Fotografie - Spiel mit den Farben

© Fotograf: Jörn-Peter Dau, unglaubliches FRankreich, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Jörn-Peter Dau, unglaubliches FRankreich, Blende-Fotowettbewerb
Farben bestimmen unser Leben, sie erzeugen Stimmungen und jeder von uns hat seine Lieblingsfarbe. In der Fotografie ist die Farbe von elementarer Bedeutung, denn nur mit ihr beziehungsweise durch sie gelingt es, den Fokus zu setzen, Aufmerksamkeit mit seinen Fotografien zu erzeugen, aber auch Geschichten zu erzählen und Stimmungen zu vermitteln. Für den Fotografen besteht die große Herausforderung darin, Farben kreativ für sich einzusetzen – kein leichtes Unterfangen in der bunten Welt, in der wir leben und in der sich im Jahres- und Tagesverlauf die Farbwirkung auch noch ändert. Hinzu kommt, dass die Wahrnehmung von Farben zeitlichen Strömungen unterliegt – auch wenn es Gesetzmäßigkeiten für die Wirkungsweise von Farben gibt. Derzeit, so scheint es, wird alles knalliger. Auslöser hierfür könnten modernste Displaytechnologien sein, die uns Bilder durch ihre Brillanz in ganz anderen Farben erscheinen lassen. Und auf der anderen Seite ist Retro angesagt, mit Farbimpressionen beispielsweise aus den Hochzeiten des Sofortbildes.

Auch, wenn es heute unvorstellbar ist, so war die Fotografie in ihren Anfängen schwarzweiß. Die ersten Farbbilder waren eine Sensation. Um selbst ein Gefühl für Farben zu bekommen, wird empfohlen, in den Schwarzweißmodus seiner Kamera zu wechseln. Das schult das Auge für Flächen, Formen sowie Linien und visualisiert, wo eine Aufnahme aufgrund ihrer Farbe wirkt oder wo diese nur Beiwerk ist.

© Fotograf: Imke Grübele, Neckarsulm in Farbe, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Imke Grübele, Neckarsulm in Farbe, Blende-Fotowettbewerb
Auch, wenn jeder von uns Farben anders wahrnimmt, so ist es von Vorteil, sich schon allein aus fotografischer Sicht mit dem Thema Farbe intensiver auseinanderzusetzen. Nur so erkennt man beispielsweise, wie sich die Farbwirkung im Jahres- und Tagesverlauf, aber auch im Zusammenspiel mit anderen Farben verändert. Wenn wir uns allein den Jahresverlauf und die Farbwirkung betrachten, so sind die Unterschiede gravierend. Im Sommer wirken die Farben wesentlich intensiver als im Frühjahr, Herbst oder gar im Winter. Machen Sie den Test und fotografieren Sie ein und dasselbe Objekt zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten. Sie werden erstaunt sein, wie unterschiedlich die Farben erscheinen.

© Fotograf: Birgit Möller, Abendstimmung, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Birgit Möller, Abendstimmung, Blende-Fotowettbewerb
Fotografen, die sich mit dem Thema Farbwirkung auseinandersetzen möchten, sollten mal nach Motiven und Bildkompositionen mit starken Farben beziehungsweisen Farbkontrasten Ausschau halten. Als ein Beispiel wäre hier Rot und Grün beziehungsweise Blau und Orange zu nennen – hier ist in der Literatur von Gegenfarben beziehungsweise Komplementärkontrasten die Rede. Oder wie wäre es mit den Grüntönen von Gräsern, Büschen oder Bäumen. Je nach Jahreszeit und Tageszeit reichen die Töne von gelbgrün, das meist als zart und warm empfunden wird bis blaugrün, dem eine kalte Wirkung nachgesagt wird. Nach wie vor immer noch sehr beliebt in der Fotografie ist die Farbe Rot – natürlich macht diese ein Foto allein noch nicht aus. Sie hilft jedoch vielfach, dass Auge auf den bildwichtigen Punkt zu lenken. Ein neuer Trend ist die Konzentration auf eine Farbe in einer Schwarzweißfotografie.

Im Zusammenhang mit der Farbwirkung ist das Spiel mit den Kameraeinstellungen, die natürlich auch Einfluss auf die Farbwirkung haben. So kann es durchaus interessant sein, die Farbtemperatur kälter zu wählen. Ist ein Blaustich gewünscht, kann man es beispielsweise mal mit 2.500 Kelvin versuchen.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2014

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden