Foto als hochwertiger Wandschmuck - Die Fülle der Optionen

Wer seine besten Aufnahmen an die Wand bringen möchte, muss heutzutage eine Fülle von Entscheidungen bei der Beauftragung des Großprints treffen. Das beginnt mit dem Herstellungsverfahren des Druckes selbst. Derzeit konkurrieren vor allem vier Verfahren:

  • der digitale Offset-Druck
  • die klassische Ausbelichtung auf Fotopapier
  • der FineArt-Printing oder Giclée-Druck genannte Pigmentdruck im Inkjet-Verfahren
  • der Direktdruck

Alle diese Verfahren haben ihre Vorzüge, und für was man sich entscheidet, ist vielfach auch eine Geschmacksfrage. Aus diesem Grund kann keine eindeutige Empfehlung für alle Fälle gegeben werden.

Raster
Den preisgünstigen Einstieg bietet der Digitaldruck, auch digitaler Offset-Druck genannt. Er wird in verschiedenen Papierqualitäten angeboten und ist der Klassiker für die „Alltagsvergrößerung“. Ein digitaler Offset-Druck weist jedoch herstellungsbedingt ein Raster auf, das mit der Lupe zu sehen ist.

Puristen schwören deshalb auf die klassische Ausbelichtung auf Fotopapier, bei der selbst mit der Lupe kein Raster zu sehen ist. Sie hat auch zweifellos die größte Tradition und gilt grundsätzlich als lange haltbar (wenn in der Herstellung entsprechend gut gearbeitet wurde). Als moderne Variante kommt sie mit Laserbelichtung daher und nennt sich im High-End-Bereich C-Print. Bei letzterem werden Maschinen mit dem Produktnamen Lamda oder Lightjet verwendet. Manchmal findet man daher auch deren Namen als Produktname für den Print (z.B. „Lamda-Abzug“). Wer seine Aufnahmen in Schwarzweiß wünscht, findet als hochwertiges Trägermedium noch Barytpapier, das wegen seiner satten Schwarz- und leuchtenden Weißtöne schon seit Jahrzehnten besonders gerne von Profis eingesetzt wird.

Papiervielfalt
Eine edle Variante ist der Pigmentdruck oder FineArt-Print genannt. Bei ihm werden sechs bis zwölf Tinten verwendet. Durch den Einsatz von Pigmenttinten gelten die Ausdrucke als besonders lange haltbar. Sie wirken edel, aber die Farben auf den ersten Blick zurückhaltender als bei anderen Druckverfahren. Dafür sind sie auf den zweiten Blick meist nuancierter. Ein FineArt-Print punktet auch mit einer Vielfalt an wählbaren Spezialpapieren. Vom gestrichenen hochweißen Hochglanzpapier bis zum leinwandartigen Canvas mit leichtem Cremeton ist die Palette extrem vielfältig.

Dazu kommen noch verschiedenste Oberflächenveredelungen vom Glanzeffekt bis zum feinen Perlmuster. Ein passendes Papier kann beim FineArt-Print die Wirkung der Aufnahme deutlich steigern, die Vielfalt kann aber auch schnell verunsichern. Vor allem bei kostspieligen Projekten empfiehlt sich ein Probedruck auf einem Teststreifen und die Prüfung der verschiedenen Papiere in der späteren Lichtsituation auf ihre Wirkung.

Wer es ausgefallen haben möchte, für den werden auch Direktdruckverfahren angeboten. Bei ihnen wird mit UV-härtenden Farben oder Lösemitteln gearbeitet. Sie ermöglichen so das Aufbringen auf verschiedenste Oberflächen von der Leinwand und Aluminium (Alu-Dibond) über die LKW-Plane bis hin zum Holz. Das kann für spezielle Aufnahmen sehr reizvoll sein, weil das Trägermedium durchschimmert. Allerdings beeinflusst es dadurch auch deutlich die Bildwirkung. Ein Vorteil ist, dass die Farben oft sogar für den Außerbereich 2-3 Jahre nutzbar sind. Wem das wichtig ist, der sollte die Haltbarkeit in puncto Farbstabilität erfragen. Je nach Hersteller wird sie nämlich nur bis zu sieben Jahren garantiert. Auch sind die Drucke manchmal nicht geruchsneutral.

Checkliste:

Um die am besten geeignete Variante für das eigene Projekt zu finden, ist es sinnvoll, sich zu vergegenwärtigen, welche Aspekte für den jeweiligen Print für einen wichtig sind:

  • Spielt der Preis eine große Rolle?
  • Ist ein bestimmter Papierlook (z.B. Leinenstruktur oder gar Holz, Aluminium) gewünscht?
  • Kommt es auf höchste Archivfestigkeit an oder ist die Haltbarkeit zweitranging? Kommt es auf höchste Farbtreue – auch noch nach Jahren – an?

Fotografieren in der Praxis 06 / 2014

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