Fotodrohnen - Ausstattung

Fotodrohnen - Ausstattung
Verbraucher sind fasziniert von Fotodrohnen, die ihnen unter anderem durch die Vogelperspektive ungeahnte Seheindrücke bescheren. Einher mit der Begeisterung geht ein wachsendes Angebot an Anbietern, aber auch Modellen. Je nach Ausstattung liegen die Preise für Fotodrohnen zwischen 300 bis 40.000 Euro, so unsere Recherche. Neben fertigen Modellen gibt es Bausätze, die man sich entsprechend seiner Bedürfnisse zusammenstellen kann. In Foren ist oftmals von Anbietern aus Fernost die Rede, die hinsichtlich der Bauelemente und Elektronik mit preiswerteren Modellen aufwarten. Inwieweit diese zu empfehlen sind, können und wollen wir nicht beurteilen. Fest steht jedoch, dass man des Englischen mächtig sein muss, wenn man auf Anbieter aus Fernost zurückgreift, und dass die Recherche sehr zeitintensiv ist.

Vor dem Kauf einer Drohne sollte man wissen, welche Kamera sie tragen soll. Prinzipiell geht von der Action Cam bis zur kompakten Systemkamera beziehungsweise Spiegelreflexkamera alles. Die Drohne muss nur über die entsprechende Traglast, aber auch Leistungen verfügen, damit sie auch abheben kann. Die beste Bild- und Videoqualität garantieren kompakte System- und Spiegelreflexkameras. Aber auch Kompaktkameras liefern überzeugende Qualitäten. Abstriche muss man bei Action Cams machen – die Qualität reicht für Portale wie YouTube. Je nach Modell sind nur Videos möglich.

Fotodrohnen setzen sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Herzstück ist sicherlich das Chassis, das vielfach auch als Frame oder Rahmen bezeichnet wird. Als Material kommen Aluminium und kohlefaserverstärkte Kunststoffe – wie wir sie auch aus dem Stativbau her kennen – zum Einsatz. Bevorzugt wird auf Hohlprofile gesetzt, in ihnen können die Kabel verstaut werden. Das Chassisgewicht liegt, je nach Ausstattung, zwischen 250 und 350 g. Je nach Modell besteht die Drohne aus mindestens zwei gekreuzten Armen, die an ihren Enden Rotoren tragen, und einem Landegestell. Je nachdem, mit wie vielen Rotoren die Drohne ausgestattet ist, trägt sie die Bezeichnung Quadrokopter (vier), Hexakopter (sechs), Oktokopter (acht). Erhältlich sind auch drei- beziehungsweise fünfarmige Multikopter (Tri- beziehungsweise Pentakopter). In den Foren wird jedoch die gerade Rotorzahl empfohlen, da das Flugbild ruhiger sei, weil sich die Drehmomente der abwechselnd rechts- und linksdrehenden Rotoren automatisch aufheben. Auch mit der steigenden Anzahl an Rotoren wird der Flug ruhiger. Die Arme gibt es in unterschiedlichen Längen. Zu beachten ist, dass mit zunehmender Armlänge die Windanfälligkeit steigt. Anwenderfreundlicher ist es, wenn sich die Arme für den Transport schnell demontieren oder einklappen lassen. Das spart Platz, wenn man beispielsweise die Drohne in einem normalen Kofferraum verstauen möchte. Unser Rat bezüglich der Anzahl der Rotoren lautet, sich für mindestens sechs zu entscheiden. Fällt einer während des Flugs aus, so ist die Gefahr geringer, dass die Drohne zu Boden fällt und die Kamera dadurch Schaden erleidet.

Fotodrohnen - Ausstattung
Damit die Drohne auch in die Lüfte steigen kann, geht es ohne Antrieb/Motoren natürlich nicht. Bei geringer Größe müssen die Motoren enorm leistungsfähig sein. Wie zu lesen ist, sind bürstenlose Motoren Standard. Wichtig ist, neben der in Watt angegebenen Leistung und dem Wirkungsgrad, auf die Drehzahl zu achten, die in Umdrehungen/Minute angegeben wird. Um das Optimum aus dem System zu holen, müssen Antrieb/Motoren und Propeller zusammen mit dem verwendeten Akku eine harmonische Einheit bilden. Mehr gewünschte Leistung verlangt nach mehr Akkupower. Möchte man beispielsweise den Schub – Grundlage für das Abheben der Drohne – vervierfachen, so bedeutet dies achtmal so viel Leistung und Strom.

Akkus gelten derzeit noch als das schwächste und anfälligste Verschleißteil bei Drohnen. Je nach Akkuqualität und Belastung sind 100 bis 500 Ladezyklen möglich. Die Flugdauer steht natürlich auch im Zusammenhang mit der Akkuleistung und kann zwischen 15 und mehr als 60 Minuten liegen. Bezüglich der Akkukapazitäten muss man im Blick haben, dass diese mit sinkender Temperatur rapide abnehmen. Die Preise für Akkus richten sich nach der gewünschten Qualität und Energiedichte. Nach unserer Recherche liegt der Preis für ein 5.000-mAh-Akkupack zwischen 30 und mehr als 100 Euro. Auf das Akkugewicht ist natürlich auch zu achten, denn jedes zusätzliche Gramm, das in die Lüfte muss, kostet Energie.

Damit die Drohne abheben kann und man über sie Herr ist, geht es nicht ohne Flugsteuerung (Flight Controller), die vielfach auch als Gehirn der Drohne bezeichnet wird. Über Sensoren wird die Ausrichtung, Höhe und Beschleunigung erfasst. Je nach Ausstattung sind zusätzliche Servoausgänge vorhanden, über die zum Beispiel die Rotorachsen gekippt werden können oder sie werden beispielsweise für die Steuerung der Kameraplattform genutzt. Im Zusammenhang mit der Flugsteuerung ist immer wieder von der relativen und absoluten Navigation zu lesen. Bei Letzterem ist die Navigation vom Start- bis Landepunkt programmierbar. Dies setzt natürlich GPS voraus. Sofern das System damit nicht ausgestattet ist, muss es als Zubehör erworben werden. In Foren ist vielfach von geschlossenen und offenen Systemen die Rede. Wer sich mit der Technik nicht auseinandersetzen möchte, dem sei das geschlossene System empfohlen, auch, wenn man sich in die Abhängigkeit des Herstellers begibt.

Fotodrohnen - Ausstattung
Da man mit der Drohne nicht mitfliegt geht es ohne Fernsteuerung nicht. Die aus dem Modellbau bekannten Fernsteuerungen eignen sich auch für Drohnen. Die Reichweite liegt, je nach Modell, zwischen 300 und mehr als 1.000 Metern. Mehr benötigt man auch nicht, denn der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Drohnen hier in Deutschland nur in Sichtweite geflogen werden dürfen. Beim Kauf ist auf die Anzahl der Kanäle zu achten – lieber einen mehr als einer zu wenig. Allein für die Flugsteuerung werden schon vier Kanäle für (Auf/Ab, Vorwärts/Rückwärts, Rechts/Links, Drehung) benötigt. Für die Kamerabedienung mit Auslösung, Positionierung/Ausrichtung sowie Zoom- und Fokuseinstellung werden ebenso weitere Kanäle benötigt wie für GPS. Natürlich hat man die Option, mit zwei Fernbedienungen zu arbeiten – eine für die Steuerung der Drohne und die andere für die Bedienung der Kamera. Die Preise für Fernsteuerungen können bei über 1.000 Euro liegen wobei es auch Modelle um die 200 Euro gibt. Damit die Drohne über die Fernsteuerung bedient werden kann, ist ein Empfänger notwendig. Dieser ist in den Multikopter eingebaut und gibt die Fernsteuersignale an den Controller und möglicherweise an weitere Servos weiter. Der Controller erhält die Signale entweder einzeln oder als Summensignal. Insider empfehlen aktuelle digitale Fernsteuerungen, da sich diese kaum gegenseitig stören und man mit ihnen Frequenz-Hopping und Speed-Spectrum umgehen kann. Möchte man auf der ganz sicheren Seite sein, so werden in den Foren Systeme mit zwei unabhängigen Empfängern empfohlen. Abgeraten wird von der „intuitiven“ Steuerung über WLAN mittels einem Smartphone oder Tablet. Die Reichweite ist begrenzt und die Latenzzeiten sind wesentlich höher, was dazu führen kann, dass es einige Zeit braucht, bis Befehle ausgeführt werden.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2014

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