Vorsicht Falle: Fotos mit Lichtschranke und Bewegungsmelder - Teil 2

© Fotograf: Harry Reim, Kleines Juwel, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Harry Reim, Kleines Juwel, Blende-Fotowettbewerb
Für erste Versuche mit einer Lichtschranke oder einem Bewegungsmelder als Auslöser der Kamera empfiehlt es sich, den Autofokus abzuschalten und manuell auf den Zielbereich scharfzustellen. Ebenso sollte zur Belichtung die Zeitautomatik der Kamera mit Blendenvorwahl herangezogen werden. Dabei sollte man eine kleine Blende (also einen großen Blendenwert wie 8 oder 11) wählen, um einen ausreichend dimensionierten Bereich zu erhalten, in dem sich bewegende Tiere scharf abgebildet werden (Schärfentiefe).

Die Kamera muss auch gar nicht in unmittelbarer Nähe des Geschehens stehen. Ist das Auslösekabel lang genug, kann man den Fotoapparat auf einem Balkon oder sogar hinter einem gekippten Fenster aufstellen. Damit ist die Kamera geschützt, sollte es unerwartet regnen. Wer nachts die herumstreunenden „Kobolde“ im Hof im Bild festhalten will, kommt um ein Blitzgerät kaum herum, zur Not geht auch der eingebaute ausklappbare Blitz. Dessen Einsatz klappt allerdings nicht durch ein Fenster. Besser ist es dann, die Kamera regensicher unter einen Klapptisch oder einen Schirm zu stellen. Im Handel gibt es Schirmhalter, die an Fotostativen befestigt werden können. Der Fotoapparat kommt ohnehin am besten auf ein Stativ. Darauf lässt er sich sauber und verwacklungssicher ausrichten.

Viele Kameras schalten sich nach einer vordefinierten Zeit in einen Ruhemodus ab. Aus diesem erwachen sie durch Antippen des Auslösers. Bei einer Fotofalle kann das dazu führen, dass es eine minimale Verzögerung gibt, wenn das Tier sozusagen mit einer ersten Bewegung die Kamera scharf macht, und dann erst im zweiten Schritt eine Auslösung provoziert. Wem das bei schnellen Tierchen zu unsicher ist, kann – wenn möglich – die automatische Abschaltung der Kamera deaktivieren. Sollte das nicht klappen, gibt es auch Lichtschranken mit einer Weckruffunktion. In bestimmten Abständen erhält die Kamera ein Signal, das dem Antippen des Auslösers entspricht, und bleibt somit eingeschaltet. Das zehrt über Stunden natürlich an den Akkus des Fotoapparats. Frische Energiepakete sind daher Pflicht; zusätzliche Ausdauer bescheren Batteriehandgriffe, in denen mehr als ein Akku Platz hat. Gar keine Sorgen um die Akkulaufzeit muss man sich mit externen Stromversorgungen machen, die die Kamera mit einer Steckdose verbinden.

Beim Einsatz im Tierreich sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Vor allem Lichtschranken lassen sich zur Vogel- oder Insektenfotografie einsetzen. Futterhäuschen oder Meisenknödel im Winter sind ein prima Lockmittel. Wenn man eine Lichtschranke genau am Einflugbereich des Futterhäuschens vorbei positioniert, löst die Kamera immer dann aus, wenn ein Piepmatz sie durchfliegt. Heraus kommen ganze Serien von Meisen oder Finken im Flug. Das Prinzip funktioniert auch im Makrobereich. So kann man die Lichtschranke knapp über eine besonders schöne Blüte legen. Sie löst dann immer aus, wenn eine Biene oder Hummel im Anflug das Signal unterbrechen.

Im Studio lassen sich Lichtschranken für allerlei fotografische Experimente rund um bewegte Motive einsetzen. Mit am beliebtesten ist das Fotografieren von Tropfen oder Gegenständen, die ins Wasser fallen. Dazu wird die Lichtschranke so über die Wasseroberfläche gelegt, dass der Tropfen – oder eine Olive auf ihrem Weg in den Martini-Drink – sie durchqueren muss. Die Lichtschranke hat in Verbindung mit der Kamera eine kurze Auslöseverzögerung. Durch den Abstand der Lichtschranke von der Wasseroberfläche lässt sich beeinflussen, in welchem Stadium des Falls man den Tropfen oder die Olive erwischt: Noch in der Luft, beim Eintauchen oder, wenn bereits die Flüssigkeit wieder in Form einer Krone oder Säule nach oben spritzt. Um die schnellen Bewegungen einzufrieren, empfiehlt sich die Verwendung von Blitzlicht.

Der Fachhandel bietet viel Spezialzubehör an, mit dem es zum Beispiel möglich ist, automatisch Tropfen in bestimmten Abständen zu erzeugen, Auslöseverzögerungen im Millisekundenbereich festzulegen und Blitzgeräte direkt ohne Umweg der Kamera auszulösen. Solche technischen Lösungen und weiteres Zubehör für die Studio- oder Outdoorfotografie, wie Studiohintergründe, Beleuchtung, Makro- und Teleobjektive oder Tarnzelte, gibt es auf der photokina 2012 vom 18. bis 23. September in Köln zu sehen. Alle namhaften Hersteller sind auf der World of Imaging vertreten.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2012

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