Ab in den Urlaub

Wüstenpanorama Bildgalerie betrachten

Blende ,“Wüstenpanorama”
Jürgen Stäcker

Lang herbeigesehnt, meist geplant und voller Erwartungen und purer Freude steht der Urlaub für Unzählige kurz bevor. Die Kamera darf natürlich nicht fehlen, denn ein jeder möchte das Erlebte mit nach Hause nehmen, um die Erinnerungen zu bewahren und Außenstehende daran teilhaben zu lassen. Damit die Eindrücke auch in vollem Glanz eingefangen werden können, ist es unabdingbar, die Photoausrüstung vor Reiseantritt zu überprüfen und gegebenenfalls aufzurüsten, damit ja kein Motiv entwischt.

Gerade wenn es in den Urlaub geht, dann sind Kameras mit einem großen Zoombereich klar im Vorteil. So sind Kleinbild-äquivalente Brennweiten jenseits von 350 mm gut für Tieraufnahmen oder unbemerkte Porträts aus größerer Entfernung. Sofern die Kamera über einen optischen Bildstabilisator verfügt, sollte dieser auch aktiviert sein, denn dies reduziert die Verwacklungsgefahr. Möchte man eher Landschaften oder Architektur in Bildern festhalten, so sind Zooms ab 24 mm oder 28 mm sehr attraktiv, die den Weitwinkelbereich mit einschließen.

Möchte man sich vor dem Urlaub noch eine neue Kamera gönnen, so sollte das Augenmerk auf den Brennweitenbereich des Objektivs, genauer: auf den optischen Zoom gerichtet sein. Kameras mit Zehn- bis Achtzehnfachzoom sind für jede Aufnahmesituation bestens geeignet, sofern man Kompakt- und Bridgekameras bevorzugt. Den digitalen Zoom gilt es zu vernachlässigen, denn er sorgt nur dafür, dass der mittlere Bildausschnitt vergrößert und die fehlenden Bildinformationen interpoliert werden. Wesentlich ratsamer ist es, anschließend Ausschnittvergrößerungen am Rechner zu machen, denn der Qualitätsverlust fällt bei guten Bildbearbeitungsprogrammen deutlich geringer aus.

Wenn es die Kamera zulässt, so bietet sich der Einsatz von Weitwinkel- oder Telekonvertern an, die eine bessere Bildqualität garantieren, als der digitale Zoom. Zu beachten ist, dass Weitwinkelvorsätze immer nur in der Weitwinkelposition des Zooms und Telekonverter nur bei längerer Telebrennweite eingesetzt werden. Da Konverter optische Systeme sind, die im Strahlengang des Objektivs eingesetzt werden, ist eine Beeinträchtigung der Schärfe- und Kontrastwiedergabe fast immer gegeben. Abbildungsfehler können durch den Einsatz von Konvertern minimiert werden, die für das entsprechende Objektiv gerechnet wurden.

Mehrere Speicherkarten, die zusammen ein Speichervolumen von mindestens 2 GB ergeben, gehören zur Standardausrüstung eines jeden digitalen Reisephotographen. Je höher die Auflösung der Kamera ist, umso größer sollte das Speichervolumen ausfallen. Empfehlenswert sind acht beziehungsweise vier Speicherkarten mit 256 oder 512 als eine 2 GB Karte, denn der Schaden durch einen Defekt und Schreibfehler ist bei den großen höher als bei den kleinen. Sind die Bilddaten von der Speicherkarte auf die Festplatte oder auf ein anderes Medium übertragen, so sollten die Informationen auf ihr nicht nur gelöscht, sondern die Karte auch in der Kamera formatiert werden. Erst durch das Formatieren kann der Datenmüll - Hilfsdateien, ungenutzte Ordner, Datenreste - beseitigt werden. Dies stellt die Maximalkapazität der Karte wieder her und macht sie auch wieder schneller.

Besonders empfehlenswert für den Urlaub sind mobile Festplattenspeicher, die wesentlich leichter sind als Laptops. Mobile Festplattenspeicher mit eingebauten Kartensteckplätzen und großem Display für die Betrachtung der Aufnahmen sollten für den Reisephotographen erste Wahl sein. Bei einer Neuanschaffung von Multifunktionsgeräten, die Musik, Videos und Photos speichern und abspielen können, ist darauf zu achten, dass die Photofunktionen im Vordergrund stehen. Gerade Multifunktionsgeräte beherrschen oftmals nur die Primärfunktionen richtig gut, während die Zusatzfunktionen nicht über einen Kompromissstatus hinausgehen.

Strom ist das Lebenselixier einer jeden Digitalkamera. Ersatzakkus, aber auch Batterien, sollten immer griffbereit sein, damit dem Reisephotographen auch kein Motiv entgeht. Generell sind Akkus preiswerter als Batterien, Ersatzbatterien - und hier vor allem die Mignonzellen - bieten gerade in fernen Ländern eine zusätzliche Sicherheit. Kameramodellen, bei denen sich die Akkus außerhalb der Kamera laden lassen, ist der Vorzug zu geben. Schnellladegeräte, die mit Microcontroller, Temperatursensoren und Defekterkennung ausgestattet sind, garantieren die optimale Ladung der Akkus. Ein Steckkartenadapter leistet gerade bei Fernreisen sehr gute Dienste.

Rechtzeitig vor Reiseantritt sollte die Kameraausrüstung überprüft werden. Die Bedienungsanleitung darf im Reisegepäck nicht fehlen, denn manchmal verlangen außergewöhnliche Situationen nach Kameraeinstellungen, mit denen man eventuell noch nicht so vertraut ist.
 

Fotografieren in der Praxis 05 / 2007

64 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden