Warum Fotografieren wir?

Motivation, warum in der heutigen Zeit die Auslöser nicht mehr stillstehen, ist unendlich

Die Zahl der Aufnahmen wächst ins unermessliche. Nahezu jeder verfügt heute über wenigstens ein Aufnahmegerät. In der Regel sind es zwei mit Smartphone und Kamera – die ausgedienten natürlich nicht mitgezählt. Die Gründe, warum einzigartige Augenblicke dauerhaft in Bildern konserviert werden, sind vielschichtig. Das hängt heute auch damit zusammen, dass sich Fotografien als die universelle Sprache unserer Zeit etabliert hat, die verstärkt Worte ersetzt. Und betrachtet man aktuelle Trends, so steigt derzeit durch die wachsenden technischen Möglichkeiten, die Relevanz von Videos. Ob diese das sogenannte Stehbild, also einzelne Fotografien, verdrängen werden, ist derzeit nicht anzunehmen. Dass die Fotografie, also dass Auslösen von Spaß getrieben ist, ist ein ebenso wichtiger Faktor wie die Freude darüber, in Bilderwelten eintauchen zu wollen. Bildbegeisterte sind jedoch zwangsläufig nicht auch aktive Bildermacher. Doch Fotografien werben dafür, dass die Anzahl der Bildermacher weiter kontinuierlich wächst.

© Fotograf: Josef Merkl, von oben sieht's viel schöner aus!, Blende-Fotowettbewerb
Josef Merkl, von oben sieht’s viel schöner aus!, Blende-Fotowettbewerb

Motivationsgründe für das Auslösen

In der Fotografie – und natürlich auch in der Videografie – geht es darum, Momente zu konservieren. Von welcher dauerhaften Relevanz das Festgehaltene ist, hängt auch vom Anlass ab. Dieser bestimmt damit auch den Grund, warum man fotografiert. Wird das Smartphone als fotografisches Notizbuch eingesetzt und beispielsweise der Fahrplan fotografiert – weil es vom Verkehrsverbund noch keine App gibt -, so haben diese Aufnahmen eine geringere Halbwertszeit als die visuellen Impressionen, die beispielsweise im Urlaub, auf einer Hochzeit, einer Feier oder für einen Fotowettbewerb wie „Blende“ festgehalten wurden. Die Motivation, warum in der heutigen Zeit die Auslöser nicht mehr stillstehen, ist also unendlich. Fotografieren kann jeder – das steigert die Popularität. Die Bildqualitäten driften weit auseinander auch deshalb, weil die Anlässe so variieren. Die Beantwortung der Frage, warum man fotografiert, soll unterstützenden Einfluß auf Bildqualitäten haben.

Smartphone als visuelles Notizbuch

Unzählige Aufnahmen, die mit dem Smartphone festgehalten werden, bereichern das visuelle Notizbuch. Produkte auf die man aufmerksam wird stehen ebenso im Fokus des Aufgenommenen wie der Standort, wo beispielsweise der Wagen abgestellt wurde. Motivation ergibt sich aus dem Wunsch der Notiz in Form von Bildern. Die Bildqualität ist oftmals zweitrangig.

© Fotograf: Maria Bott, In der Umkleidekabine, Blende-Fotowettbewerb
Maria Bott, In der Umkleidekabine, Blende-Fotowettbewerb

Smartphone als visuelles Tagebuch

Dass mit Smartphones so viele Augenblicke eingefangen werden liegt u.a. schlichtweg daran, dass man es stets mit sich führt. Meist sind es Schnappschüsse. Das beinhaltet die so beliebten Selfies ebenso wie kulinarische Köstlichkeiten oder der Ort, an dem man sich gerade befindet. Meist wird in den Aufnahmen viel Persönliches preisgegeben. Und viele dieser Aufnahmen sind es, die in den sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, WhatsApp etc.) um die Welt gehen. Fotografien dienen hier vorrangig der Kommunikation – es geht darum, sich auf einen Blick mitzuteilen und natürlich auch darum, seine Community zu unterhalten. In den Anfängen zunächst nicht unbedingt geplant sind aus den visuellen Netz-Tagebüchern vollkommen neue Geschäftsmodelle entstanden – mit ein Grund, warum auch fotografiert wird.

Einzigartiges wie Hochzeiten etc.

Anlässe wie Hochzeit, Jubiläum, Schulabschluss, Konfirmation sind einzigartig und dementsprechend ganz besondere Momente. Diese, und das ist eine Selbstverständlichkeit und bedarf keiner Worte, werden fotografisch dauerhaft konserviert. Diese Aufnahmen sind von enormem persönlichem und emotionalem Wert – ein Verlust der Bilddaten ist durch nichts zu ersetzen. Es geht darum – und das ist genug Motivation -, in Fotografien die Zeit anzuhalten und zu konservieren – für sich aber auch für die Nachwelt. Diese Aufnahmen sind es, die verstärkt in den eigenen vier Wänden zur Schau gestellt werden und durch Fotobücher die digitale und damit flüchtige Welt verlassen.

Urlaub – Den Alltag hinter sich lassen

Der Urlaub zählt zu den Anlässen, wo die Auslöser nicht stillstehen. Bevorzugtes Aufnahmegerät ist nach wie vor die Kamera. Nicht nur die Bildqualität wird als höherwertiger angesehen, sondern man hat jenseits des Alltags, auch die Zeit, sich im Urlaub intensiver mit der Fotografie auseinanderzusetzen. Das bezieht die technischen Aspekte genauso mit ein wie die aufnahmerelevanten, beispielsweise die Bildgestaltung. Motivation ist es, die persönlichen visuellen Sehenswürdigkeiten in Bildern fest- und damit nach Möglichkeit für die Ewigkeit auch lebendig zu halten. Mit viel Liebe zum Detail werden die flüchtigen digitalen Bilddaten durch selbstgestaltete Fotobücher befreit.

© Fotograf: Helmut Plaha, Utopia, Blende-Fotowettbewerb
Helmut Plaha, Utopia, Blende-Fotowettbewerb

Fotografie als persönliches Statement

Die Fotografie ist die universelle Sprache, die jeder versteht. Insbesondere der fotografische Nachwuchs hat die Fotografie für sich als Botschafter für persönliche Stellungsnahmen entdeckt. Ängste werden ebenso in Bildern verankert wie positive oder negative gesellschaftliche Kritik. In der Medizin hilft die Fotografie Patienten, sich mitzuteilen.

Fotografieren, weil es das Hobby ist

An Freizeitbeschäftigungen mangelt es bekanntlich nicht. Die Fotografie ist eine Option, dem Alltag zu entfliehen und damit den persönlichen Stress runterzufahren. Viele sehen in der Fotografie für sich Entschleunigung und die Konzentration auf das Wesentliche. Die Fotografie ist es, die ihre Sinne schärft und den Spaß erhöht. Dieser beginnt für Hobbyisten vielfach schon weit vor dem Auslösen mit den Vorbereitungen, beispielsweise einer Fototour, und endet erst nach Inanspruchnahme des Imaging-Workflows. Eine Fortführung erfährt der Spaß mit der Teilnahme bei Fotowettbewerben wie „Blende“. Fotowettbewerbe sind es übrigens, die zusätzlich motivieren, die Fotografie weiter für sich zu intensivieren. Hier geht es um fotografischen Wettstreit, aber auch darum, wie andere die Themenvorgaben umsetzen und wie die eigenen Wettbewerbsbeiträge abschneiden.

© Fotograf: Sven Kaupp, Siebenbeiniger Weberknecht, Blende-Fotowettbewerb
Sven Kaupp, Siebenbeiniger Weberknecht, Blende-Fotowettbewerb

Fotografie als Einnahmequelle

Der große Vorteil von Amateurfotografen gegenüber Profifotografen ist, dass sie nicht auftragsgebunden zum Gelderwerb der Fotografie nachgehen. Immer mehr Amateurfotografen entdecken jedoch die Fotografie als Einnahmequelle und bieten ihre Fotografien Stockagenturen zur Vermarktung an. Ein Nebenerwerb ist eine Option, kann dieser zur Finanzierung des Hobbys Fotografie dienlich sein. Doch je professioneller man den Gelderwerb mit der Fotografie vorantreibt, desto mehr beraubt man sich gegebenenfalls der Vorzüge der fotografischen Freiheiten als Amateur.

Was ist das bessere Aufnahmegerät

Smartphones hatten im vergangenen Jahr ihr 10jähriges Jubiläum. Spätestens nachdem sie die Massen nach drei bis vier Jahren erreichten kam die Diskussion auf, welches das bessere Aufnahmegerät ist: Kamera oder Smartphone? Eventuell hilft das Zitat „Die Kamera ist mein Werkzeug. Mit ihrer Hilfe mache ich alles um mich herum sinnvoll.“ des Fotografen André Kertész weiter. Smartphones sind wie Kameras ein Werkzeug, um Augenblicke zu konservieren. Je nach Anspruch und Situation ist die Wahl des bestmöglichen Werkzeugs entscheidend.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 01 / 2018

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