Auftrumpfen mit eigenen Foto-Postkarten

Auftrumpfen mit eigenen Foto-Postkarten Bildgalerie betrachten BTG 300 cm von Tecco

Das waren noch Zeiten, als man sehnsüchtig in den Briefkasten schaute, ob es nicht endlich Urlaubsgrüße von Freunden gäbe. Die handgeschriebene Postkarte ist heute beinahe so selten wie ein Fünfer mit Zusatzzahl im Lotto. Und doch hat eine Postkarte ihren besonderen Reiz, vor allem dann, wenn man diese mit eigenen Motiven auf dem eigenen Drucker produzieren kann.

Dieses Foto übersteht jeden Festplatten-Crash und umgeht jeden Spamfilter, zudem können Ihre Enkel es noch betrachten.

Besser als Hermann Will, Chefredakteur FineArtPrinter, der Fachzeitschrift für Fotografieren, Drucken und Ausstellen, kann man es nicht auf den Punkt bringen.

„Jahrelang haben wir“, so Hermann Will, ausprobiert, wie ein Bild in A3+ wirkt oder ob das A2-Format nicht noch besser wäre. Wir haben in unserem Magazin FineArtPrinter leider den Reiz der Kleinformate vollkommen außer Acht gelassen. 50 Blatt BTG 300 cm von Tecco im Postkartenformat von 10,2 × 15,2 cm kosten etwa 22 Euro, eine einzelne Postkarte also etwa 44 Cent, ohne Tinte. Und wenn man sich daran macht, diese auch von der Rückseite zu bedrucken, ist die Postkarte schon perfekt.“

Uwe Janke, Vertriebsspezialist bei Tecco, und FineArtPrinter-Chefredakteur
Hermann Will haben anlässlich der Verbandstagung des Photoindustrie-Verbandes im Frühsommer in Starnberg das Thema Postkarte neu belebt. Janke und Will fotografierten im Umfeld der Tagung und druckten anschließend im Hotelzimmer verschiedene Varianten der Karten aus. Dabei wurde auf der Vorderseite der Karte folgender Text platziert: „Dieses Foto übersteht jeden Festplatten-Crash und umgeht jeden Spamfilter, zudem können Ihre Enkel es noch betrachten.“

Janke hatte für die Aktion die Karten auf der Rückseite mit einem klassischen Anschriftenfeld für Empfänger und Absender sowie mit Briefmarkenplatzierung gedruckt. Das geht auf einem Fotodrucker problemlos über den Einzelblatteinzug. Die matte Rückseite des Baryt-Papiers nimmt die geringe Menge der Tinte problemlos und konturenscharf auf. Im Hotelzimmer in Starnberg druckten die beiden Print-Lobbyisten dann auf den bereits vorbereiteten Karten nur noch die aktuellen Fotos auf die Baryt-Seite. Beim abendlichen Gespräch sah man Verbandsmitglieder einige der bereits frankierten Karten adressieren, sodass auch wirklich eine Reihe der Karten den Weg in den Briefkasten fand.

Das allerdings muss keine Einzelaktion bleiben. FineArtPrinter hat den für Sie schwierigsten Part, nämlich einen Rückseitendruck für die Postkarte mit Ihrer Anschrift weitgehend vorbereitet. Auf www.fineartprinter.de finden Interessierte ein PSD-File zum Download, das man für persönliche Adressangaben schnell modifizieren kann und mit dem sich Karten im Postkartenformat rückseitig bedrucken lassen. Auf der Vorderseite kann ein Foto von Ihnen sein, das Einladungsmotiv für Ihre Vernissage oder einfach zu Ihrem Fest. Das erwähnte BTG 300 lässt sich für den Rückseitendruck problemlos verwenden. Darüber hinaus ist es auch möglich, alle anderen Inkjet-Karten in diesem Format rückseitig zu bedrucken.

Von Hahnemühle gibt es beispielsweise Postkarten in der schmucken Blechdose. Hermann Will: „Wir haben die Version Baryta FB 350 g/m2 ausprobiert. Die gerundeten Ecken sind ein dominierendes Gestaltungselement bei den Hahnemühle-Karten. Um deren Wirkung hervorzuheben, platzieren Sie möglichst Bilder, die viel Weißraum lassen. Druckt man dagegen weitgehend formatfüllend, kann der Kontrast der gerundeten zur rechtwinkligen Ecke auch störend wirken.“ Hahnemühle vermarktet die Karten in einer praktischen Dose mit 30 Inkjet-Karten. Die ebenfalls angebotene Version mit Photo Rag 188 g/m2 kann Hermann Will nicht empfehlen, das Material ist als Postkarte zu wenig steif. Ideal sind jedoch die Varianten FineArt Pearl 285 g/m2 für etwa 13 Euro und Baryta FB 350 g/m2 für etwa 10,50 Euro mit jeweils 30 Karten inklusive Blechbox. Auch auf dieser Karte kann man problemlos rückseitig Adressfelder aufdrucken.

Wer richtige Grußkarten – Vorder- und Rückseite mit Bildern bedruckt – versenden will, der sollte sich die Museo-Artist-Cards von Profot leisten. Die gibt es in den verschiedensten Formaten und in unterschiedlichen Mengen. „Wir“, so Hermann Will, „testen die quadratischen Karten (Artist Cards Square) im Format 13,2 × 13,2 cm, die sich bestens für den Druck der quadratischen Hipstamatic-Fotos eignen.“ Die Karten sind gefalzt und gerillt, und Papier und Umschlag haben die gleiche Farbe, sodass ein perfektes Gesamtbild entsteht. Für den beidseitigen Druck fertigt man – falls Unsicherheiten vorhanden sind – eine Dummy-Version auf einem beliebigen Papier an, bevor man auf den hochwertigen Medien Fehldrucke produziert. Die Packung mit 24 Karten plus 24 Umschlägen wird mit 24,10 Euro berechnet. Das Paket mit 100 Karten kostet 67,69 Euro. Wer eine Postkartendruckerei gründen will, leistet sich das 1.000-er Paket Karten für 370,83 Euro. Die hochwertig wirkenden Karten gibt es auch in den Formaten 11,4 × 14,7 cm und 14,9 × 19,5 cm sowie als Panorama-Version im Format 23,2 × 9,8 cm. Hinweis für alle, die solche Karten per Post versenden möchten: Der postalisch definierte Standardbrief misst maximal 110 × 220 mm, größere Formate werden leider teurer.

Für Speziallösungen bietet Otto Küper (Gelsenkirchen) Karten im Format 9,9 × 42 cm, das entspricht in gefaltetem Zustand dem postalisch akzeptierten Format DIN Lang von 21 × 10 cm und kann zu Standard-Briefporto versendet werden. Die Karten (Photo Rag Duo) sind gefalzt. Für den einseitigen Druck gibt es außerdem Karten aus Photo Rag Satin 310 g/m2. Dieses weiche, griffsympathische Papier wird in 9,9 × 42 cm und 11,5 × 38 cm angeboten. Es entspricht in gefalztem Zustand dem Format 11,5 × 19 cm. Küper bietet die Karten im Zehnerpack für 23,50 Euro an, 25 Blatt kosten 52,85 Euro. Die Karten im Format 9,9 × 42 cm gibt es für 19,50 Euro im Zehnerpack, 25 Blatt kosten 43,85 Euro. Otto Küper, ein Praktiker aus dem Papierhandel: „Jeder Packung liegen bei uns besonders gekennzeichnete zwei Blatt Papier im gleichen Format bei, mit denen der Anwender die Positionierung der Karten im Drucker ausprobieren kann, ohne durch eine falsche Positionierung ärgerliche Fehldrucke zu verursachen.“

Vorgefertigte Lösungen haben Vorteile, doch es gibt auch eine unkomplizierte Variante mit doppelseitig bedruckbaren Papieren. Aus einem Blatt im Format A4 kann man perfekte Karten im Format A5 drucken. Will man diese versenden, scheitert es oft an der Wahl eines passenden Umschlags. Denn Umschläge aus warmweißem Naturpapier werden nicht überall angeboten. Und wenn von der Familie der Hinweis kommt: „Wir brauchen noch ganz schnell eine schöne Glückwunschkarte“, fehlt bekannterweise die Zeit, lange zu suchen, dann wird gestaltet und gedruckt. Deshalb Herman Wills Tipp: Sorgen Sie schon jetzt für einen Vorrat an Karten und Umschlägen für die bevorstehenden Weihnachtsglückwünsche.

Cameron Fotowww.cameronfoto.eu

Hahnemühle FineArt GmbH 
- www.hahnemuehle.com

Friedrich Küper KGwww.kueper-kg.de

Profot GmbH 
- www.profot.de

Tecco GmbHwww.tecco.de

Fotografieren in der Praxis 11 / 2013

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