Das bewegliche Fotomotiv

Es ist nicht schwer, die Faszination für bewegliche Fotomotive, sei es nun Menschen wie Sportler und Musiker oder Objekte wie fließendes Wasser, fahrende Autos etc., zu verstehen. Bevor Sie aber den Auslöser betätigen, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, was Sie eigentlich einfangen möchten: Die generelle Bewegung an sich (z. B. Großstadtgewimmel), einzelne Elemente (z. B. Wassertropfen) oder einen bestimmten Part der Bewegung (z. B. bremsendes Auto).

Um z. B. die Dynamik eines Sportlers einzufangen, ist es ratsam, sich mit der Sportart vertraut zu machen. Denn hier gilt, im richtigen Moment die typische Bewegung des Athleten einzufangen. Pauschale Einstelltipps sind aufgrund der unterschiedlichen Disziplinen eher schwierig.

Die Auswahl des richtigen Objektivs hängt von der Sportart ab. Fotografieren Sie von einer größeren Distanz (Fußball, Baseball etc.) benötigen Sie ein Objektiv mit hoher Brennweite (oft zw. 100 und 400 mm). Stehen Sie näher am Ort des Geschehens (Darts, Golf etc.) reicht ein Objektiv mit kleiner Brennweite (18 bis zu 55 mm).

Bei schnellen Bewegungen spielt die Belichtungszeit eine wichtige Rolle. Um diese scharf darzustellen, bedarf es einer kurzen Belichtungszeit (Autorennen < 1/2000 Sek., Eishockey 1/500 Sek. und 1/8.000 Sek., Mountainbike < 1/640 Sek.). Möchten Sie eine schnelle Bewegung unscharf abbilden, braucht es eine Lange Belichtungszeit (> 0,5 Sek.). Die Bewegungsunschärfe ist v. a. in der Streetfotografie ein sehr beliebtes Stilmittel. Die Vorteile sind die Umgehung der Urheberrechtsbestimmungen sowie die Visualisierung der Hektik in den Städten.

Die kurze Belichtungszeit kann in dunklen Hallen oder bei trübem Wetter zum Problem werden. Durch den Einsatz lichtstarker Objektive oder durch höhere ISO-Empfindlichkeitsstufen können Sie dem entgegensteuern. Jede Stufe in der Empfindlichkeit nach oben halbiert die mögliche Verschlusszeit. Eine entsprechende Verlängerung der Verschlusszeit lässt sich ansonsten nur noch über die Blende steuern. Je weiter die Blende geschlossen wird (also je höher die Blendenzahl), umso länger wird die Zeit, die für eine korrekte Belichtung benötigt wird. Währenddessen schafft ein neutraler Graufilter (ND-Filter) Abhilfe bei zu grellem Licht. Beim Fotografieren eines Wasserfalls sollte auf jeden Fall ein Filter (z. B. ND64, ND1000) genutzt werden. Der ND1000 eignet sich für strahlenden Sonnenschein, während der ND64 in leicht schattigen, aber dennoch zu hellen Bereichen effektiv ist.  

Durch den Aufbau eines Stativs kann die Kamera einfach in Bewegungsrichtung des Objekts gedreht werden. Wesentlich flexibler ist man allerdings, wenn man freihändig oder beispielsweise auch mit einem Einbeinstativ arbeitet. Für alle gilt: Die Geschwindigkeit und deren Bildwirkung muss geschätzt werden, um die optimale Verschlusszeit wählen zu können. Dafür bedarf es einiger Übung.

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