Winterfotografie - Actiongeladene Schneeaufnahmen

© Fotograf: Martin Wagner, Sunny liebt Schnee!, Photoglobus
© Fotograf: Martin Wagner, Sunny liebt Schnee!, Photoglobus
Der Winter hat viele traumhafte Motive zu bieten, erst recht dann, wenn Schnee gefallen ist und es die Wintersportler auf die Piste zieht. Selbst, wenn man nicht zu den Aktivsportlern gehört, so ist schon allein aus fotografischer Sicht der Besuch solch belebter Pisten mehr als lohnenswert. Derartige Motive bekommt man schlichtweg nicht jeden Tag. Warm anziehen lautet die erste Devise, denn ein frierender Fotograf kann sich auf seine Motive nur unzureichend einlassen. Die Handschuhe sollten natürlich so gewählt werden, dass sie auch die Bedienung der Kamera zulassen. Da man als Fotograf auch einmal stürzen kann, sollte – sofern nicht fotografiert wird – die Ausrüstung in einem Fotorucksack verstaut sein. So hat man die Hände frei und im Falle eines Sturzes kann der Fotoausrüstung so schnell auch nichts passieren. Ersatzakkus sind aufgrund der Temperaturen am Körper zu tragen. Mit jedem Minusgrad sinkt die Akkuleistung, was natürlich zur Folge hat, dass man nicht so oft auslösen kann.

© Fotograf: Klaus Brückner, Pferd im Schnee, Photoglobus
© Fotograf: Klaus Brückner, Pferd im Schnee, Photoglobus
Den größten fotografischen Spielraum garantieren Superzoom-, kompakte System und Spiegelreflexkameras. Inwieweit man bei Kameras mit Wechseloptik auf der Piste einen Objektivwechsel vornimmt, ist natürlich auch von den Wetterbedingungen abhängig. Bei Schneefall sollte man den Objektivwechsel in die Berghütte verlagern, denn so kann auch kein Schnee in das Innere der Kamera gelangen. Zwei, drei Ersatzspeicherkarten sollte man in jedem Fall einpacken, denn neben den sogenannten Stehbildern garantieren Kameras mit ihrer Videofunktion tolle Filmqualitäten. Stehen Videoaufzeichnungen im Mittelpunkt, so sollte man an entsprechendes Zubehör, wie beispielsweise ein Rig denken, das den Filmspaß erhöht.

Für welches Objektiv man sich bei seiner Kamera für Wechseloptik entscheidet, hängt davon ab, was und wie man es ablichten möchte. Weitwinkelobjektive sind durchaus auch bei actiongeladenen Aufnahmen von der Piste geeignet. Sie garantieren einen größeren Bildausschnitt und dadurch die stärkere Einbeziehung des Hintergrundes. Teleobjektive sind dann angesagt, wenn ein engerer Bildwinkel gewünscht ist. Die Brennweite sollte jedoch nicht zu groß gewählt werden, denn je größer diese ist, desto schneller ist das bildbestimmende Objekt außerhalb des Sucherfelds.

© Fotograf: Silke Morgenstern, Frontside, Photoglobus
© Fotograf: Silke Morgenstern, Frontside, Photoglobus
Auf die Belichtung ist zu achten, denn Schnee verleitet die Kameraautomatik zu Fehlbelichtungen. Je nach Kameramodell hat man die Option, im Kameramenü auf Schnee zu gehen oder aber manuell Einfluss zu nehmen. Hier stehen dem Fotografen zwei Optionen offen: Zum einen kann er in die Belichtungssteuerung eingreifen und ein bis zwei Blendenstufen überbelichten. Dies kann manuell erfolgen oder man verwendet die Belichtungskorrektur der Kamera. Die zweite Option für den Fotografen besteht darin, die Kamera bei der Belichtungsmessung auf eine graue Fläche – oder eine entsprechende Graukarte – zu richten und diesen Wert zu speichern. Übrigens: Der interne Belichtungsmesser einer Kamera ist auf Neutralgrau (18% Grau) geeicht. Das führt dazu, dass reines Weiß immer etwas dunkler aufgenommen wird und das Ergebnis zwangsläufig schmutzig-grau wirkt. Aus diesem Grund sollte man Einfluss auf die Belichtung nehmen, damit der Schnee auch strahlend weiß abgelichtet wird.

Entscheidend, wie actiongeladene Schneeaufnahmen wirken, sind der Standort, aber auch die Lichtbedingungen. Hier sind all diejenigen im Vorteil, die bereits die Piste und den Sonnenverlauf kennen. Ob nun Snowboard- oder Skifahrer – aus fotografischer Sicht empfiehlt sich immer von unten nach oben zu fotografieren. Doch bitte nicht auf die Piste stellen, sondern an den Rand, damit man die Fahrer und sich nicht in Gefahr bringt. Kennt man die Abfahrer, so kann man sich natürlich über den Abfahrtsverlauf absprechen, was sich positiv auf die Bildausbeute auswirkt. Man kann beispielsweise abstimmen, an welcher Stelle sich der Skifahrer in die Kurve legt und der Schnee aufstieben soll. Hier ist es übrigens ratsam, nicht mit der Sonne, sondern schräg gegen die Sonne zu fotografieren – die Sonne erleuchtet so den aufstiebenden Schnee. Ratsam ist, sofern die Kamera darüber verfügt, die Serienbildfunktion zu aktivieren.

Wie immer in der Fotografie sollte mit der Perspektive gespielt werden, indem man einmal den Hintergrund mit einbezieht und ihn dann wieder außen vor lässt und nur der Sportler im Fokus steht. „Raus aus der Mitte“ heißt der nächste Tipp, denn solche Aufnahmen wirken schnell langweilig. Damit die Aufnahmen auch scharf werden, bietet es sich an, den Autofokus im rechten oder linken Drittel des Suchers zu aktivieren.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2013

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