Warum sind meine Aufnahmen zu hell oder zu dunkel?

Wie lassen sich ganz einfach zu helle oder zu dunkle Aufnahmen verhindern?

Zebra im Zoo
Sanny Nahrstedt, BnW Beauty, Blende-Fotowettbewerb

Kameras – insbesondere die aktuellen Modelle – sind Hightech pur. Die Ingenieurkunst setzt alles daran, dass man sich beim Fotografieren verstärkt auf das Motiv konzentrieren kann und – sofern nicht im manuellen Modus fotografiert wird – Automatikfunktionen einem alles an Einstellungen abnehmen. Kameras haben immer umfangreichere Menüprogramme für die einzelnen Fotosituationen, so dass man damit bestens gerüstet ist. Doch es gibt Situationen wie bei Gegenlicht, wo die Automatik ggf. in die Irre geführt werden kann. Das Ergebnis sind dann zu helle oder dunkle Aufnahmen. Diese lassen sich mit Leichtigkeit verhindern.

Blende und Verschlusszeit

Zur Dosierung der Lichtmenge, die durch das Objektiv auf den Sensor fällt, sind die Blende und der Verschluss verantwortlich. Die Blende, die nach dem gleichen Prinzip arbeitet wie die Iris in unserem Auge, lässt, je nach ihrer Öffnung, ein größeres oder kleineres Lichtbündel passieren. Der Verschluss begrenzt zeitlich den Zutritt des Lichts. In der Regel braucht man sich bei Aufnahmegeräten mit Belichtungsautomatik nicht um Blende und Verschlusszeit zu kümmern.

Gegenlicht kann die Automatik irritieren

Pärchen im Tunnel im Gegenlicht
Peter Munsch, Quo vadis ?, Blende-Fotowettbewerb

Liegt Gegenlicht vor, so kann dies die Automatik irritieren. Für das im Schatten liegende Motiv wird eine zu kurze Belichtungszeit errechnet. Dieser Tatsache tragen die meisten Kameras durch die Möglichkeit der Gegenlichtkorrektur Rechnung. Die Blende wird hierbei um rund einen Wert weiter geöffnet als von der Automatik vorgegeben.

Starke Motiv-Hell-Dunkel-Kontraste

Schwieriger wird es für die Automatik, wenn ein großflächiges Motiv starke Hell-Dunkel-Kontraste aufweist. Hier muss man als Fotograf helfend eingreifen und gezielt die Bereiche ausmessen, auf die es einem ankommt. Dazu kann man an das Objekt näher herangehen und Nahmessungen an bestimmten Stellen vornehmen. Doch es gibt eine elegantere Methode. Neben der herkömmlichen Ganzfeld- oder auch Integralmessung besitzen viele Kameras ein zweites System, die Spotmessung. Damit kann man die betreffenden Motivzonen auch aus größerem Abstand gezielt anpeilen, deren Helligkeit ermitteln und die Belichtung darauf abstellen.

Mit einer Belichtungsreihe ist man immer auf der sicheren Seite

Muscheln ragen aus dem Sand
Wolfgang Straub, Muscheln im Gegenlicht, Blende-Fotowettbewerb

Wer sicher gehen will, macht angesichts eines sehr ungleichmäßig ausgeleuchteten Motivs eine kleine Belichtungsreihe, fotografiert zunächst mit dem gemessenen Wert, schließt und öffnet die Blende dann jeweils um eine halbe Stufe und lichtet das Motiv bei diesen Einstellungen ab. Sollte eine vollautomatische Kamera die Möglichkeit der manuellen Blendensteuerung nicht bieten, kann der gleiche Effekt ebenso gut über die Empfindlichkeitseinstellung beziehungsweise den Weißabgleich erreicht werden.

Blende – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist Blende ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Blende schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

Blende-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Fotografieren in der Praxis 06 / 2018

2 Kommentare

Die über den Weißabgleich zugänglichen Funktionen ermöglichen kaum eine Belichtungskorrektur ("Kunstlicht", "Leuchtstofflampe"...).Hauptsächlich wird die Farbtemperatur verändert, selbst bei Einstellungen wie"Schatten", "Bewölkter Himmel". Ich belichte über den Knopf "Belichtungskorrektur" z.B. bei Objekten vor hellem Hintergrund (Vogel im Geäst) ca. 2 bis 2,5 Blenden über, um keinen Schattenriß zu erhalten und die Farben im Gefieder zu erkennen.Wer keinen Knopf für Belichtungskorrektur an seiner Kamera besitzt, sollte manuell die Belichtungszeit verkürzen, wenn die Verengung der Blende auf etwa 11 nicht möglich ist. Wichtig erscheint mir der Hinweis auf die Funktion "Iso-Empfindlichkeit". Wer die auf "automatisch" beläßt, kann erst dann eine Veränderung der Belichtung erwarten, wenn die obere oder untere Grenze der ISO-Einstellung über-bzw. unterschritten wird. Bis dahin versucht die Kameraautomatik, einen mittleren Grauwert einzustellen und hebt eine bewußte Änderung der Belichtung wieder auf - es sei denn, man verwendet den Einstellknopf "Belichtungskorrektur". Hier hilft die Einstellung eines festen ISO-Wertes. Bei allen Veränderungen der gewohnten "Standarteinstellungen" darf nur nicht vergessen werden, die Kamera wieder auf den Normalfall zurückzustellen, sonst sind die nachfolgenden Fotos fehlerhaft.

Hartwig Schuchart

von Hartwig Schuchart
28. Juni 2018, 10:09:59 Uhr

Der Weißabgelich soll zur Belichtungskorrektur benutzt werden? Nach meinen Verständnis hat er Einfluss auf die Farbabstimmung (Farbtemperatur) aber nicht auf die Helligkeit. Belichtungskorrekturen müssen oft deutlich stärker sein als eine halbe Blende.

Jürgen

von Jürgen
27. Juni 2018, 21:14:16 Uhr

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