Tierfotografie: Hunde in Bewegung - Wie kommt man zu scharfen Aufnahmen?

Bilder sind es, die für die Fotografie werben und die dazu motivieren, sich immer wieder neuen fotografischen Themengebieten zu stellen. Ein solches ist Hunde in Bewegung, wenn sie auf einen zugerast kommen. Dem „Blende“-Teilnehmer Michael Milfeit ist mit seinem Wettbewerbsbeitrag „Single-minded“ eine Aufnahme gelungen, die Außenstehende motiviert, ihren Vierbeiner auch in dieser Dynamik verewigen zu wollen. Aktuelle Kameratechnik liefert dafür die perfekten Voraussetzungen, so dass auch den fotografisch weniger Versierten richtig tolle Aufnahmen voller Dynamik von ihrem Vierbeiner gelingen.

© Fotograf: Michael Milfeit, Single-minded, Blende-Fotowettbewerb
Michael Milfeit, Single-minded, Blende-Fotowettbewerb

Welche Kamera eignet sich für scharfe Hundebilder?

Eine Kamera ist Voraussetzung, denn mit dem Smartphone als Aufnahmegerät wird man – auch wegen des Handlings – verzweifeln. Hinzu kommt, dass Smartphones nicht das Spiel mit Schärfe und Unschärfe zulassen, so dass alles scharf ist und man den Vierbeiner nicht scharf vor unscharfem Hintergrund hervorheben kann. Für die Kamera, und zwar die hochwertigen Kompaktkameras, die kompakten System- und Spiegelreflexkameras, sprechen zudem deren Funktionsumfang und auch die große Bandbreite der Einflussnahme mit dem Spiel von Zeit und Blende. In Vorteil ist natürlich jeder Fotobegeisterte, der über ein recht aktuelles Kameramodell mit einer schnellen Serienbildfunktion oder beispielsweise 4K verfügt.

Was gilt es, während der Aufnahme zu beachten?

Der Aufnahmestandort sollte nach Möglichkeit auf Augenhöhe des Hundes sein – die Schärfe muss auf den Hundeaugen liegen. Also ab in die Knie oder sich gar auf den Boden hinlegen. Manuell gilt es, auf einen Punkt auf der Wegstrecke des Hundes zu fokussieren. Die Belichtungszeit sollte bei 1/1.000 oder noch kürzer liegen und der Serienbildmodus aktiviert sein. Eine Brennweite von 70 mm, bezogen auf Kleinbild, gestattet das formatfüllende Ablichten. Mit einer kürzeren Brennweite steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Vierbeiner abbremsen muss, bevor er das Bild ausfüllt oder gar schon vollkommen aus diesem herausgerannt ist. In der Wiederholung wird der Bilderfolg liegen – selbst wenn man perfekt vorbereitet ist, braucht es mehrerer Anläufe, bis man seinen Vierbeiner so perfekt wie der „Blende 2017“-Teilnehmer Michael Milfeit eingefangen hat. Gerade wenn der Serienbildmodus aktiviert ist und man über diesen schnell 200 bis 300 Aufnahmen im Kasten hat, ist an wenigsten eine Ersatzspeicherkarte und einen Reserveakku zu denken.

Einen Vierbeiner voller Dynamik im vollen Spurt wirkungsvoll in Szene zu setzen, setzt eine feste Bindung zu ihm voraus und dass er aufs Wort gehorcht. Große Wiesen oder der Strand bieten sich als Locations perfekt an. Von Wäldern ist in jedem Fall abzuraten, denn hier kann je nach Region Leinenpflicht bestehen und der Jagdpächter sieht freilaufende Hunde gar nicht gerne. Leckerlies dürfen natürlich nicht fehlen – zwischendurch einfach auch mal etwas anderes mit dem Hund machen, denn ansonsten wird ihm möglicherweise langweilig.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2018

1 Kommentare

Was ist mit der blende? Wo soll der liegen ? Bei 5.6 oder weniger . Gruss

Verner Baumann

von Verner Baumann
19. Januar 2018, 09:11:40 Uhr

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