Wie gelingen tolle Aufnahmen von der tierischen Aquarien- und Terrarienwelt

Spiegelungen durch die Glasscheiben gilt es zu vermeiden

Geringe Schärfentiefe macht Kratzer auf Glasscheiben nahezu unsichtbar

© Fotograf: Andreas Saatze, Medusa, Blende-Fotowettbewerb
Andreas Saatze, Medusa, Blende-Fotowettbewerb

Die tierische Welt in heimischen Aquarien und Terrarien hat in den letzten Jahren an Vielfalt deutlich zugenommen. Der Stolz der Besitzer ist zu Recht grenzenlos. Bilder sind es, die visuelle Belege für die große Begeisterung rund um das tierische Hobby sind. Dementsprechend groß ist das Verlangen der Besitzer, die tierische Aquarium- beziehungsweise Terrariumwelt fotografieren zu wollen. Und auch in Zoos sind Aquarien und Terrarien wahre Publikumsmagneten – auch hier wird sofern erlaubt – fotografiert, um sich diese Welt nach Hause zu holen. Stehen Aquarien und Terrarien im privaten im fotografischen Blickpunkt, so ist die Einflussnahme weitaus größer als in Zoos. Sollen die Aufnahmen wirkliche Eyecatcher sein, dann ist es nicht damit getan, einfach nur das Smartphone oder die Kamera aufs Aquarium beziehungsweise Terrarium draufzuhalten.

Fotoequipment – Was ist ratsam?

Der Kamera, ob nun einer hochwertigen Kompakt-, Spiegelreflex- oder kompakten Systemkamera ist der Vorzug vor dem Smartphone zu geben. Neben unendlich vielen Pluspunkten spricht für Kameras auch das Objektivfiltergewinde, so dass eine Gummisonnenblende oder ein Polarisationsfilter zum Einsatz kommen kann. Letztgenanntes schluckt die von der Glasscheibe abgelenkten Lichtwellen, in dem es nur eine bestimmte Polarisation durchlässt: Spiegelungen können somit ausgeschlossen werden, das Bild wird klarer, Kontraste und Kanten treten deutlicher hervor. Die Kamera sollte dabei nicht senkrecht zur Scheibe zeigen, sondern in einem Winkel von etwa 30 bis 40 Grad, dann arbeitet das Filter am besten. Es gibt zwei Arten von Polarisationsfiltern: „lineare“ und „zirkulare“. Der Hauptunterschied ist, dass beim zirkularen Polarisationsfilter keine Schwingungsrichtung des Lichts bevorzugt wird, was überaus wichtige Auswirkungen in der Praxis hat. Kameras können gegebenenfalls falsche Belichtungswerte liefern, wenn lineare Polarisationsfilter verwendet werden, mitunter arbeitet der Autofokus auch nicht mehr korrekt. Deshalb kommen bevorzugt die zirkularen Filter zum Einsatz.

© Fotograf: Wilfried Langfeldt, Aquariumfisch ist 'blau', Blende-Fotowettbewerb
Wilfried Langfeldt, Aquariumfisch ist ‘blau’, Blende-Fotowettbewerb

Ratsam ist ein Stativ und zwar ein Dreibeinstativ. Mit diesem kann die Kamera perfekt ausgerichtet werden. Dies ist Elementar, denn schon eine leicht schräge Ausrichtung der Kamera zur Glasscheibe führt aufgrund von Lichtbrechung zu unscharfen Aufnahmen. Aber auch Farbsäume lassen sich durch einen perfekten Kamerastandpunkt vermeiden. Je schräger die Kamera zur Glasscheibe positioniert ist, desto mehr Farbsäume treten auf. Diese sind dann der Grund für unscharfe Aufnahmen. Eine perfekte Ausleuchtung steigert die Bildqualität. Vom Einsatz des internen Blitz ist abzuraten, sorgt dieser wie das an der Kamera befestigte externe Blitzgerät für eine flache Ausleuchtung. Zudem kann es an der Rückwand des Aquariums zur Schattenbildung kommen, die sich ebenfalls negativ auf die Bildwirkung auswirkt. Ratsam sind zwei bis drei Lichtquellen (Blitz, Lampen) rechts, links und oberhalb des Aquariums – damit ist eine nahezu perfekte Ausleuchtung garantiert. Nahezu deshalb, weil nach unten möglicherweise Schlagschatten auftreten können. Diese lassen sich verhindern, indem das Blitzgerät mit einem Bouncer nachgerüstet wird. Alternativ versucht man es mit einer seitlichen (rechts oder links) und einer Lichtquelle über dem Aquarium. Eine weitere Option ist dann noch der interne Kamerablitz bzw. der aufgesteckt in Kombination mit einer seitlichen Lichtquelle – mit ihm kann bei optimaler Anordnung die Sonne simuliert werden. Bezüglich der Ausleuchtung hat man, wie die Ausführungen zeigen, mehrere Optionen. Welche die für die eigene Bildidee die Beste ist, bringt nur das fotografische Experiment zu Tage.

Reflexionen/Spiegelungen vermeiden

Hauptaugenmerk sollte sein, dass Reflexionen durch die Aquarium-/Terrariumscheibe nahezu ausgeschlossen werden. Neben dem Einsatz eines Polarisationsfilters oder einer Gummisonnenblende reduziert man Spiegelungen, indem man den Raum abdunkelt. Zudem empfiehlt sich für den Fotografen dunkle Kleidung, die sich nicht in der Scheibe spiegelt. Das ist besonders dann Elementar, wenn ein größerer Abstand zwischen Objektiv und Aquarium vorliegt. Eine weitere Option, Spiegelungen zu verhindern, ist, alle Lichter im Raum zu löschen oder mit einem Tuch über Kamera und Aquarium zu arbeiten. Um Reflexionen auszuschließen kommt eine schwarze Pappe mit einem Loch für das Objektiv zum Einsatz. Eine weitere Möglichkeit, aber nicht immer die optimalste, um Spiegelungen zu verhindern, ist, das Objektiv auf das Aquariumglas aufzusetzen. Mehrere Optionen stehen einem also offen. Welche die Beste für einen in der Praxis ist zeigt das Experiment.

Saubere Glasscheiben und Wasser

© Fotograf: Kathrin Kamara, Immer der Nase nach!, Blende-Fotowettbewerb
Kathrin Kamara, Immer der Nase nach!, Blende-Fotowettbewerb

Ist die Glasscheibe des Aquariums beziehungsweise Terrariums schmutzig, so wirkt sich dies ebenso negativ auf die Bildqualität aus wie Kratzer. Schmutz lässt sich bekanntlich durch Säuberung beseitigen – Kratzer nicht wirklich. Damit diese nicht so ins Gewicht fallen ist es ratsam, die Schärfentiefe relativ gering zu wählen. Kratzer sind übrigens umso weniger sichtbar, je näher das Objektiv am Aquarium-/Terrariumglas positioniert ist. Im Wasser von Aquarien befinden sich immer Schwebeteilchen. Deren Aufkommen ist umso größer, je länger es nicht gereinigt wurde. Die Aufnahmen sind umso eindrucksvoller, wenn die Aquariumreinigung noch nicht zu lange zurückliegt.

Blende – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist Blende ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Blende schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

Blende-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu Blende.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2018

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