollformatsensor, so muss man Objektive mit einer Brennweite von 200 mm bis 400 mm oder gar 300 mm bis 800 mm zurückgreifen, um den Sportler auch ganz nah ablichten zu können. Fotografiert man hingegen mit einer Kamera mit einem APS-C Sensor, so erreicht man bei gleicher Brennweite einen um den Faktor 1,5 engeren Bildwinkel und bei einer Kamera mit einem Sensor im Four-Thirds-Format ist der Winkel sogar doppelt so eng. In der Praxis bedeutet dies, dass bei Kameras mit APS-C Sensor Objektive mit einer Brennweite von 70 mm bis 300 mm und bei Four-Thirds-Kameras Objektive mit Brennweiten von 90 bis 250 mm meist ausreichend sind.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2013

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1 Kommentare

Sportfotografie ist nicht allzu schwer wenn man ein gutes Objektiv und ein gutes Auge hat! Ich konnte mir 1 Tag lang das Sigma 120-300 2,8 (das neue) ausborgen, ein Traum! Hab sehr schöne Fotos damit gemacht! Ich bin aber eher mehr der Festbrennweitentyp, obwohl das wirklich ein Sahnehäubchen ist, muss man sagen!

von Alex
17. August 2013, 20:38:31 Uhr

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