Wie gelingen sehenswerte Aufnahmen von Flugzeugen an Flughäfen

Zehn Fototipps für Bilder von Flugzeugen am Flughafen

Planespotting ist sehr beliebt bei Fotografen

© Fotograf: Simone Tröster, Flugzeugstart, Blende-Fotowettbewerb
Simone Tröster, Flugzeugstart, Blende-Fotowettbewerb

Flughäfen ziehen nicht nur Reisende an sondern auch Fotografen, die startende und landende Flugzeuge – ob große oder kleine – fotografisch festhalten möchten. Die Fangemeinde derjenigen ist übrigens groß, die sich für das Fotografieren von Flugzeugen begeistert. Und so verwundert es nicht, dass es mit Planespotting dafür auch eine Bezeichnung gibt. Je nach Intensität haben Spotter Leitern sowie riesige Teleobjektive in ihrem Gepäck und wissen bestens über Flugzeuge, den Flugplan und die Fotografie Bescheid. Und sie wissen sich an Regeln zu halten, denn aus Sicherheitsgründen herrscht an vielen internationalen Flughäfen Fotografierverbot. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel und so ist nach wie vor möglich, dem Planespotting nachzugehen. Nachstehend 10 Tipps damit die Anreise zum Flughafen nicht umsonst war und damit man mit grandiosen Fotos aufwarten kann.

1. Tipp: Planung ist die halbe Miete

Der Ausflug zum Flughafen sollte geplant sein. Dazu gehört auch, sich zu informieren, welche Regeln bestehen und ob das Fotografieren überhaupt erlaubt ist. Einfach zum Flughafen mal hinfahren und dann schauen kann funktionieren, muss es aber nicht. Deshalb: Suchen Sie zunächst nach Informationen, wo gute Plätze für Spotter sind. Wenn man „Spotterplätze“ in Verbindung mit dem Flughafen-Namen in eine Suchmaschine eingibt, dann erhält man schnell die gewünschten Infos. Wie in Frankfurt am Main, gibt es spezielle Spotterforen, die nicht nur bestens informiert sind sondern auch Fototouren anbieten. Auf zahlreichen Flughäfen gibt es spezielle Spotterzonen mit Tribünen, so dass man keine Leiter mit im Gepäck haben muss.

http://www.neuespotter.de/planespotting-deutschland/frankfurt
http://www.neuespotter.de/planespotting-deutschland/frankfurt

2. Tipp: Stand der Sonne im Blick haben

Das Licht und damit auch der Sonnenstand entscheiden über die Bildqualität. Für wann ist der Flughafenbesuch geplant? Vormittags, am hellen Mittag oder erst gegen Abend? Wichtig ist, den Sonnenstand im Blick zu haben, denn die schönsten Flugzeuge bringen einem wenig, wenn man jedes Mal die Sonne im Bild hat.

SunCalc bietet eine Karte an, mit der man weltweit den Sonnenstand ermitteln kann. Und das Gute ist, dass man auch Datum sowie Uhrzeit eingegeben und so im Voraus planen kann. Besonders stimmungsvolle Aufnahmen gelingen übrigens in der blauen Stunde während extremes Gegenlicht zu meiden ist, da man das zu fotografierende Flugzeug kaum erkennt.

3. Den Wind beachten

Bevor es losgeht, gilt es, sich beispielsweise über die Website Weather Underground über den Wind zu informieren.

https://www.wunderground.com/weather/de/frankfurt-am-main/50.11000061%2C8.68000031
https://www.wunderground.com/weather/de/frankfurt-am-main/50.11000061%2C8.68000031

Dort findet man recht aktuelle meteorologische Informationen, auch aufgeschlüsselt. Falls man nur die Meta-Daten eines Flughafens hat, muss man nach etwas suchen, das aussieht wie 17006KT. Das bedeutet: Der Wind kommt aus Richtung 170, also 170 Grad, mit einer Stärke von 06 Knoten. Flugzeuge starten und landen immer gegen den Wind. Praktisch ist auch die App Flightradar 24 – über diese kann man sehen, welche Flugzeuge gerade im Anflug sind.

4. Tipp: Die richtige Seite wählen

Abfliegende Flugzeuge können schön sein, allerdings sind die Landebahnen auf großen Flughäfen so lang, dass viele Maschinen schon auf halber Strecke in der Luft sind. Bis sie dann bei einem sind, haben sie eine beträchtliche Höhe erreicht. Besser ist es, anfliegende Flugzeuge zu fotografieren, also auf der Seite zu stehen, auf der Flugzeuge hereinkommen. Weiterer Vorteil: Abfliegende Maschinen starten meist vom Ende der Runway, also nahe bei einem und so kann man diese Flugzeuge schon auf dem Boden fotografieren.

© Fotograf: Waldemar Drexler, Abflug, Blende-Fotowettbewerb
Waldemar Drexler, Abflug, Blende-Fotowettbewerb

5. Halteverbotsschilder nicht missachten

Rund um alle Flughäfen dieser Welt gibt es Zufahrtsstraßen und Wege. Die sind aber nicht dafür gedacht, dass Spotter dort ihre Autos abstellen. Auf Halteverbotszeichen ist zu achten, denn insbesondere hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Auto abgeschleppt wird. Die breiten Zufahrtswege sind meist für Rettungskräfte angelegt.

6. Tipp: An Größe gewinnen

Flughäfen sind meist von einem Zaun umgeben. Dieser ist beim Fotografieren hinderlich. Aus diesem Grund ist eine Leiter hilfreich – diese nimmt einen in Mitteleuropa niemand übel. Wichtig ist, dass man die Finger vom Zaun lässt und diesen auch nicht versucht, zu überwinden. Und wenn man eine Tür findet, so sollte man nicht ausprobieren, ob diese offen ist. Auch hier kann man ggf. ganz schnell Besuch von Uniformierten erhalten. Als Fotograf benötigt man einen sicheren Stand. Stabil sollte die Leiter natürlich sein, das versteht sich von selbst.

© Fotograf: Samuel Bäuerle, Abflug der Maschine Christian Krogh (norwegischer Maler), Blende-Fotowettbewerb
Samuel Bäuerle, Abflug der Maschine Christian Krogh (norwegischer Maler), Blende-Fotowettbewerb

7. Tipp: Welche Aufnahmegeräte sind geeignet

Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich, also sogenannte Superzoomkameras/Bridgekameras und Kameras für Wechseloptik (kompakte System- und Spiegelreflexkameras) sind die Aufnahmegeräte, die beim Ablichten von Flugzeugen zum Einsatz kommen sollten. Als Objektive kommen bevorzugt jene mit mittlerer (mittlere Teleobjektive) und besonders langer Brennweite (Superteleobjektive) in Frage. Die mittlere Brennweite ist dann von Vorteil, wenn ein Flugzeug quasi direkt „vor der Nase“ vorbeifliegt, denn dieses könnte man beim Einsatz eines starken Teleobjektivs nur noch im Ausschnitt fotografieren. Möchte man neben dem Flugzeug auch noch mehr von der Umgebung einfangen, dann ist das Weitwinkelobjektiv eine gute Wahl.

© Fotograf: Willi Maurer, Abflug, Blende-Fotowettbewerb
Willi Maurer, Abflug, Blende-Fotowettbewerb

8. Tipp: An die dritte Hand denken

Ein Einbeinstativ – auch als Monopod bezeichnet – entlastet Hände und Arme. Mit einem stabilen Dreibeinstativ ist man meist nicht wirklich flexibel, denn Flugzeuge sind schnell und da möchte man sich schnell drehen können.

9. Tipp: Welche Kameraeinstellung

Flugzeuge sind meist hell lackiert, weshalb die Spotmessung für die Belichtung herangezogen werden sollte. Außerdem kann ein nachführender Autofokus hilfreich sein. Auf kurze Verschlusszeiten ist zu achten. Gegebenenfalls muss man je nach Lichtbedingungen die Sensorempfindlichkeit – also den ISO-Wert – erhöhen. Bei Flugzeugen mit Propeller sollte die Verschlusszeit 1/200 Sekunde nicht unterschreiten, sonst frieren die Propeller ein.

© Fotograf: Marcel Koepper, Landeanflug / night flight, Blende-Fotowettbewerb
Marcel Koepper, Landeanflug / night flight, Blende-Fotowettbewerb

10. Serienbildmodus ein Garant für den entscheidenden Volltreffer

Der Serienbildmodus erhöht die Wahrscheinlichkeit, den entscheidenden Moment mit der Kamera zu konservieren. Je nach Kameramodell sind so schnell mehr als 100 Aufnahmen im Kasten. Wichtig ist, an Ersatzakkus ebenso zu denken wie an Ersatzspeicherkarten.

Blende – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist Blende ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Blende schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

Blende-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu Blende.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2018

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