Belichtung - das A und O für gelungene Aufnahmen

Aussichtsturm im Lieblingshotel Bildgalerie betrachten Blende ,“Aussichtsturm im Lieblingshotel”
Ulrike Zettler

Das A und O für gelungene Aufnahmen ist die richtige beziehungsweise optimale Belichtung, die beeinflußt wird durch die Helligkeits/Lichtreflektion des Aufnahmemotivs im Verhältnis zur Film- beziehungsweise Chipempfindlichkeit. In Kombination von Blende und Zeit wird die Belichtung geregelt, die sowohl beim Film als auch beim Chip in Zahlenwerten - ASA/DIN - angegeben wird. Seit einiger Zeit wird die Belichtung auch im international gültigen Standard ISO angegeben, der auf einer Kombination von ASA und DIN beruht, so daß man nicht umdenken muß.

Größere ASA- beziehungsweise ISO-Werte bedeuten eine höhere Empfindlichkeit, das heißt je größer die Zahl ist, desto weniger Licht wird für die Aufnahme benötigt. Je höher die Empfindlichkeit des Filmmaterials ist, desto gröber ist das Korn. Bei Digitalkameras führt eine Erhöhung der Empfindlichkeit des Chips zu einem verstärkten "Rauschen" im Bild, das bei Kameras mit kleinem Aufnahmesensor größer ausfällt als bei Kameras mit großem Chip. Dieses Rauschen ist dem groben Filmkorn ähnlich.

Die Belichtungszeit steht im Verhältnis zur Blende und wird in der Regel in Bruchteilen von Sekunden angegeben. Die Belichtung kann also über zwei Einstellungen geregelt werden: über die Belichtungszeit und über die Blendenöffnung. Handelt es sich nicht um eine vollautomatische Kamera, so kann die Belichtungszeit über ein Rad beziehungsweise über Bedientasten vorgewählt werden. Welche Belichtungszeiten eingestellt werden können, hängt von der verwendeten Kamera ab. Bei modernen Kameras lassen sich Zeiten von 30 Sekunden bis hin zu 1/8.000 Sekunde einstellen. Die Möglichkeiten, die Belichtungszeiten verändern zu können, sind so aufgebaut, daß von einer zur nächsten Zeit, in der das Licht auf den Film/Sensor einwirkt, verdoppelt beziehungsweise halbiert wird. Eine Belichtungsreihe von lang bis kurz würde dann wie folgt aussehen: 1/2, 1/4, 1/8, 1/30, 1/60, 1/125, 1/500, 1/1.000 und so weiter. Kameras im Automatikmodus verwenden auch beliebige Zwischenwerte wie beispielsweise 1/178stel Sekunde.

Wird die Belichtungszeit zu lang gewählt, besteht die Gefahr, die Aufnahme zu verwackeln, wenn ohne Stativ photographiert wird. Um dies ausschließen zu können, gilt, daß die Belichtungszeit - in Sekunden angegeben - nicht länger sein sollte, als der Kehrwert der Brennweite in mm. Kommt eine Brennweite von 50 mm zum Einsatz, so sollte die Belichtungszeit nicht länger als 1/50stel Sekunde sein. Da diese Belichtungszeit einem nicht zur Verfügung steht, muß die nächstliegende und zwar 1/60 gewählt werden. Wer Probleme damit hat, bei längeren Belichtungszeiten die Kamera ruhig zu halten, dies ist zum Beispiel nach körperlichen Anstrengungen der Fall oder wenn die Kamera falsch gehalten wird, der kommt um ein Stativ beziehungsweise um eine höhere Film- oder Chipempfindlichkeit nicht umhin.
 

Fotografieren in der Praxis 09 / 2004

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden