Männlich / Weiblich

Wasser halt! Bildgalerie betrachten Blende ,“Wasser halt!” Dr. Michae Dürr

Männlich / Weiblich ist ein spannendes, vielversprechendes sowie unerschöpfliches Thema. Ob Rasierer oder Stöckelschuhe, Pfeife oder Nagellack, Stoppelbart oder Wimperntusche, Machogehabe oder Emanzipation, Stahlwerk oder Küchenzeile, Bierbauch oder Rubensfigur, Doppelripp oder Strapse, Fußball oder Kaffeeklatsch, Rasenmäher oder Bügeleisen - Motive kommen wie von selbst und laden ein, zur analogen oder digitalen Kamera zu greifen und der Fantasie und dem Einfallsreichtum freien Lauf zu lassen.

„Männlich / Weiblich“ kann jung oder alt, mollig oder schlank, blond, braun oder grau sein. Anlässe zum Photographieren gibt es zu jeder Tageszeit. „Männlich / Weiblich“ findet sich zu Hause und unterwegs, bei alltäglichen Arbeiten und Hobbys, im Urlaub und bei besonderen Anlässen. Wer Menschen photographiert, muß sich mit ihnen beschäftigen. Er sollte ihre Stärken und Schwächen kennen und ihre charakteristische Körpersprache. Deshalb werden Männer und Frauen aus der Familie zu den bevorzugten und dankbarsten Modellen gehören. Wer aber versiert fremde Menschen photographiert, der sollte nicht vergessen, die Erlaubnis einzuholen. In der Regel wird diese nicht verwehrt, auch wenn die Aufnahme schon im Kasten ist.

Einen Motivbereich sollte man zu „Männlich / Weiblich“ nicht vergessen; ganz normale Portraitaufnahmen. Versuchen Sie, einen Teil der Ausstrahlung „Ihres“ Modells im Photo sichtbar zu machen. Lassen Sie das Licht spielen. Weich und zart kann Gegenlicht sein. Frontallicht, das aus der Kamerarichtung auf das Motiv fällt, schenkt die kräftigsten Farben, zeigt das schönste Urlaubsbraun. Aber achten Sie darauf, daß sich Schatten im Gesicht, besonders in den Augen, nicht unangenehm bemerkbar machen. Ist ein weiches, romantisch verträumtes Ergebnis gewünscht, hilft ein Anhauchen des Objektivs wenige Sekunden vor der Aufnahme. Oder ein Weichzeichner oder Effektfilter. Ihre größte Wirkung bringen diese Objektivvorsätze bei offener Blende wie 2 oder 2,8 und bei leichtem Gegenlicht. Die Könner unter den Amateurphotographen wissen um die gestalterischen Möglichkeiten der Blende. Gerade beim Portrait ist sie wichtig. Eine große Blendenöffnung liefert einen kleinen Schärfebereich und löst den Vorder- vom Hintergrund. Wie leicht verdirbt ein unruhiger, scharfer Hintergrund die schönste Aufnahme.

Und noch etwas: Viele gut gesehene Motive wirken erst, wenn der Mut zur Großaufnahme aufgebracht wird. Formatfüllendes Sujet und ein guter Bildaufbau sind stets Vorteil. Unter Umständen kann man durch eine Ausschnittsvergrößerung die Aufnahme verbessern. Warum aber nicht gleich beim Photographieren daran denken. Selbst mit einer einfachen Kamera kann man bis anderthalb Meter ans Motiv heran. Besser, gerade bei Portraits, ist eine längere Brennweite, mit der optische Verzeichnungen des Gesichts vermieden werden.

Das Thema „Männlich / Weiblich“ ist eine Herausforderung für alle Photoamateure, ganz gleich ob männlich oder weiblich, analog oder digital, Anfänger oder Könner, für ganz nüchterne Beobachter oder für Romantiker.
 

Fotografieren in der Praxis 05 / 2005

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