Fototipp: Alltagsgegenstände im Fotofokus - Im Wandel der Zeit

Hans Peter Rank, Antike Säule, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Hans Peter Rank, Antike Säule, Blende-Fotowettbewerb

Die Fotografie hilft, Dinge dauerhaft zu konservieren und bei späterer Betrachtung der Aufnahmen Erinnerungen an vergangene Zeiten freizusetzen. Insbesondere Alltagsgegenstände, die man fälschlicherweise oftmals als Fotomotiv seinerzeit nicht im Fokus hatte, sind mit tiefgreifenden Erlebnissen verbunden, die sogar aus der Erinnerung heraus Gerüche freizusetzen vermögen. Ein solches Beispiel für einen solchen „riechenden“ Alltagsgegenstand ist sicherlich die Telefonzelle – früher in Deutschland in Gelb mit Türe, dann der Farbwechsel zu Magenta sowie grau und heute – sofern im Mobilzeitalter noch anzutreffen – meist offen konzipiert. All jene, die die Telefonzelle noch aktiv nutzten wissen nicht nur von dem einzigartigen Geruch, der in allen Telefonzellen Land auf und Land ab nahezu identisch war ein Lied zu singen, sondern haben heute noch die fallenden Münzgeräusche nach einem längeren Telefonat im Ohr. Oder wer erinnert sich noch an die Telefonkarten mit denen anstelle von Kleingeld bezahlt wurde – lange Zeit übrigens begehrte Sammlerstücke. Mit dem Beispiel Telefonzelle, das stellvertretend für so viele steht, rufen wir heute dazu auf, heutigen Alltagsgegenständen mehr fotografische Beachtung zu schenken und zwar für einen selbst aber auch für die nächste Generation. Bleiben wir beim Telefon. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren Modelle mit Wählscheibe und Schnur zum Anschluss in der Wand Standard. Letztgenanntes die Stolperfalle, die jeder kennt, der in dieser Zeit groß geworden ist. Revolutionär war die Einführung des Telefons mit Tasten und dann im nächsten Schritt den Hörer ohne Schnur. Oder nehmen wir die Schreibmaschine – zeigt man sie heute der Generation, die damit nicht groß geworden ist, so fragt diese sich, wo denn Stromanschluß, Internetzugang und Bildschirm sind.

Alltagsgegenstände verändern sich in einem rasend schnellen Tempo und dennoch ist es ein schleichender Prozess, der einen diesen Wandel erst vor Augen führt, wenn man durch Fotografien wieder Jahre zurückversetzt wird. Für den Moment betrachtet haben die Aufnahmen von Alltagsgegenständen sicherlich keinen Wert – dies ist auch einer der Gründe, warum man ihnen als Fotomotiv im hier und jetzt lebend keine Beachtung schenkt. Man beraubt sich so aber seiner Vergangenheit ohne die es die Zukunft bekanntermaßen nicht geben würde. Auch das Smartphone, heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, wird irgendwann durch eine neue Technologie abgelöst – für den heutigen Moment betrachtet unvorstellbar.

Einige Alltagsgegenstände erfahren derzeit eine Renaissance – denken wir hier nur an den Schallplattenspieler. Auch die Fangemeinde der analogen Fotografie wächst wieder – neu aufgelegte Analogkameras sind derzeit sicherlich nicht zu erwarten, befinden sich in den Haushalten noch genügend Exemplare. Unter diesen werden wie mit der Pocketkamera aber möglicherweise welche dabei sein, die beim Nachwuchs ein Fragezeichen hinterlassen.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blendebietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: in Kürze fällt mit „Blende 2017“ der Startschuß zur 43. Runde.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2017

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1 Kommentare

Guter Tipp denn das hat man wirklich nicht im Blick

Tanja

von Tanja
22. März 2017, 14:46:52 Uhr

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