Aktfotografie - Zehn Tipps für ästhetische Aufnahmen

© Fotograf: Irene, sexy, Photoglobus
© Fotograf: Irene, sexy, Photoglobus
Das Fotografieren nackter Menschen gehört zu den Klassikern. Schon in der Frühzeit der Fotografie fertigten Fotografen Bilder von gar nicht oder nur teilweise Bekleideten an. Zum einen natürlich für Studienzwecke, zum anderen aus purem Voyeurismus und oft auch tatsächlich als Kunst. Diese künstlerische Fotografie, die Aktfotografie, erfordert ein bisschen Fingerspitzengefühl. Wie ein Einstieg gelingt: Hier sind zehn Tipps für bessere Aktfotos.

  1. Nehmen Sie sich Zeit. Aktfotos macht man nicht zwischen Tür und Angel und auch nicht mal so eben nebenbei. Fotograf und Model müssen sich in der Regel erst einmal zusammenfinden. Das gilt vor allem dann, wenn nicht zwei Profis aufeinander treffen, die das jeweils schon hundert Mal gemacht haben. Detailkorrekturen, Licht einstellen, all das braucht Zeit. Planen Sie großzügig!
  2. Schaffen Sie eine angenehme Fotosatmosphäre. Es liegt am Fotografen dafür zu sorgen, dass sich das Model wohl fühlt. Stellen Sie etwas zu Trinken bereit. Denken Sie daran, dass Ihr Model nur leicht bekleidet herumsitzen muss, da kann es ganz schnell unangenehm kalt werden. Sorgen Sie für einen Bereich, in dem sich das Model ungestört und unbeobachtet umziehen kann.
  3. © Fotograf: Ralf Mohr, Akt, Photoglobus
    © Fotograf: Ralf Mohr, Akt, Photoglobus
    Machen Sie sich vor dem Shooting Gedanken, was Sie überhaupt fotografieren wollen. Vollakt oder nur ein Teilakt? Vor einem neutralen Hintergrund oder irgendwo in einer passenden Umgebung? Fotoshootings nach dem Motto „Zieh Dich mal aus und dann schauen wir mal“ funktionieren in der Regel nicht.
  4. Weniger ist manchmal mehr, vor allem bei Aktfotos. Der Betrachter muss nicht einen voll ausgeleuchteten Körper auf dem Bild sehen. Manchmal ist es besser, etwas nur anzudeuten, eine nackte Brust beispielsweise im Schatten verschwinden zu lassen. Gute Aktfotos haben immer auch etwas Geheimnisvolles. Sie fotografieren schließlich keine Dokumentation für eine medizinische Fachzeitschrift.
  5. Wenn Sie vorher abgesprochen haben, was wie fotografiert werden soll, bitten Sie ihr Model, gegebenenfalls an dem Tag auf Unterwäsche zu verzichten. Denn: Die Abdrücke von Unterwäsche auf der Haut brauchen mitunter Stunden, um ganz zu verschwinden. Das können Sie natürlich hinterher in der Bildbearbeitung reparieren, aber Vorbeugen ist in jedem Fall besser als Nachbearbeiten.
  6. Spielen Sie mit Licht. Viele Aktaufnahmen sind nicht ohne Grund Schwarzweiß, das hat oft mehr Ästhetik als Farbbilder, zumal dann nicht alle Hautunreinheiten sofort negativ auffallen. Schwarzweiß lebt aber vor allem von Hell und Dunkel. Achten Sie also darauf, wie das Licht fällt.
  7. Spielen Sie mit Schärfe und Unschärfe und blenden Sie auf. Wenn Sie ein Gesicht im Bild haben, stellen Sie bitte auf die Augen scharf, nicht etwa auf die Brust. Auch nicht, wenn der Autofokus unbedingt auf die Bildmitte scharf stellen will. Das menschliche Gehirn ist darauf trainiert, Gesichter anzuschauen, der Blick fällt meist auf Augen oder Mund. Bei Nahaufnahmen können sie die Schärfe natürlich auch etwas anders legen.
  8. © Fotograf: Ralf Mohr, Akt, Photoglobus
    © Fotograf: Ralf Mohr, Akt, Photoglobus
    Nichts ist störender, als ein Tischbein oder ein Baumstamm, der dem Fotomodell direkt aus dem Kopf wächst. Auch, wenn Sie mit Unschärfe und Belichtung den Blick des Betrachters lenken, passen Sie auf, was im Hintergrund zu sehen ist. Oft reicht es, den Aufnahmewinkel minimal zu ändern, um störende Elemente aus dem Bild zu haben.
  9. Treffen Sie eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Fotomodell, in der geregelt ist, ob Sie die Bilder öffentlich zeigen dürfen und was das Model für das Fotoshooting bekommt. Auch und gerade unter guten Bekannten sollten Sie sich möglichen Ärger sparen, indem Sie solche Sachen schriftlich fixieren – dann wissen beide Seiten, worauf sie sich einlassen.
  10. Seien sie immer respektvoll gegenüber Ihrem Model. Auch, wenn er oder sie halbnackt vor der Kamera steht, ein Model ist kein Freiwild! Sparen Sie sich Anmachsprüche und anzügliche Bemerkungen.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2014

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