Teleobjektive - Wie gelingen plakative zweidimensionale Anmutungen?

Setzen sich Fotografien aus mehreren Objekten zusammen, so bedeutet dies, dass diese in einem Verhältnis zu einander stehen. In welcher Art und Weise dies der Fall ist, hängt von der Intention ab, die man mit seiner Aufnahme verfolgt. Dem „Blende“-Teilnehmer Karl-Heinz Waffenschmid ging es in seiner eingereichten Wettbewerbsaufnahme „First Meeting“ in erster Linie darum, sein Erlebnis beim Zusammentreffen der beiden Diven im Hamburger Hafen nach Fertigstellung der Elb Philharmonie festzuhalten. Seine Aufnahme ist ein Hinkucker, was nicht nur den abgebildeten Objekten geschuldet ist. Auch wenn der Wettbewerbsbeitrag ein Abbild der Realität ist, so weicht er doch von dieser aufgrund der Dimensionsverschiebungen ab. So ist das Abbild der Elb Philharmonie deutlich kleiner als in Wirklichkeit.

© Fotograf: Karl-Heinz Waffenschmid, First Meeting, Blende-Fotowettbewerb
Karl-Heinz Waffenschmid, First Meeting, Blende-Fotowettbewerb

Der Blickwinkel

Als Fotograf hat man durch seinen Blickwinkel und die entsprechende Wahl der Optik direkten Einfluss auf die Wirkung von Objekten. So lassen sich mit Teleobjektiven nicht nur Distanzen überbrücken, sondern Motive verdichten. Je größer die Brennweite von Teleobjektiven ist, desto herausfordernder ist jedoch die Fokussierung.

Je länger die Brennweite des Teleobjektivs ist, desto kleiner ist der sichtbare Schärfentiefenbereich. Hat man zwei Bildelemente auf die es ankommt, so müssen diese nah beieinanderliegen, sollen sie beide scharf abgelichtet werden. Gestalterisch überaus interessant ist auch die Darstellung von unterschiedlich weit entfernten Bildelementen, die proportional nicht all zu unterschiedlich abgebildet werden. Die Aufnahmen wirken durch ihre zweidimensionale Anmutung sehr plakativ. Bei der Bildbetrachtung ist man der Auffassung, dass die Bildelemente recht nah zueinander stehen – in Wirklichkeit waren sie mehrere Meter weit auseinander.

Tipp:

Leichte Teleobjektive gehören zur Grundausstattung eines jeden Fotografen. Sie finden überall in der Fotografie ihren Einsatz. Wenigstens im Besitz eines leichten Teleobjektivs sollte jeder sein, der mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera unterwegs ist. Ist das Steckenpferd die Tier- oder Sportfotografie, dann sind längere Brennweiten anzuraten. Um für sich die bestmögliche Brennweite in Erfahrung zu bringen lohnt es sich, den Fotofachhändler aufzusuchen. Immer mehr von ihnen bieten inzwischen auch die Option, sich Objektive für den Praxistest gegen Gebühr ausleihen zu können.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende.

Die Vorbereitungen zur 44. Wettbewerbsrunde mit „Blende 2018“ laufen auf Hochtouren. Spätestens im April/Mai 2018 werden die Themen bekanntgegeben und dann steht auch fest, über welche Zeitung aus dem gesamten Bundesgebiet man teilnehmen kann.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 01 / 2018

1 Kommentare

Manchmal kann man auch Glück haben. Am 11. Februar 2017 stand ich abends der Elbphilharmonie gegenüber, Kamera, Stativ und Kabelauslöser dabei, als die Aida gaaaanz langsam vorbei zog. Ich konnte mit einem 50mm-Objektiv an der Nikon D810 "Elfi und Aida" formatfüllend aufnehmen. So ist das, wenn man auf der Jagd ist: manchmal kommt man mit einer unverhofften Beute heim.

Elke Glatzer

von Elke Glatzer
24. Januar 2018, 17:17:16 Uhr

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