Tablet PCs - Tafelfreuden der Fotografie
Fotografisches und filmerisches Notizbuch

Tablet PCs - Tafelfreuden der Fotografie
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Manche werden sich noch an sie erinnern, manche kennen sie vom Hörensagen, aus Geschichten der Großeltern, aus alten Kinderbüchern oder Filmen: die gute alte Schreibtafel, meist eine Schiefertafel, auf der die Kinder mit Kreide das Schreiben lernten. Die Schreibtafeln unserer Zeit sind die Tablet PCs, auf denen immer öfter Menschen nicht nur das Schreiben, sondern die ganze Welt modernster Kommunikationsformen neu entdecken, darunter auch die Fotografie.

Tablets sind in diesem Jahr – wie auch Kameras mit Wechseloptik – wieder der Renner. Sie begegnen einem tagtäglich: Im Café, am Flughafen, in der Bahn, bei geschäftlichen und privaten Treffen. Tablets sind Kommunikationsterminal, persönliches Archiv, Informationsquelle und Entertainment-Tool. Sie können (fast) alles, was ein Smartphone kann, und zudem noch einiges mehr und – abgesehen vom Telefonieren – auch besser. Vor allem aber hat man mit ihnen seine Bilder immer dabei und zudem kann man mit ihnen auch fotografieren und Videos aufnehmen. Tablets sind sozusagen unser fotografisches und filmerisches Notizbuch. Die Aufnahmen lassen sich direkt mit dem Gerät per Touchscreen-Bedienung komfortabel sortieren, bearbeiten, ins Internet stellen oder in der Cloud archivieren. So wird selbst die Gefahr, dass im entscheidenden Augenblick beim Vielfotografieren einmal die Speicherkapazität knapp wird, ausgeschlossen.

Wie bei Smartphones basiert ihre Funktionalität auf eigenen Betriebssystemen, wie beispielsweise iOS von Apple, Android von Google oder Windows 7 von Microsoft. Auch sie können mit sogenannten Apps (Applications), wie die Anwendungen, die auf ihnen laufen, verkürzt genannt werden, gefüttert werden. Damit lassen sich Arbeitsvorgänge, vereinfachen, standardisieren und beschleunigen. Die Appstores in den speziellen Downloadshops im Internet bieten sie tausendfach und für praktisch jede Aufgabe an.

Die integrierten Kameras der Tablets oder Pads werden zwar immer besser – für aufwändig gestaltete Fotos oder Videos sind sie jedoch nur bedingt geeignet. Wer zudem schon einmal mit seinem Tablet fotografiert hat, weiß, dass es nicht gerade gut in der Hand liegt. Dennoch hat es schon einen besonderen Reiz, wenn jemand wie der prominente Modedesigner Karl Lagerfeld im Fernsehen bei Markus Lanz sein Tablet nutzt, um mit dem „Brett vor dem Kopf“ das Geschehen im Bild festzuhalten.

In erster Linie waren die in Tablets integrierten Digitalkameras als Webcams gedacht, die sich für fotografische und filmische Notizen nutzen lassen. Mit wachsenden Auflösungen bis zu acht und mehr Megapixel sind aber schon Filme in HD und Fotos in ausreichender Printqualität erreichbar. Inzwischen gibt es Tablets mit zwei Kameras, einer vorn und einer hinten. Die Kamera auf der Frontseite dient zum Fotografieren und Filmen, wobei der Nutzer die Kontrolle über das große Display vornimmt. Die vordere Kamera kann für Videokonferenzen oder Telefonate mit Skype und Ähnliches genutzt werden.

Für die Bearbeitung von Fotos und Filmen bieten die App-Entwickler eine schier endlose Anzahl an Spezialanwendungen für die Bildoptimierung, für überraschende Effekte, für mehr oder weniger aufwändig gestaltete Umrandungen, für den Videoschnitt per Fingerzeig und die Bildübertragung in die Social-Media-Netzwerke an. Zum größten Teil sind diese Mini-Anwendungen preiswert und dennoch recht leistungsstark. Doch Tablets können nicht nur die eigene, eingebaute Kamera steuern. Mit der entsprechenden App, ist es beispielsweise auch möglich, digitale Spiegelreflexkameras fernzusteuern oder die im TV-Gerät verbaute Webcam zu nutzen.

Wer professionell auf dem Tablet arbeiten möchte, der sollte sich nicht mit einem Gerät, das ausschließlich die Touchscreen-Bedienung bietet, zufrieden geben. Viele Tablets bieten zusätzlich zur praktischen Antipp- und Fingerspreiz-Bedienung auch die Möglichkeit einen Stift, auch als Pen bezeichnet, zu verwenden. Dies hat den Vorteil, dass man deutlich präziser arbeiten kann, beispielsweise um Bilddetails genauer zu markieren, die mit der Bearbeitung optimiert werden sollen. Zudem lassen sich so auch über die Schrifterkennungsfunktion handschriftliche Notizen eingeben.

Eine weitere wichtige Funktion der Tablets, die sich wie ein großer Notizblock überallhin mitnehmen lässt, ist die Bildpräsentation. Mit ihnen lassen sich Fotos im kleinen Kreis gemeinsam anschauen, Vorträge halten, bei denen die Bilder direkt drahtlos zum Projektor oder auf einen TV-Screen gebeamt werden, oder in der Freizeit Bücher lesen und Filme anschauen.

Die Vielfalt der angeboten Tablets macht die Wahl und auch Empfehlungen schwierig. Deshalb sollte vor dem Kauf gründlich überlegt werden, für welche Anwendungen die praktischen Begleiter schwerpunktmäßig genutzt werden sollen. Welche Apps das verwendete Betriebssystem zur Verfügung hält, welche Screen-Größe benötigt und nicht zuletzt auch, welche Ansprüche an die Foto- und Videoqualität gestellt wird. Akku-Laufzeit, Speicherkapazität, Rechenleistung, Schnittstellen und Audio-Funktionalität sind ebenso Kriterien, die gründlich überdacht werden sollten. Vor allem aber sollte man die Qualität des Displays prüfen. Als vornehmlich mobil genutztes Gerät sollte es auch bei hellem Umgebungslicht ein scharfes, brillantes Bild zeigen.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2012

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