Action- und Sportfotografie - 11 Fototipps für wirkungsvolle Aufnahmen

© Fotograf: Jürgen Laudi, Wer bremst, hat verloren., Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Jürgen Laudi, Wer bremst, hat verloren., Blende-Fotowettbewerb
Bei der Sportbegeisterung Land auf und Land ab sind wir umgeben von Action, die allesamt für Geschwindigkeiten in unterschiedlichen Dimensionen von wenigen km/h bis zu 200 km/h und mehr steht, wenn man beispielsweise an Auto- und Motorradrennen denkt. Dass hier der Wunsch eines jeden steigt, diese Situationen als Foto und/oder Video mit der Kamera einzufangen, liegt auf der Hand. Die Akteure sind es einfach wert, sie zum nachhaltigen Blickfang werden zu lassen. Dank der neuerlichen Innovationen der Kameraindustrie ist die Action-/Sportfotografie heute nicht mehr nur den Profifotografen vorbehalten. Für überzeugende Aufnahmen ist es jedoch nicht allein ausreichend, dass das Fotoequipment zu Höchstleistungen aufläuft. Nachstehend 11 Tipps, die die Wahrscheinlichkeit zu visuellen Volltreffern erhöhen.

1. Fotoequipment und dessen Beherrschung

Welches Fotoequipment für die Action-/Sportfotografie ratsam ist kann hier nachgelesen werden (Action- und Sportfotografie – Welches Fotoequipment wird benötigt?). Die beste Kameraausrüstung nutzt einem jedoch nichts, wenn man sie nicht beherrscht. Gerade in der Action-/Sportfotografie ist dies aber ein stückweit noch essenzieller. Man sollte sich also mit seiner Kamera bestens auskennen und sozusagen vorab „Trockenübungen“ machen. Das bedeutet, sich mit den Funktionen der Kamera vertraut machen, wenn es noch nicht darauf ankommt. Als mögliches Motiv zum Ausprobieren bietet sich beispielsweise der Straßenverkehr an. Hier hat man Geschwindigkeit, kann sich den möglichen Einstellungen annähern und beispielsweise das Mitziehen der Kamera für den „Ernstfall“ proben.

2. Sportart kennen

© Fotograf: Annett Melzer, Jump, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Annett Melzer, Jump, Blende-Fotowettbewerb
Ganz klar im Vorteil – wir stellen sogar die Behauptung auf ohne das geht es nicht – sind all jene, die die Sportart kennen und Situationen vorhersehen können. Von Nutzen ist, wenn man selbst die Sportart auch schon einmal ausgeübt hat. So weiß man instinktiv, was der Sportler wahrscheinlich als nächstes machen wird und kann sich sowie sein Aufnahmeequipment dementsprechend genau darauf ausrichten. Jede Sportart hat ihre ganz spezifischen Eigenschaften – hier ist nahezu nichts allgemeingültig übertragbar. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass überzeugende Aufnahmen einer Wildwasserkanufahrt keine Selbstläufer sind, auch wenn man bereits hervorragende Impressionen von Skifahrern geschaffen hat. Gerade Einsteigern in die Action-/Sportfotografie kann der Tipp gegeben werden, sich zunächst auf eine Sportart zu konzentrieren.

3. Am Anfang: Spezialisierung auf möglichst eine Sportart

Gerade am Anfang sollte man sich auf möglichst nur eine Sportart fokussieren. Mit jedem Auslösen werden die persönlichen Fortschritte sichtbar, die natürlich auch motivierende Wirkung haben.

4. Begeisterung für die Sportart

Ist man selbst von einer Sportart nicht begeistert und soll diese nur dem Akteur zuliebe fotografieren/filmen, dann ist das sehr herausfordernd und möglicherweise eine große Kraftanstrengung für den Fotografen. Authentische Fotos, und das sollte immer das Ziel von Sportfotos sein, bedingen, dass man als Fotograf den Sport lebt und sich so auch in den Akteur vor der Kamera hineinversetzen kann.

5. An den Erfolg herantasten

© Fotograf: Jürgen Witzlack, Anke auf Sieg, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Jürgen Witzlack, Anke auf Sieg, Blende-Fotowettbewerb
In der Fotografie lernt man bekanntlich nie aus und man kann sich stetig verbessern. Das bedeutet, sich an den Erfolg heranzutasten. Das gelingt wesentlich leichter, wenn man sich selbst nicht unter Druck setzt und dementsprechend die eigenen Erwartungen nicht zu hoch schraubt. Probieren geht bekanntlich über Studieren und gerade am Anfang kann nicht jeder Auslöseschuss ein Volltreffer sein.

6. Sich inspirieren

Man kann noch so kreativ sein – oftmals ist es nützlich, sich von außen inspirieren zu lassen, um auch eine neue beziehungsweise andere Sicht auf die Dinge zu bekommen. Selbst wenn man meint, alles wichtige zur Action-/Sportfotografie zu wissen, so kann ein Fotokurs ganz neue Ideen freisetzen. Empfehlenswert ist auch Fotoausstellungen zu besuchen oder sich Wettbewerbsfotos anzuschauen. Hier geht es nicht darum, zu kopieren, sondern nach möglichen Ideen Ausschau zu halten.

7. Eigene Sportlichkeit mitbringen

Das Festhalten von actiongeladene Situationen setzt eine gewisse eigene Sportlichkeit voraus – mit den Akteuren vor der Kamera, darüber muss man sich bewusst sein, wird man höchstwahrscheinlich nicht immer mithalten können. Je besser die eigene Fitness ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, zu wirkungsvollen Video- und Fotoimpressionen zu gelangen.

8. Kommunikation mit den Sportlern

© Fotograf: Carlheinz Tömmel, EINER HEBT AB, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Carlheinz Tömmel, EINER HEBT AB, Blende-Fotowettbewerb
Wichtig ist der direkte Kontakt zum Sportler. Dieser vermittelt einem gegebenenfalls Insiderwissen, das nicht nur für die Entwicklung von eigenen Bildideen essenziell ist. Mit dem Athleten, außer er befindet sich im Wettkampf, können Abläufe vorab besprochen werden. Gute Action-/Sportaufnahmen sind auch Teamarbeit zwischen Fotograf und Sportler. Beide verschmelzen bei so einem Fotoprojekt zu einer Einheit.

9. Aufnahmeort

Der Aufnahmestandort ist von entscheidender Rolle. Gerade bei Freiluftsportarten gilt es, sich schon im Vorfeld ausgiebig mit den Begebenheiten vertraut zu machen. Dafür sollte man sich Zeit nehmen und die fotografischen Optionen im Kopf durchlaufen lassen. Für die richtige Einschätzung ist es übrigens sehr nützlich auch mal in die Hocke zu gehen oder sich beispielsweise auf den Bauch zu legen. Möglicherweise macht man auch die Erkenntnis, dass es von Vorteil wäre einige Zentimeter größer zu sein – sofern im Auto noch liegend hat man dann noch genügend Zeit die Trittleiter zu holen. Bei der Wahl des Aufnahmeortes sollte man Vorder- und Hintergrund im Blick haben und auf die Lichtverhältnisse achten.

Bei Wettkampfveranstaltungen gibt es oftmals fest zugewiesene Orte von denen aus fotografiert werden darf. In diesem Fall muss man diese auch einhalten und sollte sich nicht auf Abwege begeben. Hat man die freie Wahl so ist es ratsam bei er Auswahl des Aufnahmeortes gegen den Strom zu schwimmen und nicht dem Fotografen-Herdentrieb zu folgen.

10. Nicht zum Hindernis werden

Es gibt Sportarten wie beispielsweise Auto-, Motorrad- oder Fahrradrennen, bei denen auch Fotografen infolge der Jagd nach ihren Motiven immer wieder zum Hindernis werden. Im Interesse der Sportler, aber auch im eigenen, sollte man dies tunlichst vermeiden, andere und sich in Gefahr zu bringen.

11. Keine waghalsigen Aktionen

Waghalsigen Aktionen, und dass schließt das Überschreiten der eigenen Grenzen mit ein – ist eine Absage zu erteilen. Es gibt unzählige Beispiele, wo sich nicht nur Fotografen auch aus Unbedachtheit und/oder Selbstüberschätzung unnötig in Gefahr gebracht haben. Da wird zu nah an die Felskante gegangen – ein Schritt weiter zurück und man ist im freien Flug, da wird beim Wildwasserkanu das Flussbett betreten – man rutscht aus und wird von den Wassermassen mitgerissen, da wird der Sicherheitsabstand bei der Fuchsjagd nicht eingehalten und ruckzuck wird man vom vorbeigaloppierenden Pferd niedergerissen – diese Beispiele lassen sich beliebig fortführen.

Fotografieren in der Praxis 06 / 2016

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