Fotoexperiment - Platzender Wasserballon

© Fotograf: Dietmar van der Linden, Platzender Wasserballon, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Dietmar van der Linden, Platzender Wasserballon, Blende-Fotowettbewerb
Motive gibt es in Hülle und Fülle – dennoch schaffen sich immer mehr Fotografen ihre eigenen Fotoobjekte und lassen so neue Bilderwelten entstehen. Diese stehen für Zeitgeist und sind dementsprechend Ausdruck dessen, was mit aktuellem Equipment alles möglich ist. Geschaffen werden dadurch neue fotografische Trends – ohne kopieren zu wollen, wirken sie inspirierend, sich den unterschiedlichsten fotografischen Genres zu stellen. Dietmar van der Linden, der in diesem Jahr mit „Platzender Wasserballon“ zum Thema „In Bewegung“ bei „Blende 2014“ den Wettstreit und die Herausforderung suchte, hat mit seiner Farbaufnahme einen aktuellen Trend aufgegriffen, durch die Fotografie Dinge sichtbar zu machen, die sonst dem Auge verborgen sind.

Die fotografische Motivation liegt zum einen in dem Thema selbst begründet, das so unendlich vielschichtig durch die Anzahl der möglichen Objekte ist, denn statt eines Wasserballons könnte es beispielsweise auch eine Erdbeere sein, die in ein mit Milch gefülltes Glas fällt. Das Thema, unter Zuhilfenahme eines Blitzes Bewegungen einzufrieren, ist auch aus technischer Sicht überaus reizvoll, denn Schritt für Schritt nähert man sich seiner fotografischen Vision. Mit einer Aufnahme ist es dementsprechend nicht getan – viele Anläufe sind notwendig. Darin liegt der große Reiz, denn auch, wenn für Fotografen zwar vieles planbar ist, so ist nicht alles vorhersehbar.

Dietmar van der Linden führt zu seiner Aufnahme aus: „Für die Aufnahme wurde der mit Wasser gefüllte Ballon an einem Faden aufgehängt und von hinten, mit einer an einem Stab befestigten Nadel, angepiekst und zum Platzen gebracht. Durch den Knall wurde dann der Blitz mittels Schallsensor ausgelöst. Der Raum musste dazu ganz abgedunkelt sein, sodass die Wassertropfen, die dort auseinander speien, deutlich zu erkennen sind. Dass dazu mehrere nasse Versuche notwendig waren, versteht sich von selbst.“

Die Kamera wurde in dem dunklen Raum auf Langzeitbelichtung eingestellt und der entscheidende Augenblick durch das Blitzen eingefangen. Die Kamera sieht solange nichts, bis der Blitz auslöst. Erst wenn es kurz hell wird, zeichnet die Kamera diesen Moment auf. Die Kamera nimmt durch die Wahl der langen Belichtungszeit zwar eine Aufnahme von mehreren Sekunden auf, aber das einzige was man auf dem Bild zu sehen bekommt, ist der Moment, in dem der Blitz ausgelöst – je nach Blitz und Blitzleistung bis zu 1/20.000s. Diese Dauer ist viel kürzer als man es durch die Verschlusszeit erreichen kann, weshalb man mit dieser Technik sehr schnelle Bewegungen einfrieren kann. Die Blitzdauer ist abhängig von der Blitzleistung. Aus diesem Grund kann man keine allgemeingültige Angabe machen und muss sich im Probieren üben.

Wichtig für solche Aufnahmen ist ein absolut abgedunkelter Raum. Dies kann man ganz einfach testen, indem man eine Aufnahme ohne den Blitz macht. Die Aufnahme sollte total schwarz sein. Ist dies nicht der Fall, hat man zu viel Umgebungslicht. Ist es nicht möglich die Menge an Umgebungslicht zu minimieren, sollte man die Verschlusszeit verkürzen oder eine kleinere Blende (kleinere Blende = größere Zahl) wählen.

Die Verschlusszeit für solche Aufnahmen sollte zwischen 4 bis 10 Sekunden liegen. Einen größeren Schärfebereich garantiert eine Blende von zirka 10-14. Die Blitzleistung sollte möglichst klein sein, da dies hilft, auch sehr schnelle Bewegungen einzufrieren.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2014

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1 Kommentare

Ich liebe das das ist so cool Das ist das best ich habe 100 gemacht

von Melisse
11. September 2015, 21:22:36 Uhr

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