Architekturfotografie - Kranhäuser in Köln

Die Kranhäuser in Köln, dabei handelt es sich um die architektonische Gesamtheit der drei 61,60 bis 61,91 Meter hohen, 70,20 Meter langen und 33,75 m breiten Hochhäuser am Rheinauhafen in der Altstadt-Süd, sind ein beliebtes Fotomotiv. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es mit dem einfachen Ablichten nicht getan ist, möchte man mit seinen visuellen Impressionen aus der Masse herausstechen. Der „Blende 2017“-Teilnehmer Dennis Mohrmann hat mit seinem Wettbewerbsbeitrag „Kranhaus I“ – eingereicht zur diesjährigen thematischen Vorgabe „Licht und Schatten“ – eine Fotografie geschaffen, die jenseits des Alltäglichen ist und somit eine neue Sicht auf das Kranhaus gewährt. Das macht es für den Betrachter interessanter – sein Blick ist länger gefesselt, diese Fotografie bleibt in Erinnerung.

Architekturfotografie. © Fotograf: Dennis Mohrmann, Kranhaus I, Blende-Fotowettbewerb
Dennis Mohrmann, Kranhaus I, Blende-Fotowettbewerb

Aus der Fotopraxis für die Fotopraxis

Die Architekturfotografie hat gegenüber anderen Fotosujets den großen Vorteil, dass die Motive nicht weglaufen und man so alle Zeit hat, Gebäude für sich fotografisch in Szene zu setzen. Natürlich kann es von Vorteil sein, mit einer festen Bildidee zu Werke zu gehen – etliche Fotoaffinen entwickeln diese aber auch erst während des kreativen fotografischen Spiels. Wichtig ist auch in der Architekturfotografie, Gebäude wie das Kranhaus I, für sich zu erobern. Das bedeutet, sich wie Dennis Mohrmann, Zeit zu nehmen. Wie er uns sagte, bevorzugt er die extreme Perspektive – sie ist ihm gerade in der Architekturfotografie wichtig. Aus diesem Grund hat er sein Stativ dicht am Gebäude aufgestellt und die Kamera senkrecht nach oben ausgerichtet. Dabei achtete er darauf, dass die Straßenlampe in die Aufnahme mit einbezogen wird. Als sehr nützlich für den perfekten Aufnahmestandpunkt erwies sich das Schwenkdisplay seiner digitalen Spiegelreflexkamera Canon 70D. Zum Einsatz kam das Canon EF-S 10-18mm Weitwinkel Objektiv mit einer Brennweite von 11 mm. Für mehr Schärfentiefe wurde die Blende auf f/16 geschlossen. Um jegliche Erschütterungen auszuschließen, kam ein Fernauslöser zum Einsatz.

Es waren etliche Aufnahmen notwendig, bis Dennis Mohrmann den Aufnahmestandpunkt so hatte, wie er ihn wollte. Augenmerk war hier, dass sich die Straßenlampe genau in der Bildmitte befindet. Da die Lichtverhältnisse am Aufnahmetag nicht perfekt und so Teile des Bildes überbelichtet waren, wurde die Aufnahme anschließend bearbeitet. Hier entschied sich Dennis Mohrmann bewusst für eine extreme Einflussnahme. Im RAW-Konverter entwickelte er drei unterschiedlich belichtete Bilder, um dann daraus ein HDR zu erstellen. „Den Himmel habe ich weicher gemacht und den Kontrast vom Gebäude mit Hilfe der Filter „Hochpass“ sowie „Unscharf maskieren“ verstärkt. Zum Schluss habe ich die beiden Bildhälften mit Dunkel/Hell Kontrast noch einmal verstärkt und dem Bild den Blauton verpasst.“ so Dennis Mohrmann.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2017

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