Fotowissen: Belichtungskorrektur - Spiel mit dem Lichteinfall

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Korrektur -2

Ganz gleich wie gut die Belichtungsmessung einer Kamera arbeitet, es gibt immer wieder einmal Lichtsituationen, in denen man ein wenig nachhelfen und die Belichtung korrigieren muss. Eine solche Korrektur kann über die +/- AV-Taste beziehungsweise die entsprechenden Bedienelementen der Kamera vorgenommen werden, um eine positive Anpassung (Bild wird heller) oder negative Anpassung (Bild wird dunkler) der Belichtung zu erreichen.

Belichtungskorrekturen werden nötig, wenn das Ergebnis der Messmethode kein zufriedenstellendes Ergebnis liefert oder wenn man eine besondere Intention und damit einen Bildeffekt wünscht. Gute Beispiele für eine notwendig werdende Belichtungskorrektur sind der Polarfuchs in der Schneewüste der Antarktis, der Bergmann unter Tage oder aber der Sonnenanbeter an einem nahezu weißen Sandstrand. Die Kamera erhält bei der Objektmessung Daten, die durch die großen hellen beziehungsweise dunkle Flächen zu einer fehlerhaften Belichtungsmessung führen. Man muss dementsprechend eine manuelle Korrektur vornehmen, um eine korrekt belichtete Aufnahme zu erhalten. Eine Belichtungskorrektur ist auch dann vielfach angesagt, wenn Filter oder beispielsweise Makrolinsen zum Einsatz kommen und die Messung der Helligkeit von der Kamera nicht durch das Objektiv vorgenommen wird. Weiterhin kommt das Spiel mit den +/- Tasten zum Einsatz bei Mehrfachbelichtungen und Belichtungsreihen.

Das Histogramm ist ein wunderbares Mittel, um die Bildqualität beurteilen zu können. Eine Überprüfung der Bildqualität über das Kameradisplay ist aufgrund der Größe nur bedingt aufschlussreich. Das Histogramm stellt die Tonwerte der Aufnahme von den Tiefen, über die Mitteltöne bis zu den Lichtern in einer Kurve dar, an der man eine mögliche Unter- oder Überbelichtung ablesen kann. Ist die Belichtung optimal gewählt, so erhält man einen „Berg“ in der Mitte angezeigt. Flacht dieser mit Spitzen nach rechts verschoben ab, so liegt Überbelichtung vor, Details in den Lichtern gehen verloren. Bei Unterbelichtung befinden sich die Spitzen links im Histogramm, Details in den Tiefen gehen verloren und das Rauschen wird gegebenenfalls verstärkt. Eine Belichtungskorrektur verändert und verschiebt den Tonwertumfang was sich im Histogramm anschaulich ablesen lässt.

Nach erfolgter Belichtungskorrektur sollte man die Parameter wieder auf die Ausgangsstellung (Null-Position) setzen, um zu verhindern, dass die nachfolgenden Bilder fehlerhaft belichtet werden.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2016

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