Fototipp: Basstölpel und andere Flugkünstler auf Helgoland

Anke Ungerathen, Glitzer, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Anke Ungerathen, Glitzer, Blende-Fotowettbewerb

Helgoland ist aus vielen Gründen eine Reise wert – Tierfotografen zieht es auf diese Insel wegen der dort ansässigen Vogelwelt. Der Basstölpel hat es ihnen hier besonders angetan. Dies mag mit daran liegen, dass der gänsegroße Meeresvogel aus der Familie der Tölpel mit seiner imposanten Erscheinung leichter fotografisch in Szene gesetzt werden kann, als beispielsweise der Eissturmvogel, der nicht nur kleiner ist, sondern sich auch gern im Verborgenem aufhält und man ihn somit eher hört als sieht. Innerhalb der Tölpel-Familie ist der Basstölpel übrigens die am weitesten im Norden brütende Art und die einzige, die auch in Europa brütet. Erst seit 1991 ist der Basstölpel auch Brutvogel auf Helgoland. Hier hat er den Lummenfelsen fest in Beschlag genommen – somit weis der Fotobegeisterte auch sofort, wohin er muss. Wie beliebt der Basstöpel als Motiv unter Fotobegeisterten ist, zeigen allein die zahlreichen Wettbewerbsbeiträge, die zu „Blende“ immer wieder eingehen. Die kleine Auswahl der hier veröffentlichen „Blende“-Wettbewerbsbeiträge zeigt, wie lohnenswert es ist, den Basstölpel für sich als Fotomotiv zu entdecken.

Jeder, der sich dem Fotomotiv Vogel schon einmal gestellt hat weiß, dass Geduld und Ausdauer, aber auch Glück sowie das richtige Kameraequipment und Kenntnisse über das Verhalten notwendig sind, um zum sogenannten Sonntagsschuss zu gelangen. Mit aktuellen Kameras, die wahre Geschwindigkeitsweltmeister sind und mit immer besseren Serienbildfunktionen aufwarten, steigt die Wahrscheinlichkeit auf den so heißersehnten fotografischen Glücksmoment. Wer im Besitz einer Kamera ist, die mit dem Feature 4K ausgestattet ist, der erhöht nochmals die Wahrscheinlichkeit des entscheidenden Volltreffers. 4K steht dafür, die Momentfotografie zu revolutionieren und zählt zu den Innovationen, das Fotobegeisterten einen klaren Mehrwert garantiert.

Möchte man auf Helgoland – oder auch woanders – Basstölpel formatfüllend und somit wirkungsvoll in Szene setzen, so gilt es, Distanzen zu überbrücken. Das gelingt mit einer Superzoomkamera – die auch als Bridgekameras bezeichnet werden – sowie mit einer kompakten System- sowie Spiegelreflexkamera, die mit entsprechender Teleoptik ausgestattet ist. Die beiden letztgenannten Kamerasysteme sind die erste und beste Wahl. Ob man sich für ein leichtes oder sogenanntes schweres Teleobjektiv entscheidet, hängt zum einen vom Kamerasensor (Cropfaktor), aber auch von der zu überbrückenden Distanz bis hin zur Größe des Vogels ab. Brennweiten von 300 bis 500 mm gelten als optimal, wenn Vögel wie der Basstölpel in der freien Natur fotografiert werden. Um die Reichweite zu erhöhen, können auch Telekonverter zum Einsatz kommen.

Lichtstark sollten die Objektive in jedem Fall sein – am falschen Ende zu sparen, zahlt sich nicht aus und es ist mehr als ärgerlich, wenn die Lichtstärke des Objektivs eher einer Dunkelkammer gleicht. Sehr hilfreich ist ein Stativ. Es entlastet nicht nur die Arme und Hände des Fotografens, sondern hilft, Verwacklungen zu vermeiden und dass die Kamera nicht verkantet wird. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Stativ und Kamera eine Einheit bilden. Die Traglast sollte man also im Blick haben – eine zu schwere Kamera kann ein Stativ durchaus einmal in die Knie zwingen, was zur Beschädigung der Kamera führen kann. Wichtig ist natürlich auch, dass das Stativ sicheren Halt hat – Füße und Bodenbeschaffenheit sollten passen. Mit einer Kompaktkamera mit 3-fach-Zoom oder gar einem Smartphone braucht man sich dieses Themengebiet nicht erschließen zu wollen, denn die Aufnahmen werden nicht überzeugen. Die gefiederten Freunde werden, wenn überhaupt, höchstens als Klekse sichtbar sein.

Die beste Kameraausstattung nutzt natürlich nichts, wenn man als Fotograf keine Kenntnisse über die Luftkünstler hat. Dementsprechend gilt es, sich dieses anzueignen, und das bedeutet, zu beobachten. Basstölpel auf Helgoland bieten gerade Einsteigern mit ihrer Größe sowie ihrem starken Vorkommen die gute Gelegenheit, sich das Themengebiet der Vogelfotografie zu erschließen.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blendebietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: in Kürze fällt mit „Blende 2017“ der Startschuß zur 43. Runde.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2017

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