Tierfotografie - 10 Fototipps Tipps für bessere Aquarien-Bilder

Ein Aquarium ist ein wunderbar beruhigender Einrichtungsgegenstand. Und er bietet Fotomotive en masse. Aber wie immer, wenn durch Glasscheiben fotografiert werden soll, ist das nicht so einfach. Denn Glasscheiben spiegeln und machen auch noch ein paar andere Probleme. Unmöglich sind gute Fotos von Aquarienfischen aber nicht, hier sind zehn Tipps für bessere Bilder aus dem heimischen Becken.

  1. © Fotograf: Axel Gutjahr, Aqaurium- eine faszinierende Unterwasserwelt, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Axel Gutjahr, Aqaurium- eine faszinierende Unterwasserwelt, Blende-Fotowettbewerb
    Putzen Sie die Scheiben Ihres Aquariums, am besten von außen und von innen. Schmutz auf den Scheiben kann zwar fast verschwinden, aber eben nur fast, insbesondere wenn Sie zusätzlich Licht aufs Motiv geben. Achten Sie vor allem darauf, dass Sie außen auf dem Aquarium keine Streifen oder Schlieren haben.

  2. Gehen Sie nah ran. Ganz nah! Es sollte, wenn möglich, kein Platz mehr zwischen Objektiv und Scheibe sein. Seien Sie dabei vorsichtig, dass Sie nicht die Frontline Ihres Objektivs zerkratzen. Eine Gegenlichtblende aus Gummi ist ideal für solche Fotos. Mit einer normalen Gegenlichtblende können Sie aber auch arbeiten. Versuchen Sie nicht, von oben in das Wasser zu fotografieren, um die Scheibe zu umgehen.

  3. © Fotograf: Ralph Ortmueller, Rotfeuerfisch / Aquarium, Photoglobus
    © Fotograf: Ralph Ortmueller, Rotfeuerfisch / Aquarium, Photoglobus
    Sorgen Sie für ausreichend Licht. Wenn Ihre Fische nicht allzu träge sind, sollten Sie mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten können. Zwar liefert mitunter auch die Aquariumbeleuchtung ausreichend Licht, wegen des verschobenen Farbspektrums von Leuchtstoffröhren sollten Sie aber lieber darauf verzichten und stattdessen zu Bewährtem greifen: zum Blitz.

  4. Blitzen Sie nicht von vorne durch die Glasscheibe. Wenn Sie Glas frontal anblitzen, entstehen Reflexionen, die kaum zu kontrollieren sind. Der ideale Platz für den Blitz ist deshalb über dem Aquarium, im Notfall auch seitlich davon. Das setzt aber voraus, dass Sie entweder ein Blitzgerät haben, das sich entfesselt auslösen lässt, oder einen Studioblitz. Ideal sind zwei Blitze von links und rechts oben.

  5. © Fotograf: Christopher Pütz, Die Luft ist raus., Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Christopher Pütz, Die Luft ist raus., Blende-Fotowettbewerb
    Schalten Sie das Raumlicht aus. Licht an der Decke oder solches, das zum Fenster hereinscheint, kann sich in den Scheiben spiegeln. Noch schlimmer ist ein Aquarium, das halb in der Sonne steht. Nicht nur, dass Sie so vielleicht verschiedene Farbtemperaturen in einem Foto haben, um den Unterschied zwischen hell und dunkel wegzublitzen, braucht es schon ordentlich Power. Schließen Sie lieber die Fensterläden und stellen sie das Einstelllicht der Blitze heller, damit Sie noch etwas sehen.

  6. Blenden Sie ab! Drehen Sie lieber die Leistung des Blitzes auf und schließen Sie dafür die Blende. Wenn Sie mit dem Objektiv ganz an der Aquariumscheibe sind, haben Sie nur noch wenig Schärfentiefe. Vergrößern Sie also den Schärfebereich durch Abblenden.

  7. © Fotograf: Jutta Skroch, Fisch, Photoglobus
    © Fotograf: Jutta Skroch, Fisch, Photoglobus
    Gestalten Sie Ihr Bild. Sie können natürlich an irgendeiner x-beliebigen Stelle im Aquarium fotografieren, aber vielleicht macht es mehr her, wenn eine Wasserpflanze den Rand bildet und vielleicht unten noch ein wenig vom Kies zu sehen ist, um das Bild mit einem natürlichen Rahmen zu begrenzen. Auf jeden Fall sollten die Fische aber nicht im Foto gegen die Beckenwand schwimmen.

  8. Wie sieht eigentlich der Hintergrund aus? Wenn Sie von oben ins Aquarium blitzen reicht schon ein schwarzer Karton, um für einen neutralen Hintergrund zu sorgen. Auf keinen Fall sollten dort irgendwie halbe Menschen im Bild zu sehen sein oder ein Fernseher, achten Sie vor allem dann darauf, wenn das Aquarium als Raumteiler eingesetzt wird.

  9. Wie bei allen Tieren, ist auch bei Aquarienfischen Geduld gefragt. Es ist ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen, den Fischen im Becken nachjagen zu wollen. Besser ist es, eine ideale Stelle für Fotos auszusuchen und dann zu warten. Wer die nötige Geduld hat, wird so zu besseren Bildern kommen.

  10. Am besten für solche Aufnahmen ist eine Spiegelreflex- beziehungsweise kompakte Systemkamera geeignet, im Idealfall in Verbindung mit einem Makro-Objektiv. Allerdings lassen sich Aquarienaufnahmen auch mit Bridgekameras (Superzoomkameras) machen, wenn diese einen entsprechenden Nahaufnahmemodus haben. Außerdem sollten sie, wie schon erwähnt, externe Blitzgeräte unterstützen. Wenn Sie entsprechend geduldig sind, kann die Kamera ganz schön schwer werden. Stellen Sie sie auf ein möglichst stabiles Stativ. Dann wird die Foto-Session nicht so anstrengend. Außerdem können sie sich dann auch voll auf das Scharfstellen konzentrieren.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2014

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