Vorsicht Falle: Fotos mit Lichtschranke und Bewegungsmelder - Teil 1

Wanderratte, Ruthard Honeck
Wanderratte, Ruthard Honeck
Schon interessant, was nachts um das Haus herum so raschelt, trippelt und fiept. Die meisten dieser lichtscheuen „Kobolde“ sind schwer zu beobachten. Sobald Türen oder Fenster aufgehen, verschwinden Igel, Marder, Waschbär und Co. Einer Fotofalle entkommen sie allerdings nicht. Lichtschranken oder Bewegungsmelder als Auslöser eignen sich darüber hinaus für spannende Bilder aus dem Tierreich oder verblüffende Studioexperimente.

Biologen und Jäger setzen schon lange Fotofallen in der Natur ein, um das Vorkommen seltener Tiere zu belegen oder den Wildbestand abschätzen zu können. Die im Handel erhältlichen Geräte sind in robuste Gehäuse eingebaute kompakte Kameras. Sie werden typischerweise an Bäumen oder Pfosten befestigt und können tagelang aufzeichnen, was ihnen vor die Linse läuft. Für reine Dokumentationszwecke in unwirtlicher Umgebung sind sie ausreichend.

Echte Gestaltungsmöglichkeit und volle Flexibilität bei der Ausrüstung und der Gestaltung der Location bieten dagegen Auslöser, die moderne, leistungsfähige Kameras zu Fotofallen machen. Was man braucht, ist ein Fotoapparat mit einer passenden Fernauslöserbuchse. Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras sind in der Regel mit einem entsprechenden Anschluss versehen. Bewegungsmelder oder Lichtschranken übernehmen dann ganz einfach die Funktion des Auslösers, drücken sozusagen aufs Knöpfchen, sobald Hund, Katze, Maus im Blickfeld auftauchen.

Ob man einen Bewegungsmelder oder eine Lichtschranke zum Auslösen verwendet, ist nur zum Teil Geschmackssache. Beide Systeme unterscheiden sich in der Anwendung. Der Bewegungsmelder beobachtet, vereinfacht gesagt, die Gegend und löst aus, sobald sich etwas in seinem Wirkungsbereich bewegt. Die Lichtschranke benötigt ein Gegenstück – einen Sender/Empfänger oder einen reflektierenden Spiegel – in mehreren Metern entfernt aufgestellt. Über die Strecke wird ein Lichtsignal wie eine Schranke aufgebaut. Wird es durch ein vorbeistreifendes Tier unterbrochen, löst das Gerät die Kamera aus. Die Lichtschranke arbeitet also zielgenauer. Was auch nur knapp daneben vorbeihuscht, entgeht ihr aber. Wer sich für eines der Systeme entscheidet, sollte den späteren Einsatzzweck bedenken.

Für eine Fotofalle kommen sowohl Lichtschranken als auch Bewegungsmelder infrage. Die Wahl des Systems hängt von der Umgebung ab. Will man Vögel auf dem Fensterbrett mit Futter anlocken und automatisch das bunte Treiben fotografieren lassen, geht das mit dem Bewegungsmelder womöglich besser, weil man nicht das Gegenstück einer Lichtschranke in der Luft aufhängen muss. Auch einen größeren Hinterhof kann man überwachen, wenn man herausfinden möchte, welche Nachbarskatze nachts ihr Geschäft im Rosenbeet verscharrt. Typischerweise wird dabei auch die Kamera mit einer Weitwinkeloptik bestückt, die mindestens einen so großen Blickwinkel erfasst wie der Bewegungsmelder.

Eine Lichtschranke erlaubt die punktgenaue Überwachung einer bestimmten Stelle. Will man also den Igel genau am Fressnapf fotografieren und nicht schon Dutzende Auslösungen vorher mit dem umherstromernden Tier erleben, so baut man die beiden Enden der Lichtschranke so auf, dass ihr Signal genau über der Futterstelle verläuft. Entsprechend kann auch die Kamera mit einer Teleoptik versehen werden, die nur den engeren Bereich um den Napf erfasst und auch auf diesen Bereich vorfokussiert ist.

Spannung ist bei so einem Unternehmen garantiert. Was wird drauf sein, am nächsten Morgen? Es gab schon Fotografen, die sich die Haare rauften, weil auf einer Handvoll Bildern scheinbar kein einziges Tier zu sehen war. Doch manchmal bringt erst die Vergrößerung am Computerbildschirm zutage, wer da in die Falle getappt ist: Winzige Nachtfalter beispielsweise können die empfindlichen Lichtschranken in mehreren Metern Entfernung auslösen.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2012

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1 Kommentare

Gibt es vielleicht eine Empfehlung für einen Bewegungsmelder für eine Canon EOS 650D?

von André Wehner
18. Februar 2016, 12:20:17 Uhr

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