Tierfotografie: Warum Flamingos dankbare Fotomotive sind

Welche Kameraeinstellungen ratsam sind

Die freie Wildbahn und Zoologische Gärten bieten mit ihrer Tiervielfalt ein großes Spektrum an Motiven für jeden Fotobegeisterten. Flamingos sind immer wieder beliebte Fotoobjekte. Sie kommen in Süd-, Mittel- und Nordamerika sowie Europa, Afrika und Südwestasien vor. Der einzige Vertreter der Ordnung, dessen natürliches Verbreitungsgebiet sich auch auf Europa erstreckt, ist der Rosaflamingo. Er kommt an der Atlantikküste Spaniens und Portugals sowie entlang des Küstenbereichs des Mittelmeers und auf einigen Mittelmeerinseln vor. In freier Wildbahn Flamingos so sehenswert in Szene zu setzen, wie es der „Blende“-Teilnehmerin Doris Reindl mit ihrem Wettbewerbsbeitrag „Pink“, eingereicht zur thematischen Vorgabe „Beine aller Art“ gelungen ist, ist weitaus schwerer als in Zoos, müssen hier in der Regel noch größere Distanzen überwunden werden. Aufgrund ihrer Größe und ihres Verhaltens sind Flamingos dankbare Fotoobjekte, auch für Einsteiger in die Tierfotografie. Bei aller Ausrüstung, die für überzeugende Tieraufnahmen notwendig ist, sind Beobachtungsgabe und Geduld Voraussetzung für spektakuläre Aufnahmen. Doris Reindl hat diese beiden Faktoren gepaart mit einer Bildidee, indem sie die für alle typische Farbgebung des Flamingos in der Wasseroberfläche und im Hintergrund aufgegriffen hat.

© Fotograf: Doris Reindl, Pink, Blende-Fotowettbewerb
Doris Reindl, Pink, Blende-Fotowettbewerb

Fotoequipment – Was braucht man

Ob nun in freier Wildbahn oder in Tierparks – prädestiniert für die Tierfotografie sind Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras mit Teleoptik oder auch die sogenannten Bridgekameras, die auch als Superzoomkameras bezeichnet werden. Kompaktkameras mit einem dreifachem Zoom beispielsweise oder auch Smartphones werden keine Aufnahmen liefern, die einen zufriedenstellen. Je nach Distanz, die es für eine wirkungsvolle Aufnahme zu überwinden gilt, fällt die Objektivwahl bei einer Kamera für Wechseloptik auf ein mittleres bis starkes Teleobjektiv. In Zoos, wie beispielsweise den Frankfurter Zoo, kann durch die Nähe zu Motiven wie den Flamingos ein leichtes Teleobjektiv ausreichend sein. Ist man in freier Wildbahn zu Fuß unterwegs, dann leistet ein Einbeinstativ gute Dienste. Wer mit einem Auto mobiler ist, dem ist ein Dreibeinstativ anzuraten. In Zoos gibt es oftmals Platzprobleme weswegen hier bevorzugt auf Einbeinstative zurückgegriffen wird. Ersatzakkus gehören ebenso in die Fototasche wie genügend Speicherkarten. Die Speicherkarte in der Kamera sollte man übrigens nicht bis zu den letzten fünf Bildern voll fotografieren, sondern rechtzeitig wechseln. Nichts ist nämlich ärgerlicher als wenn man den entscheidenden Moment abwartet, die Serienbildfunktion aktiviert und dann vermeldet bekommt, dass die Speicherkarte voll ist.

Kameraeinstellungen – Was ist ratsam

Lichtstark sollte die Optik sein, denn damit ist man auch für nicht so optimale Lichtverhältnisse gut gewappnet. Die ISO-Empfindlichkeit sollte wegen möglichen Rauschens nicht zu hoch gewählt werden. Man muss allerdings sagen, dass das Rauschen bei aktuellen Kameras nicht mehr so bedeutungsvoll ist wie bei älteren. Die Kamera sollte auf Zeitautomatik gestellt werden, der Fotograf wählt also die Blende vor, dazu ermittelt die Automatik die passende Zeit. Spot-Belichtungsmessung hilft, dass nicht der Hintergrund richtig, das Tier dafür falsch belichtet wird. Wie immer ist die niedrigste vertretbare ISO-Zahl gerade richtig. Weil die besseren Naturaufnahmen am Morgen oder Abend entstehen, kann das wenige Tageslicht zum einen mit einem lichtstarken Objektiv, zum anderen eben mit der ISO-Einstellung der Kamera kompensiert werden, indem die Empfindlichkeit erhöht wird. Die Serienbildfunktion leistet in der Tierfotografie wertvolle Dienste. Aktuelle Kameras können in einem zuvor festgelegten Zeitintervall wesentlich mehr Aufnahmen einfangen als in die Jahre gekommene Aufnahmegeräte. Ist man bereits im Besitz einer Kamera die 4K bietet, so wird man damit nicht mehr den entscheidenden Moment verpassen. Die Schärfe sollte auf den Augen liegen. Auf den Hintergrund ist zu achten, der bestenfalls in Unschärfe verschwimmt und so nicht vom Motiv ablenkt.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2018

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