Der Ball ist rund

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Maria Gärtner

Fußball ist in aller Munde, nicht nur aufgrund der Wettskandale, dem Scheitern von deutschen Mannschaften in der Champions League, sondern weil in diesem Jahr in Deutschland das Großereignis Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Etliche Photowettbewerbe nehmen sich dem Fußballthema an, doch das Spiel mit dem Ball hat sehr viel mehr Facetten zu bieten. Auch wenn heutige Kameras über zahlreiche und sehr nützliche Features verfügen, so sind photographische Kenntnisse sehr hilfreich, damit die Aufnahmen auch zum Volltreffer werden.

Soll Geschwindigkeit und Dynamik in der Photographie zum Thema „Der Ball ist rund“ zum Ausdruck gebracht werden, so ist Bewegungsunschärfe an¬gesagt. Wie lange die Verschlusszeit gewählt werden muss, um die Dynamik zu vermitteln, hängt von der Geschwindigkeit des Objekts, also dem Sportler mit Ball, im Bildausschnitt ab. Wer die Bewegungsunschärfe als Stilmittel einsetzt, der sollte darauf achten, dass immer statische Objekte mit im Bild sind, damit nicht der Eindruck einer verwackelten Aufnahme entsteht. Je nach Kameraführung kann dabei das bewegte Objekt oder der Hintergrund unscharf dargestellt sein. Größten Einfluss auf die Bewegungsunschärfe hat dabei die relative Geschwindigkeit des bewegten Objekts im Zusammenspiel mit der Belichtungszeit. Wird eine kürzere Verschlusszeit gewählt, kann die Bewegungsunschärfe reduziert oder gegebenenfalls auch ganz vermieden werden. Die Hintergrundunschärfe entsteht durch das zusätzliche Nachführen der Kamera mit dem bewegten Objekt. Eine besondere Art der Bewegungsunschärfe sind durch Langzeitaufnahmen hervorgerufene Effekte. Nicht nur in der Dunkelheit, sondern auch am Tag, wenn die Lichtbedingungen eigentlich keine lange Verschlusszeiten zulassen, kann man - ohne dass die Aufnahme überbelichtet ist - lange Belichtungszeiten wählen, wenn ein Graufilter eingesetzt wird. Dieser ist in verschiedenen Dichten erhältlich und verlängert die Verschlusszeit um einen durch die Dichte definierten Faktor. Gerade bei in sich leuchtenden Bällen kann es überaus reizvoll sein, den Leuchtkörper, wie er durch die Dunkelheit fliegt, so abzulichten. Wichtig ist, dass die Bewegungsunschärfe nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck sein sollte.

Mit einer Zoom- oder Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv hat man den großen Vorteil, das Spiel mit dem Ball näher vor die Linse zu bekommen. Gerade bei Sportveranstaltungen gilt es, oftmals größere Distanzen zu überbrücken. Ein einfaches Telezoom lässt sich gegebenenfalls mit einem Telekonverter zum „Fernrohr“ tunen. Der Konverter verlängert die Objektiv¬brennweite in der Regel um den Faktor 1,4x bis 2,0x. Er schluckt aber anderer¬seits auch Licht, was in Verbindung mit einem lichtschwachen Objektiv die Funktion des Autofokus beeinträchtigen kann. Teleobjektive bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten und sind bestens für Aufnahmen in Stadien geeignet. Sie sind „Raumraffer“, die den Bildausschnitt auf das Wesentliche verengen. Wo nötig, ermöglichen sie Aufnahmen aus diskreter Distanz und schaffen atmosphärische Dichte. In der Praxis sollte ein Stativ zum Einsatz kommen oder es ist auf ausreichend kurze Verschlusszeiten zu achten, damit es nicht zu Verwacklungsunschärfen kommt.
 

Fotografieren in der Praxis 05 / 2006

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