Welches Fotoequipment für die Insektenfotografie ratsam ist

Makroobjektive machen erst sichtbar was oft im Verborgenen liegt

© Fotograf: Erika Esser, Fliege schaut in die Zukunft  !?, Blende-Fotowettbewerb
Erika Esser, Fliege schaut in die Zukunft !?, Blende-Fotowettbewerb

Das Tiererlebnis in der Natur ist gleichzeitig für Fotografen auch ein Jagderlebnis. Nur ist es eine Jagd mit den Sinnen, mit dem Auge und der Kamera. So verschiedenartig die Wege sind, die zur Liebe, zum Verständnis und zum Schutze der Natur führen – so verschiedenartig ist die Motivation. Stets geht der Weg über das Schauen zum Erkennen. Beides will und muss erlernt werden. Und Geduld ist eine Tugend über die man ebenso verfügen sollte wie über Ausdauer. Insbesondere als Einsteiger heißt es, sich an den fotografischen Erfolg heranzutasten. Sehenswerte Aufnahmen von Insekten sind keine Selbstläufer und nicht jedes Auslösen der Kamera endet in einem fotografischen Volltreffer. Aktuelle Kameratechniken erhöhen jedoch unter anderem mit 4 beziehungsweise 6K und immer schnelleren Serienfunktionen die Wahrscheinlichkeit darauf. Geht es darum, Insekten wirkungsvoll unter die Lupe zu nehmen, dann setzt dies voraus, in die Makrofotografie einzusteigen.

Fotoequipment – Kamera für Wechseloptik ratsam

© Fotograf: Margarete Hartert, Bienenfleiß, Blende-Fotowettbewerb
Margarete Hartert, Bienenfleiß, Blende-Fotowettbewerb

Auch, wenn insbesondere Superzoomkameras meist auch einen gewissen Makrobereich abdecken, so reicht dieser in den meisten Fällen nicht aus, um Insekten wirkungsvoll ablichten zu können. Eine Kamera für Wechseloptik – also eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera – ist Pflicht. Die Vergrößerungen der Motive erzielt man mit Makro- oder Spezialobjektiven, die zusätzlich mit Zwischenringen oder einem Balgengerät bestückt werden können.

© Fotograf: Riccardo Franke, Honigbiene, Blende-Fotowettbewerb
Riccardo Franke, Honigbiene, Blende-Fotowettbewerb

Makroobjektive sind in der Regel bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 berechnet. Spezialobjektive erlauben 20-fache Vergrößerungen. Der normale Einstellbereich der Objektive reicht nicht aus, um kleine Objekte, etwa Blüten und Käfer, formatfüllend zu fotografieren. Mit Naheinstellhilfen als Zubehör ist jedoch eine formatfüllende Abbildung möglich. Die einfachste Möglichkeit ist eine Vorsatz- oder Nahlinse, die die Objektivbrennweite verkürzt. Sie erfordert zwar keine Belichtungsverlängerung, geht aber zu Lasten der gleichmäßigen Schärfe, falls man nicht mindestens auf Blende 8 abblendet. Zwischenringe, die bei kompakten System- und Spiegelreflexkameras zwischen das Kameragehäuse und das normale Objektiv geschraubt werden, machen aus diesem fast ein Makroobjektiv, wobei allerdings reichlicher belichtet werden muss. Die tubusförmigen Zwischenringe bringen eine starre Auszugsverlängerung mit sich, ermöglichen aber Abbildungsmaßstäbe 1:1. Balgengeräte wirken wie Zwischenringe, sie erhalten jedoch die optische Leistung des Objektivs und lassen sich stufenlos einstellen. Sie erschließen den Bereich der sogenannten Lupenfotografie, das heißt, das Objekt wird in übernatürlicher Größe abgebildet. Umkehrringe ermöglichen es, das Objektiv mit der Vorderlinse zur Kamera gewandt anzubringen (Retrostellung), dadurch kann man nicht nur näher an das Objekt herangehen, sondern gewinnt auch Schärfe im Makrobereich. Welche Naheinstellhilfen zu welchen Kameras erhältlich sind, darüber informieren Bedienungsanleitungen, Prospekte und auch der Fachhändler.

© Fotograf: Rolf Gorges, Fliegenpaar auf Sonnenhut, Blende-Fotowettbewerb
Rolf Gorges, Fliegenpaar auf Sonnenhut, Blende-Fotowettbewerb

Makroobjektive sind spezielle Objektive, die für den Nahbereich besonders korrigiert sind. Sie erlauben ohne Naheinstellhilfen dank ihrer extrem langen Einstellschnecken ein stufenloses Naheinstellen bis in den Makrobereich (Abbildungsmaßstäbe 1:2 oder 1:1) hinein. Sie sind als Normal- oder Teleobjektiv, für Brennweiten von 50 bis 200 mm, auch als Zoomobjektive gebaut, verfügen aber über eine etwas geringere Lichtstärke. Ein Makro-Teleobjektiv empfiehlt sich, wenn zwischen Kamera und dem zu fotografierenden Objekt Beleuchtungseinrichtungen, wie Blitzgeräte oder Aufheller, angebracht werden müssen.

© Fotograf: Heidi Becker, Weiche Landung, Blende-Fotowettbewerb
Heidi Becker, Weiche Landung, Blende-Fotowettbewerb

Makroobjektive erfüllen natürlich auch die Aufgaben herkömmlicher Objektive entsprechender Brennweiten im Normal- und Fernbereich. Während die Belichtungsverlängerung bei Naheinstellhilfen (außer Vorsatzlinsen) und Makroobjektiven im Zeitalter der TTL-Belichtungsmessung (durch das Objektiv) kein Thema mehr ist, muss man besonders auf die im Nahbereich schrumpfende Schärfentiefe achten. Sie beträgt oft nur noch Millimeter, wenn nicht sogar nur Bruchteile davon. Das erfordert notwendigerweise eine stärkere Abblendung. Hier kommt ein Blitz mit extrem kurzen Aufleuchtzeiten von 1/1000 Sekunde und kürzer zu Hilfe. Ein Ringblitz, dessen Leuchte rund um das Objektiv angeordnet ist, ermöglicht es, das Nahmotiv schattenlos zu belichten. Aber auch mit Blitzleuchten kann man schattenlos beleuchten.

© Fotograf: Sebastian Wallich, Rotkäppchen im Gänseblümchenwald, Blende-Fotowettbewerb
Sebastian Wallich, Rotkäppchen im Gänseblümchenwald, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 07 / 2018

1 Kommentare

Danke für die aufschlussreichen Informationen zum Thema :Mondfinsternis und Insektenfotografie.Ich habe wieder einmal erkannt,dass meine NORMALKAMERA Fujifilm FINEPIX HS 50 tatsächlich nur bedingt mit meinem WOLLEN übereinstimmt.Das beweisen die vielen tollen Aufnahmen,die vorliegen.Auch zum Thema :Insektenfotografie.Ich werde mir demnächst ein neues Equipment zulegen müssen! Denn Fotografieren kann ich mitlerweile.So glaube ich es jedenfalls.Mit freundlichen Grüssen Gerhard Frenz aus Rosenow

Gerhard Frenz

von Gerhard Frenz
18. Juli 2018, 17:58:26 Uhr

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