Blitzgeräte im Einsatz - Direktes und indirektes Blitzen

Ahornblatt auf grünem Pflaster Bildgalerie betrachten Blende ,“Ahornblatt auf grünem Pflaster”
Christa Schweins

Aufsteckblitze, die dann zum Einsatz kommen können, wenn die Kamera über einen Blitzschuh verfügt, sind wesentlich leistungsfähiger als die integrierten Blitzgeräte. Damit eine präzise Blitzlichtsteuerung garantiert ist und zahlreiche Zusatzfunktionen unterstützt werden, müssen heutige Systemblitzgeräte auf das jeweils verwendete Kameramodell abgestimmt sein. Über mehrere Kontakte werden die Daten zwischen Kamera und Blitz ausgetauscht, wenn der Auslöser betätigt wird.

Im Gegensatz zu integrierten Blitzgeräten bieten Aufsteckblitze die Möglichkeit des indirekten Blitzens. Das erweist sich beispielsweise bei Gruppenaufnahmen als vorteilhaft, denn das frontale, direkte Blitzlicht erzeugt „flächige“ Gesichter, da keine Schattenbildung oder Kontrastabstufungen die Strukturen der Gesichter ausarbeiten.

Beim direkten Blitzen nimmt die auf das Motiv auftreffende Lichtmenge im Quadrat zur Entfernung ab. Da in der Praxis jedoch die meisten Objekte eine räumliche Ausdehnung haben, ist beim Einsatz eines eingebauten Blitzgerätes nur ein Teil des Motivs in einer ganz bestimmten Entfernung korrekt belichtet. Um eine gleichmäßige und ausgewogene Ausleuchtung zu erzielen, kann der Reflektor der meisten externen Systemblitzgeräte um bis zu 90 Grad nach oben geschwenkt werden. Bei größeren Blitzmodellen läßt er sich gegebenenfalls auch seitlich drehen. Gerade in Innenräumen, mit nicht zu hoher, heller Decke, kann diese hervorragend als Diffuser eingesetzt werden, um das Blitzlicht weich und gleichmäßig auf das Motiv auftreffen zu lassen. Aufnahmen, bei dem der indirekte Blitz zum Einsatz kommt, wirken durch das von oben auf das Motiv fallende Licht wie Aufnahmen bei Tageslicht. Der Schwenkreflektor sollte möglichst so eingestellt werden, daß das Blitzlicht etwa in der Mitte zwischen Kamera und Hauptmotiv auf die Decke oder Wand trifft. Da bei einer Reflexion der Einfallswinkel gleich dem Ausfallswinkel ist, wird so sichergestellt, daß das Motiv optimal ausgeleuchtet wird. Damit keine Schattenkante durch das Motiv läuft, sollte man darauf achten, daß das Motiv nur vom indirekten Blitzlicht getroffen und nicht teilweise vom direkten Licht des Blitzreflektors ausgeleuchtet wird. Gerade in Hotels und Restaurants finden sich oft Spiegeldecken. Hier ist Vorsicht geboten, denn der indirekte Blitz erzeugt eine sehr unvorteilhafte Ausleuchtung von oben.

Die Blitzenergie, die beim indirekten Blitzen abgegeben wird, ist wesentlich höher als beim direkten Blitzen. Grund hierfür ist die Entfernung vom Blitzlicht über die Decke als Reflexions- und Diffusionsfläche zum Motiv. Die Leistungsstärke eines Blitzes entscheidet, neben der Deckenhöhe, darüber, ob indirekt geblitzt werden kann. Ein leistungsstarker Blitz bietet alle Optionen, um bei allen Eventualitäten zu einem optimalen Bildergebnis zu gelangen. Übertrifft die Reflexionsfläche die Leistungsfähigkeit des Blitzgerätes, so kann eine höhere ISO-Einstellung an der Digitalkamera oder hochempfindliches Filmmaterial die Reichweite des Blitzes erhöhen.

Zu beachten ist beim indirekten Blitzen, daß unabhängig von der eingesetzten Brennweite des Objektivs, bei Blitzgeräten mit Zoomfaktor dieser manuell auf seine Weitwinkelposition eingestellt und ausklappbare oder aufsteckbare Weitwinkelstreuscheiben gegebenenfalls verwendet werden sollten. Hierdurch wird eine weiche Lichtabgabe erzielt, unabhängig von der angeblitzten Reflexionsfläche. In der Portraitphotographie wird das indirekte Blitzen selten angewendet, da eine gezielte Lichtführung nicht möglich ist.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2005

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