Bildsprachen sind keine Konstanten

Ist das „Bild im Bild“ schon ein Fototrend?

Teich - Bild im Bild © Paula Rink

Die Fotografie entdeckt sich stets von neuem – es geht hier nicht um den technischen Wandel, sondern um die Bildsprachen, die alles andere als Konstanten sind. Schon die Mehrzahl, wenn von Bildsprachen die Rede ist, zeigt, dass es nicht die eine gibt, sondern viele parallel. Und das ist auch gut so, denn alles andere wäre Einheitsbrei – jeder kennt die Werbebeilage von Supermärkten und Co. Bildsprachen sind einem stetigen Wandel unterworfen – heute wird in diesem Zusammenhang gern auch von fotografischen Trends gesprochen. Motivation neue Wege zu gehen sind nicht nur dem sich ändernden Zeitgeist und dem mehr an fototechnischen kreativen Möglichkeiten geschuldet, sondern auch dem Ziel, Bilder jenseits des Alltäglichen zu schaffen, die sich bestmöglich von der Masse abheben.

Bild im Bild ist eine der neuerlichen Bildsprachen

England - Bild im Bild © Paula Rink

„Blende“, der seit über 40 Jahren jährliche Fotowettbewerb für Fotobegeisterte, macht bei über 80.000 Bildeinsendungen zu jeder Wettbewerbsrunde Trends sichtbar. Das Bild im Bild ist eine der neuerlichen Bildsprachen. Die Beliebtheit wächst – auszumachen ist das auch an der steigenden Anzahl solcher Aufnahmen unter anderem im Netz. Ob man hier schon von einem Trend reden kann ist möglicherweise zu verfrüht. Das Bild im Bild ist aber in jedem Fall eine Option für einen neuen Bilderlook.

Alles ist möglich

Wald - Bild im Bild © Paula Rink

Grundsätzlich kann man wie bei der Kleidung, die man trägt, in Fotografien – also Bild im Bild alles kombinieren. Doch ob das am Ende zielführend ist, muss jeder für sich entscheiden. Reine Effekthascherei nutzt sich in der Regel schnell ab. Ein Beispiel hierfür ist HDR. Ein gewisses Fingerspitzengefühl ist ratsam. Die Wahrscheinlichkeit für Eyecatcher ist bei ungewöhnlichen Verknüpfungen hoch. Oftmals entscheidet auch das Bauchgefühlt, denn wenn man selbst bei der Zusammenstellung der Bilder überrascht ist, dann sind meist die Aussichten gut, dass man auch Außenstehende mit seiner Bildidee überzeugt.

So geht man vor

Ein Selbstläufer ist die Umsetzung von Bild in Bild nicht. Zunächst muss entsprechendes Ausgangsmaterial vorliegen. Grundsätzlich gibt es hier zwei Herangehensweisen. Die eine Option ist, sich mit der Fotoidee „Bild in Bild“ auf Fototour und damit Motivsuche zu begeben. Der andere Weg ist, das Bildarchiv zu durchforsten und hier nach geeigneten Ausgangsbildern Ausschau zu halten, die sich kombinieren lassen. Natürlich ist auch die Kombination von Bildarchiv und Fototour möglich. Eine weitere Option ist nur mit einem vom Ausschnitt identischen Motiv zu arbeiten. Das bedeutet in der Praxis, ein Motiv einmal klassisch zu fotografieren und dann weitere Fotos zum Beispiel unter Einsatz der Artfilter zu machen.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2018

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