Blitzfotografie - Schnelles im Bild einfrieren

© Fotograf: Laura Georgi, Rauschende Smarties, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Laura Georgi, Rauschende Smarties, Blende-Fotowettbewerb
Wer kürzeste Momente im Bild festhalten möchte, greift am besten zu einem Blitzgerät. Vor allem bei Sachaufnahmen, die man problemlos in Innenräumen fotografieren kann, bietet ein Blitz viele Vorteile. Der wichtigste ist da eben die Schnelligkeit, mit der sich problemlos Wasserspritzer oder fallende Gegenstände einfrieren lassen.

Dabei darf der Fotograf nicht dem Irrglauben aufsitzen, die Blitzzeit sei das gleiche wie die Blitzsynchronzeit. Letztere ist die Zeit, die die Kamera benötigt, um eine Blitzaufnahme zu machen und diese liegt meist zwischen 1/60 und 1/200 Sekunde. Das kann – je nach Geschwindigkeit des Motivs – natürlich viel zu lang sein. Aber die Abbrennzeit des Blitzes ist viel kürzer, meist unter 1/10.000 Sekunde. Es gilt also, die Abbrennzeit des Blitzes zu nutzen, um schnelle Bewegungen einzufrieren.

Und deshalb ist es besser, solche Sachen in Innenräumen zu fotografieren, in dunklen Räumen am allerbesten. Der Trick ist ganz einfach: Man öffnet den Verschluss der Kamera und löst dann den Blitz aus. Ist es wirklich dunkel, ist es völlig unerheblich, wie lange der Verschluss der Kamera geöffnet ist, aufs Bild kommt nur, was das Blitzgerät in kürzester Zeit belichtet hat. In der Praxis heißt das: Kamera auf manuelle Belichtungseinstellung, mehrere Sekunden als Zeit vorwählen, Blende einstellen, Scharfstellen nicht vergessen (nicht den Autofokus verwenden) und dann Gegenstand fallen lassen und gleichzeitig den Blitz auslösen. Eleganter geht das, wenn man die Kamera mittels Lichtschranke oder in anderen Fällen mittels Mikrofon auslöst (beispielsweise wenn man eine Pistolenkugel im Flug fotografieren möchte).

Was für solche Aufnahmen unbedingt nötig ist, ist ein Stativ. Außerdem macht bei Sachaufnahmen ein Getriebeneiger das Leben einfacher, denn damit lässt sich die Kamera in kleinen Schritten bewegen, bis sie korrekt ausgerichtet ist. Bessere Bildergebnisse verspricht in jedem Fall ein entfesseltes Blitzgerät, also nicht der Systemblitz der Kamera und auch kein Blitzgerät, das oben in den Zubehörschuh der Kamera gesteckt wird. Denn frontales Licht sieht meist nicht sehr spektakulär aus, außerdem wirken Gegenstände, die von vorne beleuchtet werden, meist wenig plastisch. Besser ist es, das Blitzgerät seitlich der Kamera aufzubauen. Das funktioniert auch mit den meisten Systemblitzen, am besten ist dazu jedoch ein Studioblitz geeignet.

Wer aufspritzendes Wasser fotografieren möchte, kann das gut von der Seite beleuchten. Feine Tröpfchen wie sie beispielsweise ein Zerstäuber für Zimmerpflanzen liefert, sind am besten als Wassernebel wahrzunehmen, wenn sie von schräg hinten beleuchtet werden. Ist dann noch ein weiterer Gegenstand im Bild kann es manchmal notwendig sein, zusätzlich von vorne ein wenig Licht auf die Szenerie zu geben – entweder mit einem Reflektor oder mit einem zweiten Blitzgerät. Dieses muss dann aber zwingend zeitgleich mit dem anderen Gerät ausgelöst werden können. Die meisten Blitzgeräte können das aber ohne Probleme, Studioblitze sind gar dafür gemacht.

Übrigens muss auch der dunkle Raum nicht als große schwarze Fläche im Bild erscheinen. Wer einen grauen Hintergrund verwendet, kann den (mit einem weiteren Blitzgerät) anleuchten und so alle Graustufen erzeugen. Farbfolien vor dem Blitz lassen den Hintergrund dann im Bedarfsfall sogar farbig erscheinen. Vorsicht: Nur hitzebeständige Spezialfolien aus dem Fotofachhandel verwenden, keinesfalls irgendwelches farbiges Papier. Dies könnte in Flammen aufgehen.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2014

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