Fototipp: Bildkomposition - Wiederkehrende Bildelemente stehen für Bildrhythmik

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© Blende, Wolfgang Müller-Bertran.de, Run Buddy run

Die Bildkomposition hat ganz viele Gesichter – sie ist letztendlich die Klaviatur, die dem Fotografen ein grenzenloses Spiel mit den Möglichkeiten bietet. Dieses sollte man annehmen, ist es doch ein Garant für authentische Aufnahmen, die einen mit seinen Werken von der Masse abheben lassen und wodurch Fotografien so herausragend werden. Bevor wir nachstehend auf den Bildrhythmus näher eingehen, ist es zunächst für den eigenen fotografischen Schaffensprozess wichtig, sich von dem persönlich auferlegten Erfolgsdruck zu befreien. Nur das fördert die Kreativität, aber auch die Offenheit gegenüber dem fotografischen Experiment. Das macht die Fotografie auch so spannend, denn im Endeffekt erlebt man sie mit ihren unendlichen Optionen auf diese Weise immer wieder neu.

Fotografen werden immer gern mit Musikern verglichen – diese komponieren ihre Werke mit den Elementen Harmonie und Spannung genauso wie es Fotografen tun. Ein wichtiges Element ist bei Musikern natürlich der Rhythmus, also die Wiederkehr von gleichem beziehungsweise ähnlichem. In der Fotografie ist dies strenggenommen oftmals nicht anders. Der Musiker nutzt den Rhythmus als Grundstruktur der Zeiteinteilung, während der Fotograf durch die Grundstruktur der Raumaufteilung der abgelichteten Elemente den Bildrhythmus vorgibt.

Wie bei Komponisten liegt die Herausforderung für Fotografen darin, dass durch Wiederholungen (z.B. Linien, Bögen) keine unliebsame Monotonie entsteht. Diese erzeugt nämlich schnell Langeweile und macht damit Fotografien uninteressant und damit weniger sehenswert. Wichtig ist, für einen Gegenpol zu sorgen, der die Wiederholungen aufbricht und für Spannung sowie Lebendigkeit sorgt. Gegenpole werden bei rhythmischen Bildkompositionen gern durch Menschen geschaffen, weil diese sich nicht nur perfekt positionieren lassen, sondern weil diese die oftmals kühle und nüchterne Atmosphäre zu durchbrechen verstehen. Nicht immer können Menschen wirkungsvoll positioniert werden – wie beispielsweise einem Bauwerk mit einer Glasfassade. Mit ihren minimalistischen Strukturen hat sie einen ganz eigenen Bildrhythmus. Wird nicht für eine Unterbrechung gesorgt, so kann dieser je nach Fläche, die er einnimmt schnell steril und damit langweilig anmuten. Mögliche Gegenpole können geöffnete oder beleuchtete Fenster ebenso sein, wie das Wolkenspiel durch Spiegelungen.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2016

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