Aktphotographie - Auf die Lichtführung kommt es an!

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“Männerakt”
Ottmar Erbes

Professionell wirkende Aktaufnahmen implizieren eine gekonnte Lichtführung. Es eignen sich Kompaktblitzanlagen, mit oder ohne Generatoren, die auch im Wohnzimmer oder Hobbyraum eingesetzt werden können. Sie sind relativ preiswert, lassen sich platzsparend in einem Koffer verstauen oder zu einer anderen Location transportieren. Ideal wären zwei oder drei Leuchten ab 600 Wattsekunden mit regelbarer Blitzleistung, proportionaler Einstellichtdosierung, optischer und akustischer Abblitzkontrolle, Auslösung über Synchronkabel und Photozelle. Mit diversen Reflektoren und Vorsätzen kann die Lichtführung und die Art des Blitzlichts (weich, hart, diffus, spotartig) frei bestimmt werden. Nur dadurch ist eine gezielte Objektmodulation durch Licht und Schatten möglich. Das Frontalblitzen mit dem Kamerablitz oder einem Aufsteckblitzgerät führt zu einer recht harten Beleuchtung, die nicht immer erwünscht ist. Abhilfe kann das indirekte Blitzen schaffen. Mit Aufsteckblitzgeräten mit dreh- und schwenkbarem Reflektor wird das Blitzlicht nicht direkt zum Motiv, sondern gegen die Decke oder die Wand abgestrahlt und dann zum Motiv reflektiert. Das erzeugt eine relativ gleichmäßige, weiche und schattenarme Beleuchtung, wobei die TTL-Blitzsteuerung in vollem Umfang erhalten bleibt. Eine Art rudimentäre Lichtführung ist auch mit mehreren entfesselten Blitzgeräten möglich, die bei hochwertigen Spiegelreflexkameras drahtlos TTL-gesteuert werden.

Zündende Idee
Falls die Kamera keinen Synchronanschluß für externe Blitzgeräte hat, lassen sich Kompaktblitzanlagen mit Photozelle auch über den Lichtimpuls eines Kamerablitzes zünden. Da die Blitzanlagen eine wesentlich stärkere Leistung haben, wird der Kamerablitz normalerweise nicht belichtungswirksam. Die Blitzbelichtung respektive die Blitzblende müssen mit einem externen Blitzbelichtungsmesser ermittelt werden.

Analoge Abstimmung
Bei der Blitzbelichtung mit Aufsteckblitzen ist es bei diversen digitalen Kameras wichtig zu wissen, daß viele dieser Geräte "analog abgestimmt" sind: Das Blitzlicht wird während der Aufnahme anhand der Reflexion von der (angenommenen) Filmoberfläche dosiert. Nun haben aber die Bildsensoren ein geringeres Reflexionsvermögen als Filme, was vor allem im Nabereich zu einer leichten Überbelichtung führen kann. Eine Blitzbelichtungskorrektur kann Abhilfe schaffen, zumal man ja das Bild sofort nach der Aufnahme betrachten kann.

Hautwiedergabe
Nicht nur bei Portraits, sondern auch und gerade bei Aktaufnahmen ist eine natürliche, differenzierte Wiedergabe der Hauttöne entscheidend für die Bildwirkung. Spezielle Portraitfilme mit ISO 160 sind sehr gut dafür geeignet. Wer Körnung als Stilmittel einsetzen möchte, für den fällt die Wahl auf Filme mit einer Empfindlichkeit von ISO 400 oder ISO 800.

In der digitalen Photographie liefern Vollformatsensoren eine sehr gute und nuancierte Hauttonwiedergabe. Der Weißabgleich an der Kamera kann, je nach Einstellung und Aufnahmelicht, die Wiedergabe der Hauttöne positiv oder negativ beeinflussen.

Mit einem Gelbfilter lassen sich die Hauttöne heller und reiner wiedergegeben. Ein Orangefilter kann, vor allem bei Kunstlicht, eine glatte Hautwiedergabe bewirken. Ein Rotfilter unterdrückt Sommersprossen und Hautrötungen. In der digitalen Photographie kann die Wirkung vieler Filter für Farbe und Schwarzweiß mit Bildbearbeitung am PC-Monitor generiert werden, wobei die Bildbearbeitung nie an den originalen Bilddaten erfolgen sollte. Ferner ist es sinnvoll monochrome Bilder von Farbaufnahmen digital am PC umzuwandeln.
 

Fotografieren in der Praxis 07 / 2004

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