Affen vor der Kamera - Wie sich der Bilderfolg schnell einstellt

Sehenswerte Bilder gelingen in Zoos leichter als in der freien Wildbahn

© Fotograf: Manfred Friesse, Hände waschen?, Blende-Fotowettbewerb
Manfred Friesse, Hände waschen?, Blende-Fotowettbewerb

Affen, sicherlich auch, weil sie dem Menschen in vielerlei Hinsicht so ähneln, sind absolut beliebte Fotomotive in Zoos und in freier Wildbahn. Je nach Affenart muss man als Fotograf auf zack sein, gibt es doch sehr dynamische Vertreter unter ihnen. Das für die jeweilige Fotosituation passende Fotoequipment kann der entscheidende Schlüssel auf dem Weg zum Bilderfolg sein. Wichtig sind in jedem Fall aber auch Geduld, Ausdauer, Beobachtungsgabe und natürlich die Begeisterung für diese Tiere. Sehenswerte Aufnahmen erzählen nicht nur Geschichten, sondern sind emotionale Träger dessen, was der Fotograf beim Auslösen der Kamera gespürt hat.

Vorher informieren

© Fotograf: Stephan Peetz, Picknick im Grünen, Blende-Fotowettbewerb
Stephan Peetz, Picknick im Grünen, Blende-Fotowettbewerb

Begeisterung für etwas setzt voraus, dass man sich mit dem Motiv, also den Affen die man fotografieren möchte, auseinandersetzt. Wird in der freien Wildbahn fotografiert, so ist es nahezu unerlässlich, sich vorab zu informieren. Es sollte sogar Pflicht sein – damit wird ausgeschlossen, dass man Grenzen überschreitet und dadurch die Tiere und auch sich als Fotograf gefährdet.

In der freien Wildbahn

© Fotograf: Thomas Weber, Brexit, Blende-Fotowettbewerb
Thomas Weber, Brexit, Blende-Fotowettbewerb

Bewusst sollte man sich darüber sein, dass es außerhalb von Zoos sehr viel schwieriger ist, Affen lebensnah zu fotografieren. Hier muss man für unwiederbringliche Fotos viel Zeit mit bringen – oft mehrere Tage immer und immer wieder Anlauf nehmen und die Tiere mehr oder weniger an sich gewöhnen. Sogenannte Auffangstationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, schneller zum Bilderfolg zu gelangen. Hier hat man zudem den Vorteil, dass man den Affen sehr viel näher kommen kann, da sie an den Menschen gewöhnt sind. Distanzen gilt es dennoch zu überwinden. Hier spielen Teleobjektive ihre absolute Stärke aus. Mit Superteleobjektiven mit Brennweiten über 600 mm kann man den Affen sehr nah kommen. Übung macht hier den Meister, denn die Anwendung solch langer Brennweiten will erobert werden. Je lichtstärker das Teleobjektiv ist, desto besser, halten sich Affen bevorzugt in belaubten Wäldern auf, in denen die Lichtsituation mitunter herausfordernd sein kann. Ist man noch nicht im Besitz eines solchen Teleobjektivs und scheut gegebenenfalls noch die Anschaffung, so bieten heute gegen entsprechende Gebühr viele Fotohändler eine Leih-Möglichkeit. Es gibt inzwischen auch Online-Portale wie Gearo wo man Objektive und Kameras ausleihen kann. Nimmt man diese Dienstleistung in Anspruch, so ist es wichtig, dies ausreichend vor der tierischen Fototour zu machen, um im Vorfeld eins mit dem Fotoequipment zu werden. An Kameras bieten sich kompakte System- und Spiegelreflexkameras an. Kompaktkameras, also Kameras mit fest eingebauten Objektiv, sind nur dann geeignet, wenn sie über einen entsprechenden Zoom verfügen, mit dem sich besagte Distanzen überbrücken lassen. Diskussionen treten immer wieder auf, ob Kameras mit Vollformatsensoren die brillanteren Aufnahmen bieten. Das hängt von der Aufnahmesituation, aber auch vom Alter der Kamera, ab. Neue Kameramodelle sind mit Sensoren ausgestattet, die um ein vielfaches leistungsfähiger sind. Wichtig für die Wildlife-Fotografie ist die nahezu blinde Beherrschung des Fotoequipments. Ein Einbeinstativ – gern auch als Monopod bezeichnet – leistet immer tolle Dienste und garantiert ein Höchstmaß an fotografischer Flexibilität. Wenn es über Stock und Stein geht bietet es nicht nur viel Tragekomfort, sondern entlastet die Hände sowie Arme und lässt natürlich auch längere Belichtungszeiten zu.

Grenzen nicht überschreiten

© Fotograf: Steffen Gauch, Affe, Blende-Fotowettbewerb
Steffen Gauch, Affe, Blende-Fotowettbewerb

An vielen Orten, wie auf Gibraltar, erobern Affen zunehmend Orte und Städte. Von Affenplage ist oftmals die Rede. Durch falsche Tierliebe, aber auch, weil beispielsweise Berberaffen sehr beliebte Fotomotive sind, werden Grenzen überschritten, die mit für aktuelle Situationen verantwortlich sind. Die Tiere verlieren zunehmend ihre Scheu und inzwischen fühlen sich Touristen sogar bedroht. Doch eigentlich haben sie diese Situation erst herbeigeführt.

Im Zoo

© Fotograf: Bernd Dieken,
Bernd Dieken, “Immer dieses Affentheater beim Fotografieren”, Blende-Fotowettbewerb

Zoos bieten den großen Vorteil, den Tieren ohne großen Aufwand ganz nah zu sein. In den vergangenen Jahren wurden die Lebensbedingungen für die Tiere deutlich verbessert. Davon profitieren nicht nur die Tiere, sondern auch die Besucher und somit Fotografen. Aus Fotografensicht sind die Freigehege perfekt. Keine Gitter die man durch entsprechende Kameraeinstellungen wegzaubern muss oder störende Spiegelungen durch Scheiben, die man nur durch den Einsatz von Polarisationsfiltern in den Griff bekommt. Zeit sollte man sich auch im Zoo nehmen, werden Affenbildnisse jenseits des Alltäglichen angestrebt. Weil die Tiere in Zoos einem fast wie auf dem silbernen Tablett serviert werden, verleitet dies gern auch dazu, sich nicht die notwendige Zeit zu nehmen. Selbstläufer sind die affenstarken Aufnahmen, wie sie die „Blende“-Teilnehmern in ihren Wettbewerbsbeiträgen zum Besten geben, nicht. Beobachtungsgabe und Geduld sind auch hier neben dem passenden Fotoequipment Voraussetzung für so tierisch starke Aufnahmen. Für Aufnahmen im Freigehe lebender Affen reicht in der Regel ein Teleobjektiv mit einer Brennweite zwischen 200 mm und 600 mm aus. Auch wenn die Lichtbedingungen in Zoos in der Regel besser sind als in der freien Wildbahn, so spielen auch hier die lichtstarkten Modelle ihre Stärke aus. Die Belichtungszeiten können beispielsweise kürzer gewählt werden. An ein Stativ ist natürlich auch beim Zoobesuch zu denken. Sind große Menschenmengen vor dem Freigehege zu erwarten, dann sollte man sich für das Einbeinstativ (Monopod) entscheiden. Ansonsten ist ein Dreibein- beziehungsweise Vierbeinstativ die bessere Wahl.

Sich nicht unter Druck setzen

© Fotograf: Franz Laymann, Urschrei, Blende-Fotowettbewerb
Franz Laymann, Urschrei, Blende-Fotowettbewerb

Selbst ambitionierten Wildlife-Fotografen gelingen bei allem fotografischen Können nicht immer tierisch starke Volltreffer auf Anhieb. Man muss schlichtweg bei allem fotografischen Können mit sich Geduld haben. Vermeiden sollte man, sich unter Druck zu setzen. Zum Leben eines Fotografen gehört auch sich erneut der Motivwelt zu stellen. Die Serienbildfunktion erhöht in jedem Fall die Wahrscheinlichkeit, den gewünschten Volltreffer zu landen. In jedem Fall ist an genügend Speicherplatz (Ersatzspeicherkarten) ebenso zu denken wie an Ersatzakkus.

Warum nicht auch ein Video?

© Fotograf: Wolfgang Sitter, Glücklich, Blende-Fotowettbewerb
Wolfgang Sitter, Glücklich, Blende-Fotowettbewerb

Die Möglichkeit, mit Kameras heute Videos aufnehmen zu können, ist Standard. Die Videoqualität ist insbesondere bei vielen hochwertigen aktuellen Kameramodellen so perfekt, dass diese bei immer mehr Filmproduktionen zum Einsatz kommen.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 02 / 2018

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