Winterfotografie - Traumhafte Motive

© Fotograf: Thomas Giger, Winter auf dem Bürgenstock NW, Photoglobus
© Fotograf: Thomas Giger, Winter auf dem Bürgenstock NW, Photoglobus
Draußen ist es kalt, meist ist das Wetter schmuddelig und so richtig fehlt die Motivation, auch nur ein Bein vor die Tür zu setzen. Jetzt, in der dunklen Jahreszeit, denken viele lieber an den lodernden Kamin und das Bärenfell, wie wir es aus Filmen kennen, die zum Teil so schön kitschig sind und ans Herz gehen. Noch gesünder für die Seele sind ausgiebige Spaziergänge und eventuell ist man motivierter, wenn die Kamera mit von der Partie ist. Spätestens wenn Schnee gefallen ist, sollte man die eigenen vier Wände verlassen und auf Motivjagd gehen, denn das monochrome Schauspiel bekommt man nicht alle Tage geboten. Damit Helligkeitsverteilung, aber auch die Farben der Realität entsprechen und der Schnee wirklich blütenweiß abgebildet wird, ist das Augenmerk auf die Belichtung zu richten. Dem Fotografen stehen zwei Wege offen: Zum einen kann er in die Belichtungssteuerung eingreifen und ein bis zwei Blendenstufen überbelichten. Dies kann manuell erfolgen oder man verwendet die Belichtungskorrektur der Kamera. Die zweite Option für den Fotografen besteht darin, die Kamera bei der Belichtungsmessung auf eine graue Fläche – oder eine entsprechende Graukarte – zu richten und diesen Wert zu speichern. Übrigens: Der interne Belichtungsmesser einer Kamera ist auf Neutralgrau (18% Grau) geeicht. Das führt dazu, dass reines Weiß immer etwas dunkler aufgenommen wird und das Ergebnis zwangsläufig schmutzig-grau wirkt. Aus diesem Grund sollte man Einfluss auf die Belichtung nehmen, damit der Schnee auch strahlend weiß abgelichtet wird. Zahlreiche Kameras verfügen über den Menüpunkt „Schnee“, der ein Garant für richtig belichtete Aufnahmen ist.

Morning Has Broken, Photoglobus
Morning Has Broken, Photoglobus
Beim winterlichen Spaziergang durch den Laubwald lohnt sich auch der Blick nach oben. Wenn auch noch in der Nacht Schnee gefallen ist und auf den Baumkronen liegt, so ist das in jedem Fall ein Fotomotiv, das im Bild festgehalten werden sollte. Durch die Veränderung des Weißabgleichs kann zusätzliche Kälte vorgetäuscht und der monochrome Charakter verstärkt werden. In jedem Fall ist auch hier eine Belichtungsreihe ratsam.

Nebel und Dunst gehören wie Schnee ebenso zum Winter. Das Licht ist weicher und lässt Motive ganz anders erscheinen. Wichtig für gelungene Aufnahmen ist in jedem Fall die richtige Wahl der Brennweite. Kurz sollte sie sein – erst recht dann, wenn mit einem Teleobjektiv fotografiert wird. Zu beachten ist, dass Nebel und Dunst in jedem Fall viel Licht schlucken. Es empfiehlt sich also, lichtstarke Objektive mitzunehmen und an der Digitalkamera eine höhere Empfindlichkeit einzustellen. Mitunter ist es sinnvoll, außerdem ein Stativ einzusetzen. Zum „Einfach-mal-Mitnehmen“ eignet sich beispielsweise ein Einbeinstativ, das leicht ist und trotzdem deutlich längere Belichtungszeiten zulässt als Aufnahmen aus der freien Hand.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2013

2 Kommentare

ein Fehler hat sich nicht eingeschlichen und auf dem Schlauch stehen Sie auch nicht. Teleobjektive haben eine Brennweite „von bis“ z.B. von 70 bis 135 bei einem gemäßigten. Wird bei Dunst oder Nebel fotografiert so sollte nicht mit der längsten Brennweite fotografiert werden. In der Fotografie heißt es ja so schön, sich an den Erfolg heranzutasten. Einfach ausprobieren und mit unterschiedlichen Brennweiten fotografieren - dann bekommt man ein Gefühl dafür.

Prophoto

von Prophoto
16. Januar 2013, 12:49:19 Uhr

"....Wichtig für gelungene Aufnahmen ist in jedem Fall die richtige Wahl der Brennweite. Kurz sollte sie sein – erst recht dann, wenn mit einem Teleobjektiv fotografiert wird...."....den Teil verstehe ich nicht. Hat sich hier ein Fehler eingeschlichen oder stehe ich auf dem Schlauch?

SiNo

von SiNo
16. Januar 2013, 11:16:43 Uhr

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