Straßenfotografie - Motive wie Sand am Meer, schnelle Kameras zeichnen sich aus

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© Blende, Joachim Radtke, auch das ist Transport im 21. Jahrhundert

Die Straßenfotografie, oftmals auch als Street Photography bezeichnet, ist ein Eldorado an Motiven für jeden, der über ein Aufnahmegerät verfügt und dieses natürlich auch mit sich führt. Das ist Grundvoraussetzung. Wer nun aber meint, dass beispielsweise ein Tablet das richtige Aufnahmegerät für dieses Sujet ist, der irrt. Unbequemer und unhandlicher kann die Fotografie nicht sein und wirklich Spaß kommt da nicht auf. Fotografen geben zugegebener Maßen oftmals keine gute Figur bei ihrer Motivjagd ab – Tabletfotografen geben aber eine so viel schlechterer Figur ab, und das sieht man den Aufnahmen zudem auch noch an. Das Smartphone, als Immer-Dabei-Kamera, ist da natürlich wesentlich handlicher als ein Tablet. So vorteilhaft auf der einen Seite die Kleinheit ist, so ist sie beim Fotografieren auch ein großer Nachteil. Zudem stößt man mit Smartphones schnell an seine fotografischen Möglichkeiten, auch, wenn die Fotofunktionen in der letzten Zeit deutlich verbessert wurden und durch Zubehör sowie entsprechende Foto-Apps erweitert werden können. Die Sache mit dem Verkanten, den Problemen mit der geraden Ausrichtung und der Unhandlichkeit, zum Beispiel beim Auslösen, ist bei Smartphones einfach da und wirkt sich vielfach auf die Bildqualität aus. Wirkliches Fotovergnügen garantieren Kompaktkameras mit einem ordentlichen Zoombereich von mindestens 10-fach, die gut in der Hand liegen. Ist ein größerer Zoombereich gewünscht, so garantieren dies die sogenannten Bridgekameras, die auch als Superzoomkameras bezeichnet werden. Kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras bieten den größten fotografischen Spielraum. Diese Kameras sind wie die Bridgekameras zwar schwerer, aber mit einem ordentlichen Kameragurt fällt das nicht wirklich ins Gewicht. Wer der Straßenfotografie mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera nachgeht, der ist mit einem leichten Teleobjektiv gut beraten. Interessant, aber das hängt natürlich von der Intention ab, ist auch der Einsatz von Weitwinkel- oder beispielsweise Fisheyeobjektiven. Auch wenn es selbstredend ist, so gehört der Kameraakku geladen – ein Ersatzakku ist von Vorteil – und die Speicherkarte sollte genügend Bilder abspeichern können. Auch hier empfiehlt sich ein Ersatz.

Wie eingangs schon erwähnt, garantiert die Straßenfotografie Motive wie Sand am Meer. Ob wir sie jedoch mit der Kamera aufspüren, ist eine andere Sache. Ohne auf die menschliche Psyche näher eingehen zu wollen, kann man von sich keine atemberaubenden Straßenimpressionen erwarten, wenn man beispielsweise Stress hat oder in Eile ist. In diesem Moment ist man nicht offen für Motive und die Gedanken sind ganz woanders. Auch sollte man die Erwartungshaltung an sich nicht zu hoch stellen und beispielsweise davon ausgehen, dass man mit 20 oder mehr „Knallerbildern“ nach Hause kommt. Wie so oft in der Fotografie führt gerade in der Straßenfotografie der Zufall Regie.

Die Augen sollten bei der Straßenfotografie wachsam und die Kamera natürlich schussbereit sein. Klar von Vorteil ist, wenn man im Besitz eines aktuellen Kameramodells ist. Hier gehört die Auslöseverzögerung schlichtweg der Vergangenheit an. Zudem sind die Kameras nach dem Anschalten sehr viel schneller auslösebereit, interne Verarbeitungsprozesse, wie die Speicherung der Bilder, sind so rasant, dass quasi gleich die nächste Aufnahme erfolgen kann. Aber auch die Scharfstellung geht schneller und bei den Motivprogrammen hat sich eine Menge getan, die einem das fotografische Leben erleichtern.

Zurück zu den Motiven – hier kann man für alles wie beispielsweise Architektur, Menschen, Cafés, Parkbänke, Geschäfte, Spielplätze offen sein. Man hat natürlich auch die Option, einen bestimmten Bereich in den Fokus zu rücken. Das können Menschen sein, aber ebenso Graffiti- oder Plakatwände, Dixi-Boxen, Straßenschilder, Haltestellen, Plätze, Türen, Vorgärten oder was auch immer.

Manche Fotografen entscheiden sich bei der Straßenfotografie dafür, immer die gleiche Wegstrecke zu gehen und Motive aufzuspüren. Andere wiederum brauchen die Inspiration des Neuen. Hier ist es vielfach wesentlich einfacher, Motive für sich zu entdecken, denn Gewohntes lässt unsere Blicke abstumpfen.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2013

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