Wenn es in die Tiefe geht - Unterwasserfotografie

Matthias Aust - Jesus Diving Accident Bildgalerie betrachten

"Jesus Diving Accident"
Matthias Aust

Die Unterwasserfotografie hat ihre ganz besonderen Reize, aber auch ihre eigenen Gesetze. In diese völlig neue Welt fotografisch ein- und abzutauchen, setzt viele Tauchgänge voraus, möchte man sich und andere, aber auch die Unterwassernatur nicht gefährden.

Single Use Cameras, auch als Einwegkameras bekannt, bieten sich für all jene an, die über kein spezielles Unterwassergehäuse für ihre Kamera oder keine spezielle Unterwasserkamera verfügen. Single Use Kameras sind bis zu einer Tauchtiefe von drei Metern einsetzbar. Schnorchler, die in einer geringeren Wassertiefe unterwegs sind, wird das Bildergebnis mehr zufriedenstellen, als Taucher. Single Use Kameras sind übrigens auch bestens für den Einsatz im Schwimmbad geeignet.

Möchte man einen größeren fotografischen Spielraum für sich nutzen, so lohnt sich in jedem Fall die Anschaffung eines Unterwassergehäuses. Viele Kamerahersteller bieten diese für eine große Bandbreite an Kameramodellen an. Die Investition in ein solches Unterwassergehäuses lohnt sich, denn es schützt die Kamera nicht nur beim Tauchgang, sondern auch bei widrigen Wetterbedingungen vor Feuchtigkeit oder am Strand vor Sand. Die größte fotografische Bandbreite garantieren spezielle Unterwasserkameras. Einige Tauchschulen bieten auch Leihgeräte an, mit denen das Abenteuer unter Wasser festgehalten werden kann. Wer jedoch regelmäßig abtaucht und das Gesehene in Bildern festhalten möchte, der sollte sich sein eigenes fotografisches Equipment zulegen, denn wer seine Kamera wie im Schlaf beherrscht, kann sich ausschließlich auf die Motivvielfalt unter Wasser konzentrieren.

Die Fotoausrüstung ist vor dem Tauchgang durchzuchecken. Damit die Kamera keinen Schaden unter Wasser erleidet, sollte das Gehäuse an Land auf seine Dichtheit - zum Beispiel in der Badewanne - geprüft werden. Aber auch während des Tauchgangs sollte man immer wieder beobachten, ob nicht vielleicht Luftbläschen aus dem Gehäuse aufsteigen. Die Gummidichtungen gilt es zu überprüfen. Ihre Pflege sollte nach Herstellerangaben erfolgen, um auf der sicheren Seite zu sein. Auch nach dem Tauchgang verlangt die Ausrüstung nach Pflege. Gerade, wer in salzhaltigen Gewässern unterwegs ist, der sollte nach jedem Tauchgang sein Unterwassergehäuse reinigen. Niemals sollten Gummidichtungen mit Wattestäbchen oder einem fusselnden Tuch gereinigt werden - kleinste Partikel können zu einen, Undichtigkeit des Unterwassergehäuses führen. Vor dem Tauchgang gilt es, die Kamera mit frischen Akkus und einer leeren Speicherkarte mit großer Kapazität zu bestücken.

Die besten fotografischen Ergebnisse werden nahe der Wasseroberfläche um die Mittagszeit erzielt, wenn die Sonne senkrecht aufs Wasser scheint. Mit zunehmender Tauchtiefe nehmen die Schwebeteilchen im Wasser zu, und das sichtbare Farbspektrum nimmt mit zunehmender Wassertiefe ab. In etwa fünf Metern Tiefe ist der langwellige Rot- und Orange-Anteil des Tageslichts bereits ausgefiltert, in 15 Metern gelb und in 25 Metern auch grün und violett. Um die volle Farbenpracht wiederzugeben, bedarf es den Einsatzes des künstlichen Lichts aus Taucherlampen und/oder Blitz. Oftmals kann beim Abtauchen der Weißabgleich an seine Grenzen geraten. Abhilfe schaffen spezielle orangerote Unterwasserfilter, die sich von den Orangefiltern für die Schwarzweißfotografie unterscheiden. Zu beachten ist jedoch, dass die Filter rund zwei Blenden Licht schlucken. Zudem sind wegen der extremen Farbverschiebung Aufnahmen unmittelbar unter der Wasseroberfläche schwierig.
 

Fotografieren in der Praxis 07 / 2009

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