Fotografie - Scharf, schärfer, am schärfsten

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© Blende, Manfred Friesse, Wassertropfen Universum

Jeder, der fotografiert, liebt es scharf – außer Unschärfe wird als Stilelement bewusst eingesetzt. Dass scharfe Aufnahmen kein Selbstläufer sind, durfte jeder von uns schon am eigenen Leib erfahren. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Eventuell wurde ohne Stativ mit einer langen Belichtungszeit fotografiert oder beispielsweise der Fokuspunkt nicht exakt gesetzt.

Das A und O für scharfe Aufnahmen ist die richtige Kamerahaltung. Testen Sie es einmal und strecken Sie Ihre Arme mit Kamera ganz weit aus. Sie werden feststellen, dass es Ihnen nicht gelingen wird, die Kamera ruhig zu halten – auch, wenn diese kein großes Gewicht hat. Also die Kamera nicht so weit von sich strecken, leicht angewinkelt am Körper ist optimal. Zudem sorgt auch ein stabiler Stand mit leicht versetzten Beinen für eine ruhige Kameraführung. Sind die Lichtverhältnisse nicht optimal beziehungsweise hat man eine längere Belichtungszeit gewählt, so hilft trotz eingebauter Bewegungsstabilisatoren in Kameras beziehungsweise Objektiven nur ein Stativ weiter. Sie gelten zu Recht als die dritte Hand des Fotografen. Je nach Aufnahmesituation hat man die Wahl zwischen Ein, Drei- und Vierbeinstativen. Es gibt auch sogenannte Klemmstative, die zudem sehr stylisch aussehen. Auf Erschütterungen ist natürlich zu achten – denken wir hier beispielsweise an den Wind. Gegebenenfalls muss das Stativ beschwert werden. Wie zu lesen ist – wir haben es noch nicht ausprobiert – sollte das Bildstabilisierungssystem beim Fotografieren mit einem Stativ ausgeschaltet sein, um weichere Aufnahmen zu erhalten. Hat man kein Stativ zur Hand, so hilft es, die Kamera aufzulegen.

Nahezu jede Kamera bietet die Option, die Schärfe des Suchers mithilfe des Dioptrienausgleichs trie-Einstellung anpassen zu können. Davon sollte man natürlich Gebrauch machen, wenn die eigene Sehschärfe nicht die Beste ist oder man ohne Brille fotografiert. Hier haben wir die Beobachtung gemacht, dass die Brille gern beim Fotografieren durch den Sucher abgesetzt wird.

Kommen wir nun zum Fokus. Je nach Kameramodell hat man als Fotograf verschiedene Optionen. Aber nicht nur das. Über das Kameramenü kann auch eine AF-Feineinstellung für die aktuell genutzte Optik vorgenommen werden. Auch, wenn Kameras in ihren Leistungsmerkmalen immer besser werden, so liegt es natürlich am Fotografen, den optimalen Autofokus-Punkt zu setzen, und zwar an der Stelle im Bild, die scharf sein soll. Das können nur Sie wissen – Ihre Kamera nicht. Für statische Motive bietet sich der Einzel-Autofokus (AF-S) an, während bei bewegten Motiven der kontinuierliche Autofokus (AF-C) die bessere Wahl ist. Schärfe Bilder gelingen hier bei AF-Punkt-Gruppen Fokussierung. Man hat auch die Option, rückseitig zu fokussieren, also statt des Auslöseknopfes die AF-ON oder AE-L-Taste zu drücken, um den Autofokus zu aktivieren. Den äußeren AF-Punkten wird nachgesagt, dass sie bei schlechten Lichtverhältnissen und wenn mit Teleobjektiven fotografiert wird, Schwierigkeiten mit der Fokussierung haben, weshalb lieber der mittlere AF-Punkt zu nutzen ist. Wird mit Weitwinkeloptik fotografiert und soll die Schärfe auf dem gesamten Bild liegen, so sollte bei Blende f16 auf einen Punkt auf einem Drittel der Motivebene fokussiert werden.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2014

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