Tageslichtfotografie - Gegenlicht

Auch, wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind, so hat das Licht im Tagesverlauf unterschiedliche Qualitäten, die natürlich dementsprechend maßgeblichen Einfluss auf die fotografische Wirkung von abgelichteten Motiven haben. Im Verlauf eines Tages verändert sich nicht nur die Lichtintensität, -farbe und –winkel, sondern auch die Lichtrichtung. In der Fotografie ist in Bezug auf den Kamerastandpunkt von Seitenlicht (rechts/links), Streiflicht (extremes Seitenlicht), Gegenlicht (Fotografie, die in Lichtrichtung aufgenommen wird) oder von Rückenlicht – vielfach auch als Vorderlicht bezeichnet – (aus der Blickrichtung des Fotografen) die Rede.

Gegenlicht

© Fotograf: Marlen Mansfeld, Sunset, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Marlen Mansfeld, Sunset, Blende-Fotowettbewerb
Missachten Sie die Worte, man sollte als Fotograf das Gegenlicht meiden. Wie es zu diesem Ammenmärchen gekommen ist, wissen wir nicht. Das Gegenlicht garantiert Ihnen nicht nur unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch beeindruckende Aufnahmen, denken wir beispielsweise an Silhouetten. Diese leben von einem hohen Kontrast mit intensivem Schwarz bis hin zu überstrahlten nahezu weißen Flächen.

Die größte Herausforderung bei Gegenlichtaufnahmen besteht darin, die richtige Belichtung zu finden. Grund hierfür ist nicht die Unzulänglichkeit des Fotografen, die der Kamera, sondern der enorme Kontrast. Bei Gegenlichtaufnahmen empfiehlt sich eine Belichtungsreihe. Man kann aber auch auf die Spotmessung zurückgreifen und misst verschiedene Bildteile einzeln aus. Anschließend wählt man aus den so ermittelten Belichtungswerten einen Mittelwert und probiert es damit. Ist eine scherenschnittartige Wirkung gewünscht, so sollte auf die hellen Bildbereiche belichtet werden.

© Fotograf: Elke Schandl, Meerjungfrauen, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Elke Schandl, Meerjungfrauen, Blende-Fotowettbewerb
Gegenlichtfotografie geht oftmals auch einher mit unerwünschter Kontrastminderung bei Streulicht. Gegenlichtblenden – auch als Streulicht- beziehungsweise Sonnenblenden bezeichnet – gelten als wichtiges Hilfsmittel, die die unerwünschte Kontrastreduktion aber auch Blendenflecken verhindern. Hochwertige Objektive sind meist mit einer Gegenlichtblende ausgestattet. Ist das nicht der Fall, so sind Gegenlichtblenden in Form starrer Tuben aus Metall oder Kunststoff sowie als faltbare Gummiblenden im Handel für nahezu alle handelsüblichen Objektive erhältlich. Wichtig ist, dass Objektiv und Gegenlichtblende eine Einheit bilden, da sich sonst Abschattungen (Vignettierung) an den Bildrändern bilden können (wenn die Gegenlichtblende für eine größere Brennweite konstruiert ist) oder im umgekehrten Fall, die Wirkung der Gegenlichtblende zu gering ist. Die Montage erfolgt mittels Schraubgewinde, Bajonettanschluss oder durch Aufstecken. Bei Kompaktkameras mit versenktem Zoomobjektiv in der Ruhestellung ist die Montage der Streulichtblende meist nur mit speziellem Zubehör oder gar nicht möglich. Verfügt die Kamera über einen optischen Durchsichtssucher, so kann die Gegenlichtblende in das Sucherbild hineinragen.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2013

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