Elf Fototipps für bessere Winterbilder

© Fotograf: Martin Feser, Ein Wintermärchen, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Martin Feser, Ein Wintermärchen, Blende-Fotowettbewerb
Schnee, Nebel, Sonne: Der Winter hält einiges bereit. Vielleicht auch das eine oder andere farbige Blatt, das noch an einem Ast baumelt. Mit der tief stehenden Sonne ergeben sich viele Möglichkeiten für tolle Fotos. Man muss sie nur nutzen. Und gleich vornweg sei gesagt: Das Wetter taugt nicht als Ausrede. Einfach die passende Kleidung angezogen und nichts wie raus an die frische Luft. Bei der Wahl der Handschuhe sollte man natürlich darauf achten, dass man mit diesen auch die Kamera bedienen kann. Von Fäustlingen ist also abzuraten – Fotofachgeschäfte bieten übrigens Handschuhe an, mit denen man die Kamera gegebenenfalls bedienen kann. Auch, wenn aktuelle Smartphones inzwischen eine gute Bildqualität bieten, man mit entsprechenden Foto-Apps tolle Effekte in seine Winteraufnahmen zaubern kann, so bieten Kameras mit ihrem Funktionsumfang einen deutlich größeren kreativen fotografischen Spielraum, der Garant für wirkungsvollere Aufnahmen ist. Der Vorteil von Kameras ist natürlich auch die Möglichkeit der Einflußnahme, denn Schnee soll ja auch weiß und nicht blau abgebildet werden. Nachstehend 11 Fototipps.

  1. © Fotograf: wolfgang Schielke, Klosterruine Eldena im Winter, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: wolfgang Schielke, Klosterruine Eldena im Winter, Blende-Fotowettbewerb
    Denken Sie daran, dass Akkus in der Kälte eine verminderte Leistung haben. Packen Sie also immer ausreichend Ersatzakkus ein. Wenn es richtig kalt ist, sollten Sie sich überlegen, Ersatzakkus nicht in der (genauso kalten) Kameratasche zu transportieren, sondern in einer Jacken- oder Hosentasche. Sonst kann sein, dass sich vor Ihnen ein bezaubernder Sonnenuntergang abspielt, Sie aber kein Bild machen können, weil alle Akkus erschöpft sind. Denken Sie auch an Ersatzspeicherkarten – bekanntlich wird der Auslöser öfter gedrückt und wenn Sie dann auch noch ein Video drehen, dann brauchen Sie entsprechende Speicherkapazitäten.

  2. Überlegen Sie sich gut, ob Sie eine Fototasche oder einen Fotorucksack mitnehmen, wenn es draußen nass ist. Ein Fotorucksack ist leichter zu tragen und wenn Sie längere Wegstrecken zu Fuß gehen, ist er immer das Mittel der Wahl. Allerdings müssen Sie einen Rucksack womöglich abstellen, bevor Sie an Ihre Kamera kommen. Eine Schultertasche müssen Sie nicht zwangsläufig abstellen, um die Kamera zu entnehmen. Wenn Sie wieder zu Hause sind, dann stellen Sie bitte die Fototasche beziehungsweise den Fotorucksack nicht einfach in der Ecke ab, sondern räumen Sie alles aus und trocknen Sie alle Ausrüstungsteile. Nichts ist ärgerlicher als wenn durch die winterliche Feuchtigkeit die Kameraausrüstung Schaden erleidet.

  3. © Fotograf: Hanspeter Lang, Raureif im Gegenlicht, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Hanspeter Lang, Raureif im Gegenlicht, Blende-Fotowettbewerb
    Wenn Sie in der Schneelandschaft unterwegs sind, lauert die größte Gefahr beim Fotografieren in der Belichtung. Denn auch, wenn die Sonne nicht so knallt wie im Hochsommer, der glitzernde Schnee kann die Kameraautomatik gewaltig täuschen. Als Grundregel belichten Sie etwas reichlicher, bis zu zwei Belichtungsstufen. Achten Sie darauf, dass Ihr Hauptmotiv nicht zu dunkel wird und setzen Sie vielleicht auch einen Aufhellblitz ein.

  4. Und dann ist da ja noch die tief stehende Sonne. Gerade bei Landschaftsaufnahmen kann diese sehr hilfreich sein, denn durch flach einfallendes Licht erhalten auch zugeschneite Landschaften wieder Struktur. Achten Sie aber darauf, dass Sie die Sonne nicht im Rücken haben, besser ist Licht von der Seite.

  5. Spielen Sie bei Landschaftsaufnahmen mit der Sonne. Setzen Sie sie doch mal an den Bildrand oder vielleicht auch mal zentral ins Bild. Wenn Schnee liegt, gibt es vor allem beim Sonnenaufgang und -untergang besondere Lichtstimmungen. Früh aufstehen kann sich lohnen!

  6. © Fotograf: Katja Ohms, Winterkleider, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Katja Ohms, Winterkleider, Blende-Fotowettbewerb
    Gerade wenn Sie in schwierigen Lichtverhältnissen unterwegs sind, sparen Sie dabei nicht und fotografieren Sie im RAW-Modus. Denn so können Sie später noch auf ein Maximum an Bildinformationen zurückgreifen, was beim komprimierten JPEG nicht möglich ist. Wenn Ihnen der Aufwand mit RAW zu hoch erscheint, gehen Sie selektiver vor. Haben Sie mal den Mut, nur die fünf besten Bilder perfekt zu bearbeiten und nicht auch noch die „ganz netten“ Fotos.

  7. Wenn Sie in der Dämmerung unterwegs sind – und die kann an wolkenverhangenen Tagen schon früh einsetzen – denken Sie daran, immer ein Stativ zumindest in Reichweite zu haben. Sie könnten zwar den ISO-Wert der Kamera hochsetzen, aber, je nach Kameramodell, können verrauschte Landschaftsaufnahmen das Ergebnis sein.

  8. Spielen Sie mit den Kontrasten und den Linien, die sich beispielsweise durch Zäune und einer Schneebedeckten Landschaft ergeben. Ergebnis können sehr grafische anmutende Aufnahmen sein, die durch die Reduktion zum Blickfang werden.

  9. © Fotograf: Robert Mueller, Winterallee, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Robert Mueller, Winterallee, Blende-Fotowettbewerb
    Schlechtes Wetter gibt es für Fotografen nicht. Auch diesige Tage taugen zum Fotografieren. Wenn die Sonne nicht scheint, ist es mit dem Belichten auch einfacher, der Belichtungsmesser arbeitet präziser. Ansonsten setzen Sie Dunst und Nebel ein, das heißt, machen Sie nicht gerade große Panoramen, wenn der Himmel Grau in Grau ist. Ein nebeliger Waldrand kann da viel reizvoller sein oder eine Hügelkette, die im Dunst verschwindet.

  10. Entziehen Sie Ihren Aufnahmen auch einmal die Farbe, indem Sie in Schwarzweiß fotografieren. Nahezu jede Kamera verfügt über einen Schwarzweiß- beziehungsweise Monochrommodus. Schwarzweiß lebt vom Kontrast zwischen Hell und Dunkel, von Schärfe und Unschärfe, trainieren Sie Ihren fotografischen Blick, indem Sie den Faktor Farbe mal außen vor lassen.

  11. Wenn Sie Sonne im Bild haben und einen strahlend blauen Himmel, dann sollten Sie beidem verhelfen, auch richtig zur Geltung zu kommen. Ein Polarisationsfilter gehört ohnehin zur Standardausrüstung jedes Landschaftsfotografen. Und nein, Sie können den Effekt nicht hinterher mit der Bearbeitung am Computer genauso herstellen. Und im Ernst: Ein Polfilter wiegt fast nichts und nimmt eigentlich auch kaum Platz weg.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2015

1 Kommentare

Hallo. Zu Punkt 2 sollte man vielleicht noch erwähnen, dass man die Tasche vor dem Ausräumen erst aklimatisieren lassen sollte, da sich sonst evtl., je nach dem wie hoch der Temperaturunterschied war, Kondenswasser in den Objektiven und der Kamera bilden kann.

Chikadu

von Chikadu
10. Januar 2015, 10:49:10 Uhr

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